

Kindersicherheits-Gutachten Deutschland 2007 (pdf)
Länderprofil Kindersicherheit Deutschland 2007 (pdf)
weitere Informationen und alle 18 Teilnehmerländer im Vergleich unter
www.childsafetyeurope.org
Kinder in Deutschland leben vergleichsweise sicher
Europäische Kindersicherheits-Studie in Brüssel vorgestellt – Deutschland hat Handlungsbedarf bei Unfällen in Heim und Freizeit
20.11.2007 Wenn es um die Kindersicherheit geht, kann sich Deutschland in Europa sehen lassen: Bei einer europäischen Kindersicherheits-Studie, die heute auf einer Pressekonferenz in Brüssel vorgestellt wird, belegte Deutschland unter 18 Ländern den 6. Platz. Die Studie ermittelt erstmals mit wissenschaftlichen Verfahren das Maß an Sicherheit von Kindern und Jugendlichen, das durch nationale Gesetze und Präventionsarbeit gewährleistet wird. Sie wurde von der Organisation European Child Safety Alliance erstellt, die die Zahl von Verletzungen bei Kindern und Jugendlichen in Europa verringern möchte.
Für die Kindersicherheits-Studie stellte European Child Safety Alliance in allen beteiligten Ländern Daten zusammen, ermittelte Präventionsstrategien und verglich die nationalen gesetzlichen Grundlagen. Das Ergebnis sind so genannte „Child Safety Report Cards“, also Kindersicherheits-Gutachten für alle beteiligten Länder. Wie sicherheitsbewusst die Länder Europas sind, unterscheidet sich erheblich. Schweden, die Niederlande und Nordirland belegen die Top-Plätze, Spanien, Griechenland und Portugal bilden die Schlusslichter. Den sechsten Platz teilt Deutschland mit Norwegen.
Deutschland bei Verkehrssicherheit vorne
Deutschland sammelte vor allem in der Verkehrssicherheit Punkte. Dank bundeseinheitlicher Gesetze, technologischer Fortschritte und intensiver Verkehrserziehung sei in den letzten Jahren viel erreicht worden, so das Gutachten. In anderen Bereichen gebe es weiterhin Handlungsbedarf, vor allem bei der Verhütung von Kinderunfällen in Heim und Freizeit.
Bemängelt wurde unter anderem, dass es kein Gesetz zur Einzäunung von Swimming-Pools und Gartenteichen gibt und dass Schwimmwesten beim Gebrauch von Booten nicht obligatorisch sind. Auch gegen Verbrennungen und Verbrühungen könnten Kinder in Deutschland noch besser geschützt werden. Es mangele an bundesweiten Gesetzen, die den Einbau von Rauchmeldern im Privatbereich vorschreiben, und an Regelungen zur Wasser-Höchsttemperatur. Unfälle durch Stürze könnten durch eine Aufklärungskampagne für Kinder und durch verbesserte Bauordnungen vermieden werden.
Positiv bewertet das Gutachten, dass mit der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder eine führende nationale Organisation existiert, die sich ausschließlich und auf breiter Basis der Kinderunfallprävention widmet. Die hier vorhandenen Kapazitäten gilt es mit Unterstützung der Regierung zu erweitern und die Netzwerkfunktion weiter auszubauen.
Ziel der BAG: 20 Prozent weniger Unfälle bis 2012
Die Kindersicherheits-Studie bildet einen Ausgangspunkt, um realistische nationale Ziele zur Verringerung verletzungsbedingter Todesfälle und Behinderungen bei Kindern zu formulieren. Ihre Ergebnisse sind Bestandteil des „Child Safety Action Plan“ Projektes, einer länderübergreifenden Initiative mit dem Ziel, nationale Aktionspläne zur Verbesserung der Kindersicherheit zu entwickeln und damit die Zahl der Verletzungen von Kindern zu reduzieren. Der Child Safety Action Plan wird gefördert von der EU, UNICEF, WHO Europa und der Health and Environment Alliance (HEAL).
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. ist als führende nationale Organisation zur Verhütung von Kinderunfällen aktiv am Child Safety Action Plan beteiligt und hat bereits in „Nationalen Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kinderunfallprävention“ gemeinsam mit vielen Kooperationspartnern ihre Schwerpunkte für die zukünftige Kindersicherheits-Arbeit in Deutschland gesetzt. Ziel ist es, die Zahl der Kinderunfälle bis zum Jahr 2012 um 20 Prozent zu verringern – in der Familie, in Schule und Kindergarten wie auch im kommunalen Bereich.
Zur Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Die BAG in Bonn ist ein bundesweit tätiger Dachverband und die primär zuständige Lobby zur Verhütung von Kinderunfällen in Deutschland. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister. Die BAG setzt sich dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren und innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit zu entwickeln. Sie wird durch das Bundesministerium für Gesundheit, durch Penaten aus dem Hause Johnson&Johnson, durch den Gesamtverband Deutscher Versicherer und weitere Partner gefördert.
Pressekontakt
Karoline Becker
Tel. 0228 207 27 27
Fax 0228 207 27 28
E-Mail: presse@kindersicherheit.de
Internet: www.kindersicherheit.de
Die ausführlichen Ergebnisse des Kindersicherheits-Gutachtens finden Sie hier:
Kindersicherheits-Gutachten Deutschland 2007 (pdf)
Das Länderprofil gibt einen Überblick über die zugrunde liegenden Daten, bietet Vergleichswerte und Grafiken sowie Informationen über die angewandten Forschungsmethoden:
Länderprofil Kindersicherheit Deutschland 2007 (pdf)
Die englische Pressemeldung, die von der European Child Safety Alliance als erstmaliger Überblick über die Gesamtergebnisse zur Kindersicherheit im europäischen Ländervergleich herausgegeben wurde, ist hier veröffentlicht:
Press Release: Countries scored on protecting children from accidents (pdf)
Die englische Originalversion des Kindersicherheits-Gutachtens für Deutschland ist hier zu finden:
Child Safety Report Card 2007 Germany (pdf), das Länderprofil für Deutschland im Original hier: Child Safety Profile 2007 Germany (pdf),
Flyer,
Broschüre, 6 Seiten.
Alle Hintergründe und Ergebnisse zum Child Safety Action Plan Projekt sind auf der Webseite der European Child Safety Alliance unter www.childsafetyeurope.org eingestellt.
Informationen zu dem in Deutschland entwickelten nationalen Aktionsplan, die nationalen Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kinderunfallprävention in Deutschland sind hier verfügbar:
Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kinderunfallprävention in Deutschland, die publizierten Empfehlungen als Download hier
2007nationale_empfehlungen.pdf
