Produkte

In dieser Rubrik finden Sie eine Übersicht verschiedener Produkte, die häufiger mit Kinderunfällen in Zusammenhang stehen.

Die Produkte können Sie von A-Z, nach Aktualität oder Popularität sortieren.

Tipps für die Anschaffung von sicheren Produkten

Tipps für die Anschaffung von sicheren Produkten

Eltern stehen bei der Anschaffung von Produkten für ihr Kind vor einem riesigen Angebot. Laufräder, Kinderwagen oder -reisebetten sind längst nicht mehr nur im Babyfachhandel erhältlich. Der Markt hat sich rasant erweitert. Auch Discounter, Billigläden und Internet-Auktionshäuser preisen diese Produkte an. Eine Beratung findet in der Regel nicht statt, die Qualität sinkt, dies jedoch häufig auf Kosten der Gesundheit der Kinder.

Deshalb ist es wichtig,

  • allgemeine Tipps und Sicherheitskriterien für die Anschaffung von Kinderprodukten zu kennen
  • die entscheidenden Sicherheitskennzeichen und Gütesiegel zu kennen
  • einige Produkte etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, bei denen sicherheitsbezogene Informationen von besonders hoher Bedeutung sind, da nachweislich häufiger Kinderunfälle mit ihnen passieren.


Aktuell
WDR markt vom 08.07.2013
Spielwaren: Gefährliche China-Importe - Risiko im Kinderzimmer
Noch immer bekommen Schnäppchenjäger chinesische Billigimportwaren angeboten. Nach deutschen Maßstäben gehören diese allerdings nicht in den Handel. markt ist auf der Suche nach gefährlichem Kinderspielzeug und Elektroartikeln.


Allgemeine Tipps und Sicherheitskriterien

Die Beachtung einiger grundsätzlicher Aspekte kann beim Kauf und bei der Nutzung von Produkten die Sicherheit für Kinder erheblich erhöhen:

Anschaffungstipps

  • Zeit nehmen für die Anschaffung eines Produktes, wie z.B. Kinderwagen, -bett, -hochstuhl
  • vorab sorgfältig informieren und Testergebnisse lesen, z. B. in der Infothek der örtlichen Verbraucherzentrale oder unter  www.test.de oder www.oekotest.de
  • Überblick über Produkte verschiedener Anbieter verschaffen
  • Beratung vom Fachmann in Anspruch nehmen und die Anwendung des Produktes demonstrieren lassen
  • Werbeaussagen und „Preisknüller“ sorgfältig auf ihre Richtigkeit prüfen und die Sicherheit kritisch hinterfragen
  • Produkt in die Hand nehmen, daran riechen, prüfen, ob Kleinteile fest sitzen und überlegen, ob es in Bezug auf die Persönlichkeit, die Entwicklung und das Alter des Kindes geeignet ist

Offensichtliche Sicherheitskriterien überprüfen:

  • Vorhandensein der Angabe des Herstellers/Importeurs
  • Kennzeichen, die für die Sicherheit des Produktes stehen
  • Ausweisung der Norm-Entsprechung auf Produkt und Verpackung (  www.beuth.de)
  • Scharfe Ecken und Kanten sind nicht vorhanden
  • Quetsch- und Scherstellen sind nicht vorhanden
  • Stabilität ist gegeben und robustes Material wurde genutzt
  • Kleinteile sind nicht leicht ablösbar
  • Produkt riecht neutral und nicht chemisch bzw. sehr künstlich

Sicherheitskennzeichen und Gütezeichen

Bei der Kaufentscheidung von Kinderprodukten spielt die Sicherheit eine entscheidende Rolle. Während der Preis oder das Design einzelner Produkte vom Verbraucher mit dem bloßen Auge verglichen werden können, sind Aspekte der Sicherheit nur teilweise direkt sichtbar. Produkte und deren Verpackungen sind mit einer Vielzahl unterschiedlicher Symbole, Kennzeichnungen oder Warnhinweise versehen.

Im Folgenden werden exemplarisch unterschiedliche Kennzeichen vorgestellt, die bei Einkäufen für Kinder als eine Orientierung für die Sicherheit dienen können. Informationen zu anderen Zeichen, die es auf dem Markt gibt, finden sich auf der Internetseite www.label-online.de der Verbraucherinitiative e.V.

Sicherheitszeichen/Prüfzeichen und Gütezeichen auf Produkten

Gefahrenzeichen

Gefahrenzeichen finden sich u.a. auf Haushaltschemikalien, die im Alltag Verwendung finden. Dazu gehören z.B. Reinigungsmittel, Grillanzünder oder Lampenöl. Eltern sollten bei der Anschaffung dieser Produkte auf Gefahrenzeichen achten, die auf eine Gesundheitsgefährdung hinweisen und diese entsprechend außerhalb der Reichweite von Kindern lagern.

