21.12.2017

2017 - 03 - Newsletter

2017 - 03 - Newsletter

Mit der anstehenden Weihnachtszeit endet ein arbeits- und ereignisreiches Jahr für die BAG. Wir bedanken uns bei allen Unterstützern, Projektpartnern, Mitgliedern und an der Kindersicherheit Interessierten und freuen uns mit Ihnen auf das Jahr 2018.

Der Newsletter Kindersicherheit zum Herunterladen als PDF

1. Der neue Geschäftsführer der BAG Andreas Kalbitz stellt sich vor

Gerne möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich zu Beginn dieses Newsletters bei Ihnen vorzustellen. Mein Name ist Andreas Kalbitz und ich bin seit Anfang November als neuer Geschäftsführer bei der BAG tätig. Ich freue mich auf die vielseitigen Aufgaben in einem vielseitigen Verein.

Kurz zu meiner Person: Nach meinem Studium der Soziologie in Mainz und Hamburg sowie einem Abstecher in die Marktforschung war ich zwischen 2008 und 2014 beim Bundesverband des Deutschen Kinderschutzbundes und anschließend bei der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe in Berlin tätig. Dabei beschäftigte ich mich mit Fragen der Familien-, Kinder- und Jugendpolitik. Beim Deutschen Kinderschutzbund unterstützte ich darüber hinaus die Kommunikation und das Fundraising des Vereins und war für die Ansprache von Unternehmen, die Projektentwicklung und Organisation von Maßnahmen zuständig. Seit dem Jahr 2014 war ich dann als stellvertretender Referatsleiter und Projektleiter in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln für die Konzeptentwicklung, die Umsetzung und das Management von Programmen der Suchtprävention verantwortlich.

Fragen des kindlichen Wohlergehens und die Vermittlung gesundheitsrelevanter Themen stehen im Mittelpunkt meiner bisherigen Erwerbsbiographie. Die BAG verbindet diese beiden Punkte und ist gerade deshalb für mich besonders spannend. Denn zum einen geht es um die Sensibilisierung verschiedener Zielgruppen wie die breite Öffentlichkeit, die Medien, Erzieherinnen und Erzieher oder Eltern für Unfallgefahren. Zum anderen steht hierbei das gesunde Aufwachsen von Kindern im Fokus.

Ich freue mich sehr auf die gemeinsame Arbeit mit dem Vorstand der BAG, dem Team der Geschäftsstelle, unseren Mitgliedern, Unterstützern und Partnern, um das Thema Kindersicherheit noch bekannter zu machen sowie die Finanzierung der guten fachlichen Arbeit der BAG sicher zu stellen. Zudem bedanke ich mich bei Ihnen für Ihr Interesse an unserer Arbeit und wünsche Ihnen frohe Festtage und natürlich einen „Guten Rutsch“.

Ihr Andreas Kalbitz

2. Mitglied der BAG erhält DEKRA Award 2017

Erste Hilfe von Kindern für Kinder – diese Vision könnte bereits in wenigen Jahren Wirklichkeit in ganz Deutschland sein. Bereits 3.000 Kinder erhielten Grundkenntnisse in Erster Hilfe und wurden damit spielend zum Retter. Ausgebildet wurden diese jungen Ersthelferinnen und Ersthelfer von der Pflasterpass gGmbH, Mitglied der BAG und Gewinnerin des diesjährigen DEKRA Awards in der Kategorie Sicherheit zu Hause.

Pflasterpass setzt mit kindegerechter Unterweisung auf frühzeitige Erfahrung in der Erstversorgung. Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren werden an das Thema „Erste Hilfe für Kinder“ herangeführt. Nach dem Kurs sind die Kinder in der Lage, ihrer Entwicklungsstufe entsprechend in Notfallsituationen selbstbewusst und sicher zu reagieren. Doch die Vorteile und Effekte der Kurse, die sich überall organisieren lassen, reichen weiter: Die Kinder werden ganz allgemein sensibilisiert für die Gefahren des Alltags.

Zum 17. Mal wurde der DEKRA Award in den Kategorien Sicherheit bei der Arbeit, Sicherheit im Verkehr und Sicherheit zu Hause verliehen. Insgesamt 38 Unternehmen und Initiativen durften sich Hoffnungen auf den DEKRA Award 2017 in den drei ausgelobten Kategorien machen – so auch die BAG mit ihrem Plakat „Kindersicherheit in Flüchtlingsfamilien“. Das Plakat mit den eindringlichen und leicht verständlichen Bilderreihen macht auf die vier häufigsten Gefahren für kleine Kinder in Flüchtlingsunterkünften aufmerksam: den Sturz aus dem Fenster oder vom Etagenbett, Verbrühungen an Kochstellen durch heiße Flüssigkeiten und Vergiftungen durch Haushaltsreiniger.

Gemeinsam mit unserem Mitglied freut sich die BAG, dass das Thema Sicherheit von Kindern diese Auszeichnungen und Öffentlichkeit erhalten hat.

Weitere Informationen zum DEKRA Award: www.dekra-award.de

Weitere Informationen zu Pflasterpass: pflasterpass.de

Plakat „Kindersicherheit in Flüchtlingsfamilien in unserem Bestellservice: www.kindersicherheit.de/service/bestellservice.html

3. Neue Norm DIN EN 16948 setzt Standard für Schrank- und Schubladensicherungen

Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder. Dazu zählt das sichere Verwahren von gefährlichen und gesundheitsgefährdenden Produkten außerhalb der Reichweite von Kindern. Schrank und Schubladensicherungen helfen, Putz- und Reinigungsmittel, Medikamente sowie Farben und Lacke sicher zu lagern. Eltern verlassen sich darauf, dass Sicherheitsartikel für Kinder einen hohen Schutz bieten. Die DIN EN 16948 setzt dabei erstmals Maßstäbe für Schrank- und Schubladensicherungen.

