
Wettbewerb 2010/2011
"Laufen. Springen. Klettern. Sicher geht das!"
Mehr als die Hälfte aller Unfälle bei Kindern sind durch Stürze bedingt. Viele dieser Stürze sind durch sicherheitsbewusstes Verhalten, durch motorische Förderung und Kompetenzbildung bei Kindern, Eltern und Multiplikatoren vermeidbar. Deshalb hat die BAG Mehr Sicherheit für Kinder unter dem Motto „Laufen. Springen. Klettern. Sicher geht das!“ eine Präventionskampagne gegen Stürze entwickelt. Ziel der Kampagne ist es, schwere Sturzunfälle zu verhindern. Die Sturzkampagne wurde am 9. Juni beim Nationalen Kindersicherheitstag in Berlin von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr vorgestellt.
Mit einem auf das Setting Kindertagesstätte zugeschnittenen Aktionspaket konnten bereits im Vorfeld des Kindersicherheitstages Kindertageseinrichtungen motiviert werden, sich aktiv mit ihren Projekten zur Sturzprävention an einem Wettbewerb zu beteiligen. Eine Jury hat aus den Wettbewerbseingängen die besten Projekte ausgewählt.
Die Gewinnerprojekte des Wettbewerbs
zum Download:
Gewinner des Wettbewerbs "Laufen. Springen. Klettern. Sicher geht das!" (pdf-Format)
Der ERSTE PREIS geht an:
Die Kita Wasserläufer
in Potsdam
Das Projekt „Mit allen Sinnen in der Spur – der Weg zum ersten eigenen Führerschein“ hat den ersten Preis gewonnen, weil es die Sturzprävention explizit als Thema aufgegriffen und gezielt konzeptionell umgesetzt hat. Der Beitrag konnte in allen Bewertungspunkten überzeugen.
Hindernisläufe und abenteuerliche Spiele mit dem Namen „Rettung auf der Insel“ oder „Hausdetektiv“ führen die Zwei- bis Dreijährigen der Kita „Wasserläufer“ zum ersten eigenen Sicherheits- Führerschein. Das Vertrautwerden mit der eigenen Umwelt, richtiges Fallen und Erkennen von Risiken im Alltag gehören mit einer „Fahrprüfung“ zu den Teilbereichen des Projektes. Dazu werden Spiele durchgeführt, in denen die Kinder verschiedene Materialien genauer kennen lernen.
Zur Erlangung des „Wasserläufer“ Führerscheins wird der Umgang mit Fahrgeräten wie Laufrad, Roller oder Dreirad geübt. Slalom fahren, Einparken und Bremsen gehören genauso zum Training wie eine Fahrt über unebene Flächen. Ziel ist, die Kinder für Risiken in ihrem Alltag zu sensibilisieren und auf Gefahrenquellen aufmerksam zu machen. Das Projekt soll etwa zwölf Wochen dauern und umfasst auch einen Elternabend sowie die Beratung durch einen fachkundigen Arzt, der auf Unfallrisiken hinweist und über Verletzungen aufklärt.
Mit den aufeinander aufbauenden Teilen werden die Kinder für mögliche Sturzgefahren beim Laufen, Springen und Klettern sensibilisiert, ihre Wahrnehmung wird gefördert und ihre Bewegungsfähigkeit verbessert.
Videobeitrag von Potsdam TV: Kita Wasserläufer gewinnt Kreativwettbewerb
Weitere Preise gehen an:
Die Kita Vauban in Freiburg
Seit ihrer Gründung im Jahr 1999 arbeitet die Kita intensiv mit der „Bewegungsbaustelle“. Ihr Beitrag „Das Unfertige fordert heraus“ gibt den Kindern die Möglichkeit, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, Grenzerfahrungen zu sammeln und die Bewegungssicherheit zu stärken.
Die Kita gehört zu den Preisträgern, weil sie mit ihrem Konzept der Bewegungsbaustelle einen nachhaltigen Beitrag zur Sturzprävention leistet und gleichzeitig ein Konzept vorstellt, das für andere Kitas leicht nachzuahmen ist.
Die DRK – Kindertageseinrichtung "Am Mühletor" in Pasewald
Im Team wurde zu Beginn des Projektes intensiv über Stolper- und Sturzgefahren gesprochen. Die Kita stellte heraus, dass die Vorbildfunktion der Erwachsenen eine große Rolle bei der Unfallverhütung spielt. Mit den Kindern haben sie „Fallen“ geübt, beim Spiel mit ihnen besprochen, wo Sturz bzw. Unfallgefahren lauern und das Thema im Rahmen der täglichen Arbeit berücksichtigt. Darüber hinaus wurden Puppen nach einem Sturz verarztet. Das Projekt gehört zu den Preisträgern, weil neben dem vorgestellten Konzept auch die beigefügten Fotostrecken das Projekt sehr anschaulich dokumentieren.
Die Kita Igelgarten in Berlin
Die Kita arbeitet seit 2007 an dem Ziel „Mehr Sicherheit in der Kita“ und ist beteiligt am Projekt SigiKi (Sicher und Gesund in der Kita der Unfallkasse Berlin). In 2007 war der Schwerpunkt des Projektes „Wir passen auf, dass wir nicht stürzen!“. Die Projektbausteine von SigiKi wurden an die Gegebenheiten der KiTa angepasst und haben – nach der Testphase – Eingang in das Hauskonzept gefunden. Dadurch ist die Nachhaltigkeit des Konzeptes in besonderer Weise gewährleistet.
Die Kita Löwenzahn in Baden-Baden
Das Projekt „Laufend laufen lernen“ bietet den Kindern vielfältige und auch außergewöhnliche Bewegungsangebote und -aktivitäten: z.B. Pedalo fahren, Seilgärten, Klettertouren, neben Spielgeräten auch Trampolin und Slackline auf dem Freigelände, Klettergarten- und Spielplatzbesuche, Schwimmen gehen etc. Die Kita hat einen Preis verdient, weil täglich großen Wert auf die Bewegungssicherheit gelegt wird und in der Projektbeschreibung anschaulich verdeutlicht wurde, wie wichtig das persönliche Engagement und die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KiTa für die Umsetzung eines Projektes zur Unfallverhütung ist.
Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Kitas, die an unserem Wettbewerb teilgenommen haben. Mit den eingereichten Beiträgen haben sie gezeigt, dass sie Stürze von Vorschulkindern nicht als Unglück hinnehmen, sondern aktiv vermeiden!
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