Grundsätzlich gilt, dass alle Stoffe mit nachfolgenden Zeichen nicht in Kinderhände gehören:
Übersicht über die aktuellen Gefahrensymbole (Download pdf)


Einige Produkte unter der Lupe

Kinder kommen in ihrer Lebenswelt mit einer Vielzahl von Produkten in Berührung. Es sind einerseits Gegenstände des täglichen Gebrauchs, andererseits solche, die eigens für Kinder vorgesehen sind und die sie in den verschiedenen Altersphasen begleiten.
Nicht alle Produkte, mit denen Kinder in Kontakt kommen, können hier auf ihre Sicherheit genauer unter die Lupe genommen werden. Vielmehr wurde eine Auswahl gemacht von Produkten, die häufiger mit Kinderunfällen im Zusammenhang stehen. Die hier zusammengetragenen Fakten lassen sich auf die vielen anderen nicht genannten Produkte übertragen, mit denen ebenfalls Unfälle passieren (können).

Eine Auswahl von Kinder- und Alltagsprodukten finden Sie weiter unten.

Tipps zur Nutzung von Produkten

Tipps zur Nutzung von Produkten

Ein Produkt kann in einen Unfall verwickelt sein, weil es den sicherheitstechnischen Anforderungen nicht entspricht, oder weil es entgegen seiner Bestimmung verwendet wurde. Kinder sind von Natur aus neugierig, kreativ und ideenreich. Nicht selten wird der Wasserkocher zur Lokomotive oder der Hochstuhl zur Burg ernannt.
Eltern können ihre Kinder vor schweren Unfällen durch ein Produkt schützen, in dem sie

  • sich niemals auf die 100-prozentige Sicherheit eines Produktes verlassen
  • ein Produkt ausschließlich für den Zweck verwenden, für den es hergestellt wurde
  • die Gebrauchsanleitung des Herstellers genau durchlesen. Sie sollte in Deutsch verfasst sein und die darin enthaltenen Informationen sollten unbedingt beachtet werden
  • die Sicherheits- und Warnhinweise unbedingt ernst nehmen
  • beim Gebrauch eines Produktes evtl. entstehende Risiken so weit es geht ausschalten
  • sich ihrer Aufsichtspflicht gegenüber dem Kind bewusst sein und diese einhalten
  • stets ein Auge auf Produkte haben, die für Kinder gefährlich werden können, nicht zuletzt auch auf Reisen, bei Freunden oder den Großeltern
  • gemeinsam mit dem Kind Regeln für den Umgang mit einem Produkt aufstellen und die damit verbundenen Gefahren erklären
  • dem Kind eine schrittweise Annäherung an ein Produkt unter der verantwortungsvollen Anleitung eines Erwachsenen ermöglichen.


Schrittweise Annäherung an einen sicheren Umgang mit Produkten

Für Eltern ist es wichtig, eine Balance zwischen dem Zulassen kleiner, dosierter Risiken und dem Schutz vor gravierenden Gefahren zu finden. Eine komplett „abgepolsterte“ Umgebung kann nicht die Lösung für das Kind sein, denn ohne individuelle Erfahrungen kann es den sicherheitsbewussten Umgang z. B. mit Produkten nicht erlernen.

Sicherlich sollten Kinder den Umgang mit Geräten des Alltags und den damit verbundenen Gefahren beizeiten lernen. Dies geschieht am besten behutsam und unter elterlicher Aufsicht. In der Einzelsituation kann z. B. die Bedienung eines Toasters mit dem älteren Kind eingeübt werden; der Gebrauch sollte aber auch dann nur in Anwesenheit eines Erwachsenen stattfinden. Das Kind muss grundsätzlich fragen, bevor es ein Gerät benutzen will – so lange, bis die Eltern die Überzeugung haben, dass ein verantwortungsvoller Umgang gelernt wurde.

Sicherheitsartikel

Sicherheitsartikel

Lebensbereiche von Kindern können niemals 100-prozentig abgesichert werden. Das sollte auch nicht das Anliegen von Erwachsenen sein. Kinder sollen nicht „in Watte gepackt“ werden, sondern sich bewegen, lernen und Erfahrungen sammeln. Bei der Sicherheit liegt das Hauptaugenmerk auf jenen Unfallrisiken, die für Kinder besonders schwerwiegende Folgen haben können. Diese Risiken sollen vermieden oder entschärft werden.

Sicherheitsartikel helfen dabei, Gefahrenstellen insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder abzusichern. Welche Sicherheitsartikel angeschafft werden, hängt von der Wohnsituation, der Entwicklung des Kindes und den Bedürfnissen der Eltern ab. Die Nutzung von Sicherheitsartikeln stellt eine vorübergehende Schutzmaßnahme dar. Trotz der Anwendung dieser Artikel ist es eine wichtige Aufgabe der Eltern, dem Kind Gefahren immer wieder aufzuzeigen und zu erklären. Nur so lernt es die Risiken mit zunehmendem Alter besser kennen und ist in der Lage, ein Bewusstsein für die Gefahren zu entwickeln. So ist das Kind gut vorbereitet auf den Tag, an dem der Sicherheitsartikel abmontiert wird.


