Inhalt
- Gibt es Kinder, die mehr gefährdet sind als andere – sogenannte “Unfallkinder”?
- Woher weiß ich, was ich einem Kind in welchem Alter zutrauen kann?
- Was verlangt die elterliche Aufsichtspflicht?
- Ab welchem Alter kann man Kinder alleine zu Hause lassen?
- Geschwisterkinder: Kann man dem älteren Kind die Betreuung der kleineren Geschwister übertragen?
- Betreung mehrerer Kinder: Welche Probleme ergeben sich?
- Wie erkennt man sichere Spielsachen?
- Rollende Spielgeräte: Was ist in welchem Alter zu empfehlen?
- Welche Sicherheitsartikel für zu Hause sind wichtig?
- Gesunde Schlafumgebung: Wie sollten Babys schlafen?
- Ab welchem Alter sind Hochbetten zu empfehlen?
- Welchen Gitterabstand sollten Kinderbetten aufweisen?
- Lauflernhilfen, Gehfrei oder Babywalker: Sinnvolle Förderung oder Gefahr für Kinder?
- Wie lange dauert es, bis heiße Flüssigkeiten schwere Verbrühungen verursachen?
- Was sollte ich tun, wenn mein Kind Haushaltschemikalien verschluckt hat?
- Was sollte ich tun, wenn mein Kind Medikamente, Zigaretten oder andere gefährliche Substanzen verschluckt hat?
- Wie können wir unseren Gartenteich sicher machen?
- Wie passe ich den Fahrradhelm für mein Kind korrekt an?
- Wann sollte ein Kinderhelm durch einen neuen ersetzt werden?
- Wir reisen ins Ausland: worauf müssen wir achten?
- Ferien auf dem Bauernhof: Worauf müssen wir achten?
Häufig gestellte Fragen zum Thema Kindersicherheit in Heim und Freizeit
Gibt es Kinder, die gefährdeter sind als andere - sogenannte "Unfallkinder"?
Die Sicherheit von Kindern ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Aufgrund ihres körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklungsstandes geraten sie in einer von Erwachsenen für Erwachsene gemachten Umwelt immer wieder in Gefahr. Sie wollen ihre Umwelt und sich selbst erforschen. Ein Bewusstsein für Gefahren, die daraus entstehen, haben Kinder entwicklungsbedingt noch nicht bzw. nur begrenzt.
Nicht alle Kinder sind gleichermaßen gefährdet. In 58 % der Fälle erleiden Jungen Unfälle, Mädchen sind mit 42 % seltener beteiligt. Über die Geschlechtergrenzen hinweg gibt es darüber hinaus eine Reihe von Faktoren, die das Unfallrisiko erhöhen:
Konzentrationsschwäche,
motorische Unruhe, Ungeschicklichkeit und Impulsivität begünstigen
Unfälle. Der „Zappelphilipp“ ist
also mehr gefährdet als ein ausgeglichenes Kind.
Immer mehr Kindern mangelt es heute an Bewegungssicherheit - vor
allem, weil sie sich zu wenig bewegen. Das städtische Lebensumfeld
und der Familienalltag bieten vielen Kindern zu wenig Raum für
Bewegungserfahrungen. Ungelenke Kinder, d.h. Kinder mit sogenannten
motorischen Defiziten, haben ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko
- zu Hause, beim Sport und im Straßenverkehr.
Kleine „Draufgänger“ leben gefährlicher
als ihre Altersgenossen. Aber auch Tagträumer und Kinder in
belasteten Situationen, z.B. bei Problemen in der Familie, sind
häufiger von Unfällen betroffen.
Sicherheit von Kindern ist nicht zuletzt eine soziale Frage. Kinder,
die in sozial benachteiligten Verhältnissen aufwachsen - in
Deutschland häufig ausländische Kinder - haben ein deutlich
höheres Risiko, einen Unfall zu erleiden.
Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten wie ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom)
und hyperaktive Kinder sind ebenfalls wesentlich häufiger
von Unfällern betroffen.
