Produktrückrufe

Grafik Meldewege

Verschluckbare Kleinteile, giftige Weichmacher oder leicht entflammbare Materialen. Über diese und viele weitere Gefahren informiert das europäische Schnellwarnsystem Rapex und in Deutschland die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Die BAuA ist als Informationsdrehscheibe zwischen den Behörden der Bundesländer und Europas. Sie tauscht mit den Marktüberwachungsbehörden der Länder Informationen zu gemeldeten mangelhaften Produkten aus. Sie leitet die eingehenden nationalen Meldungen an die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten der EU weiter bzw. übermittelt deren Meldungen an die Bundesländer. Wird der Handel mit Produkten aufgrund ihrer Mängel amtlich verboten, werden diese Untersagensverfügungen veröffentlicht, sobald sie rechtskräftig sind.

Rückrufe

Die BAuA veröffentlicht Produktrückrufe, Produktwarnungen und Untersagungsverfügungen zu gefährlichen Produkten. Weitere Informationen für Verbraucher werden in dem Produktsicherheitsportal www.rueckrufe.de veröffentlicht.

RAPEX

Rapex ist das Schnellwarnsystem der EU für alle gefährlichen Konsumgüter, mit Ausnahme von Nahrungs- und Arzneimitteln sowie medizinischen Geräten. Rapex Ermöglicht einen schnellen Informationsaustausch zwischen den Mitgliedsstaaten und der EU Kommission. Es informiert Verbraucher den Rückruf von Produkten die eine ernste Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit darstellen. Weitere Informationen finden Sie unter: ec.europa.eu/consumers

Unsichere Produkte melden

Über die Internetseite des Information and Communication System for Market Surveillance, kurz ICSMS können Verbraucher selbst aktiv werden. Hier stehen nicht nur Informationen über unsichere Produkte bereit, sondern der Verbraucher kann eigenständig risikoreiche Produkte direkt über eine Eingabemaske melden. Die Angaben werden an die zuständige Marktüberwachungsbehörde weitergeleitet und diese veranlasst die erforderliche Maßnahmen. In der Datenbank kann sich jeder über Produkte informieren, zuständige Behörden suchen und eine Anzeige gefährlicher Produkte per E-Mail absetzen. Die Meldung an dieses System ist nicht verpflichtend, sondern geschieht freiwillig.

Produkte melden

Hier könne Sie ohne Anmeldung nach Produkten und der für Ihre Region zuständige Behörde suchen. Außerdem können Sie der zuständigen Behörde auch ein Produkt melden, das Ihrer Meinung nach gefährlich ist.

Zur Behördensuche auf webgate.ec.europa.eu

ICSMS

ICSMS ist das internetgestützte Informationsplattform für ganz Europa. Es enthält amtliche Informationen zu gefährlichen Produkten, freiwillige Rückrufe der Industrie sowie Hinweise von Produzenten auf Plagiate. Es wird in deutscher Sprache angeboten und besteht aus einem geschlossenen und einem öffentlichen Bereich. Der geschlossene Bereich ist nur für amtlichen Stellen zugänglich, also Marktüberwachungsbehörden, Zoll, EU-Kommission. Der öffentliche Teil dient den Verbrauchern und Herstellern.

Weitere Informationen finden Sie unter https://webgate.ec.europa.eu/icsms/

Marktüberwachung

Die Europäischen Mitgliedstaaten haben die Pflicht, für die ordnungsgemäße Einhaltung der Vorschriften, z. B. über die allgemeine Produktsicherheit zu sorgen. In Deutschland wird die Sicherheit von Verbraucherprodukten von staatlichen Marktaufsichtsbehörden überwacht. Diese prüfen auf Nachfrage, ob die auf dem Inlandsmarkt verkauften Produkte sicher sind und veranlassen ggfs. Korrekturmaßnahmen, Rücknahmen oder bei Verstößen auch Sanktionen. Jedes deutsche Bundesland hat Behörden wie z.B. das Gewerbeaufsichtsamt oder das Amt für Arbeitsschutz, die für die Einhaltung von europaweit geltenden Sicherheitsstandards in Fachgeschäften, Verbrauchermärkten, auf Messen und in Betrieben zuständig sind. In einigen Bundesländern sind diese Aufgaben bei den Regierungspräsidenten und Bezirksregierungen angesiedelt. Auf Bundesebene werden die Behörden durch den Arbeitsausschuss Marktüberwachung (AAMÜ) koordiniert.

Aufgabe der Marktüberwachung

  • Rückrufmaßnahmen gefährlicher Produkte einleiten
  • Zusammenarbeit mit Zollbehörden, um gefährliche Produkte zu identifizieren
  • Verbraucher frühzeitig auf Gefahren durch ein Produkt aufmerksam machen
  • Verarbeitung und Auswertung von Unfallberichten, Testberichten und Verbraucherbeschwerden
  • Herstellern Informationen über ihre rechtlichen Verpflichtungen zur Verfügung stellen 

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