Gewaltprävention im Setting Kindertagesstätte

Logo PKVProjekttitel: "Maßnahmenentwicklung zur Förderung der Gewaltprävention im Setting Kindertagesstätte”

Projektförderer: Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV)

Projektlaufzeit: März 2020 – Februar 2022

 

Hintergrund

Im Kinderalltag spielt die Kita häufig eine prägende Rolle. Diese soll Kindern einen sicheren Raum bieten, sich gut zu entfalten und individuell und entwicklungsgerecht begleitet zu werden. Kinder können dort zahlreiche Lebenskompetenzen erwerben und gerade im Miteinander grundlegende Erfahrungen im Umgang mit den eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer sammeln. Durch die Bundesrahmenempfehlung zum Präventionsgesetz wird das Setting Kindertagesstätte zu einem Dreh- und Angelpunkt von Prävention und Gesundheitsförderung. Je früher solche Maßnahmen im Leben eines Menschen beginnen, desto wirksamer sind sie für das spätere Leben. Auch bei der Gewaltprävention spielt die Kindertagesstätte eine wichtige Rolle, denn hier werden Grundlagen für einen sozialkompetenten Umgang mit Emotionen und Aggressionen geschaffen. Ebenso zeigt sich, dass in der Kindheit häufig bereits die Grundsteine für aggressives und gewalttätiges Verhalten gelegt werden. Geschulte pädagogische Fachkräfte können zudem die Entwicklung sozialer Kompetenzen fördern und gleichzeitig dazu beitragen, dass Gewalthandlungen im Vorfeld bereits vermieden oder frühzeitig entdeckt und Kinder besser davor geschützt werden können.

Die Kindertagesstätte eignet sich auch besonders zur Ansprache benachteiligter Zielgruppen und zur Inklusion aller Kinder und Familien. Durch die Betreuungssituation können Kinder und deren Eltern in belasteten Lebenslagen, in Armut oder mit geringen deutschen Sprachkenntnissen erreicht werden.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist das Thema Gewalt und Gewaltprävention in Kindertagesstätten jedoch kaum beleuchtet. Es gibt keine Verlaufsstatistiken gewaltbedingter Vorfälle in Kitas. Es existieren einige entwicklungsorientierte Präventionsprogramme, deren Wirksamkeit jedoch mit unterschiedlicher wissenschaftlicher Aussagekraft nachgewiesen ist. Über Fehlverhalten und Gewalt, die von Seiten der Fachkräfte ausgehen, ist nur wenig bekannt. Außerdem fehlt es bisher an einem Überblick über vorhandene Maßnahmen, Akteure sowie der Verbreitung der Maßnahmen.

Ziele des Projekts

Vor diesem Hintergrund haben die BAG und die PKV das Projekt „Maßnahmenentwicklung zur Förderung der Gewaltprävention im Setting Kindertagesstätte“ entwickelt. Mit dem Projekt soll zum einen untersucht werden, welche Maßnahmen zur Vorbeugung von Gewalt es bereits im Setting Kindertagesstätte in Deutschland gibt. Zum anderen soll herausgefunden werden, welche Lücken sich auftun und welche Maßnahmen nötig sind, um diese Lücken zu schließen.Ziel des Projektes ist es, konkrete Maßnahmen zur Gewaltprävention zu entwickeln, die nachhaltig in Kitas verankert werden können.

Zur Entwicklung von Maßnahmen sind folgende Projektschritte geplant: Zunächst wird ein wissenschaftlicher Bericht erstellt, der möglichst vollständig die aktuelle Lage zu bereits bestehenden Maßnahmen und Angeboten im Themengebiet Gewaltprävention in Kindertagesstätten zusammenfasst. In einem nächsten Schritt wird eine Umfrage von Leitungspersonen von Kindertagesstätten durchgeführt. Die Leitungspersonen werden nach ihren Bedarfen zu gewaltpräventiven Maßnahmen befragt. Im dritten Entwicklungsschritt werden die Ergebnisse aus den ersten beiden Schritten zusammengeführt. Ziel ist es, Handlungsfelder festzulegen und ein konkretes Maßnahmenpaket zu entwickeln.

Projektbegleitend wird ein Expertinnen- und Expertengremium gebildet, das aus Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft und Praxis besteht. Die Empfehlungen des Gremiums fließen kontinuierlich in das Projekt ein.