Hier eine Auswahl von Sicherheitsartikeln:

Absperrgitter und Durchgangssicherung

  • Diese Produkte sind für große Breiten vorgesehen und durch Zusatzteile beliebig erweiterbar.
  • Fixierung durch Klemmen und Verschraubung.

   
Backofentür-Hitzeschutz

  • Backofentüren von älteren und preisgünstigeren Herden mit nur einfacher oder maximal zweifacher Verglasung können sich extrem erhitzen.
  • Metallschutzgitter werden vor die Tür geklebt oder geschraubt.

   
Backofentür-Sicherung

  • Der Kunststoffriegel verhindert, dass das Kind die Backofentür öffnen kann.

   
Balkon-Schutz

  • Das Netz ist dünnmaschig und wetterfest und lässt sich mit Schrauben und Schnüren am Balkon- oder auch Treppengeländer befestigen.


Bettgitter

  • Plastikgitter mit oder ohne Textilanteil zur Sicherung des Bettes, in Länge und Höhe variabel
  • Schutz gegen Sturz aus dem Jugend- oder Erwachsenenbett im Schlaf.

Blumenerde-Schutz  

  • Eine Manschette aus Kunststoff wird um die Pflanze gesetzt und verhindert, dass Kinder mit der keimhaltigen Blumenerde in Kontakt kommen.

   
Ecken- und Kantenschutz

  • Weiches Material, z.B. Schaumstoff zum Aufstecken bzw. Kleben
  • Abrunden von Ecken und Kanten zum Schutz vor Verletzungen nach einem Sturz.


Fenstersicherungen

  • Aus Plastik zum Schrauben oder Kleben
  • Sicherung von Fenstern gegen Öffnen, z.B. Balkonfenster

FI Schutzschalter

  • Befindet sich im Sicherungskasten, seit 1984 in Neubauten Pflicht, in älteren Gebäuden nachrüstbar
  • Schützt vor Stromunfällen. Der Stromkreis wird unterbrochen, wenn es zu einer Stromabweichung kommt, z.B. wenn ein Kind an der Steckdose spielt.


Glasschutzfolie

  • Die selbstklebende, transparente Folie hält die zerbrochene Scheibe einer Glastür zusammen.

   
Herdknopf-Abdeckungen

  •  Auf die einzelnen Schalter werden Abdeckungen gesteckt.


Herdschutzgitter

  • Plastikgitter mit Klappfunktion zum Schrauben oder Kleben
  • Schutz vor Verbrühungen und Verbrennungen am Kochfeld , bzw. dem Herunterreißen von Töpfen und Pfannen


Laufgitter

  • Laufgitter sind dem Babysitz oder der Babywippe vorzuziehen, weil sie dem Kind mehr Bewegungsfreiheit lassen.
  • Bei höhenverstellbaren Produkten ist darauf zu achten, dass Kinder oft über Nacht Entwicklungssprünge machen, geringe Begrenzungshöhen überwinden und stürzen können.

 
Mischbatterien mit Verbrühschutz

  • Eine Heißwassersperre ermöglicht, dass das Wasser sich nur zu einer bestimmten Temperatur aufheizen kann
  • Schutz vor Verbrühungen durch zu heißes Leitungswasser


Rauchmelder

  • Zum Festschrauben an der Zimmerdecke, batteriebetrieben
  • Schutz vor Rauchentwicklung, Bränden, Erstickung


Schranksicherung

  • Aus Plastik
  • Sicherung von Schränken gegen unbefugtes Öffnen


Steckdosenschutz

  • Aus Kunststoff, in unterschiedlichen Varianten verfügbar, zweipolig
  • Sicherung von Steckdosen gegen Hineinstecken von Gegenständen


Türklemme/ Türstopper

  • Aus Schaumstoff, bzw. Plastik zum Aufstecken an die Tür
  • Schutz gegen Einklemmen von Fingern


Tür- und Treppenschutzgitter

  • Die Befestigung erfolgt je nach Produkt durch Einspannen oder Verschraubung an Treppengeländer und Wand.
  • Das Material ist Metall oder Holz oder auch als rollbare Trennwand aus Polyamid mit Glasfaser-Verstärkung.

   
Verschluss-Streifen

  • Die Klettstreifen von 16 cm Länge sichern Schranktüren, usw.


Videorecorder-Schutz

  • Der Riegel verschließt den Kassettenschlitz und verhindert, dass Kinder Spielzeug o.ä. hineinstecken oder sich Hand oder Finger einklemmen.


Fotoquelle: reer GmbH mit freundlicher Genehmigung