Im Rahmen der Zertifizierung von Kindersicherheitsprodukten wurde im September 2017 eine neue Europäische Norm – die DIN EN 16948 – vom technischen Komitee CEN/TC 398 „Kindersicherheitsprodukte“ erarbeitet. Dabei wurden konkrete Sicherheitsanforderungen und Prüfmethoden für Verriegelungsvorrichtungen von Schrank- und Schubladensicherungen festgelegt, um Kleinkindern den Zugang zu verhindern.

Besondere Anforderungen bestehen für den Öffnungsmechanismus, die Langlebigkeit und Beständigkeit des Materials sowie den Öffnungsspalt der Kindersicherung. Um beispielsweise Kleinkindern das Öffnen der Sicherung unmöglich zu machen, darf sich diese nur lösen, wenn dafür mehrere Handlungsschritte, eine definierte Mindestkraft oder ein separates Werkzeug nötig sind. Das Material des Sicherheitsriegels muss mindestens 5.000 Öffnungen und Schließungen aushalten, ohne dass die Sicherheitsfunktion darunter leidet. Ebenso darf der Öffnungsspalt maximal nur 30 mm betragen, damit das Kind nicht mit der Hand durchgreifen kann.

Die ersten Produkte für Schrank- und Schubladensicherungen, die der DIN EN 16948 entsprechen, sind bereits im Handel. Sie bieten hohen Schutz und mehr Sicherheit für Kinder.

Weitere Informationen zu Sicherheitsartikeln finden Sie unter:

www.kindersicherheit.de/produktsicherheit/sicherheitsartikel.html

4. Aktualisierung der Qualitätskriterien der Online-Fachdatenbank www.kindersicherheit.bzga.de

Seit fast 15 Jahren bietet die Fachdatenbank „Prävention von Kinderunfällen“ unter www.kindersicherheit.bzga.de einen bundesweiten qualifizierten Überblick über Anbieter und Angebote im Bereich der Kinderunfallprävention in Deutschland. Seit 2015 gibt es ergänzend einen Medienpool mit fremdsprachigen Flyern, Postern, Filmen oder Broschüren für die Arbeit mit Familien mit Migrationshintergrund.

Aktuell beläuft sich der Datenbestand auf ca. 430 Anbieter mit über 770 Angeboten. Differenziert man die dokumentierten Medien und Maßnahmen nach Gefahrenorten, so finden sich dort 308 Angebote zu häuslichen Unfällen, 289 Angebote zu Unfällen in Betreuungs- und Bildungseinrichtungen, 445 Medien und Maßnahmen zu Unfällen im Straßenverkehr sowie 190 Angebote zu Unfällen im Sport- und übrigen Freizeitbereich.

Um die Qualität der in dem Portal zur Verfügung stehenden Informationen zu gewährleisten, haben wir mit unserem Kooperationspartner die Qualitätskriterien für die Aufnahmen von Angeboten in der Datenbank überarbeitet. In die Datenbank werden nur Informationen und Angebote aufgenommen, wenn

  • die inhaltlichen Informationen richtig sind und objektiven Prüfkriterien standhalten,
  • zentrale und hilfreiche Informationen zum Thema behandelt werden,
  • Transparenz hinsichtlich der Sponsoren besteht, keine vorrangige Produktwerbung enthalten ist,
  • sie nicht einseitig oder offensichtlich beeinflusst kommunizieren und
  • die Anbieter in den Bereichen Unfallprävention, Gesundheitsförderung, Kinderschutz, Verbraucherschutz, Sportbereich, Gerätesicherheit und angrenzenden Arbeitsfeldern tätig sind.

Damit die Datenbank ein effektives Nachschlagewerk und wirkungsvolles Vernetzungsinstrument bleibt, sind alle Anbieter aufgefordert, neue Angebote und Maßnahmen anhand der Qualitätskriterien zu erstellen.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter: www.kindersicherheit.bzga.de/service/

5. Aus anderen Verbänden: Bündnis gegen Schütteltrauma

Das Baby ist satt, die Windel ist frisch gewechselt und müde kann das Kleine nach dem Mittagsschlaf auch nicht sein. Trotzdem schreit es. Ärger, Machtlosigkeit und Überforderung von Müttern und Vätern können dazu führen, dass Säuglinge, die nicht aufhören zu weinen, geschüttelt werden.

Bis zu 200 Babys in Deutschland erleiden jedes Jahr schwere Hirnschädigung mit anhaltenden körperlichen und geistigen Behinderungen. Sogar der Tod eines Säuglings ist eine mögliche Folge des schweren Schütteltraumas.

Um über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern aufzuklären, haben sich insgesamt 23 Verbände, Vereine und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, dem Kinderschutz und der Kinder- und Jugendhilfe unter Leitung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) dem „Bündnis gegen Schütteltrauma” angeschlossen.

Wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zum Schütteltrauma ist, zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung des NZFH. Nur 79 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass man Babys niemals schütteln darf. 24 Prozent der Befragten meinen irrtümlicherweise, dass Schütteln einem Baby nicht schade. Besonders das Wissen über frühkindliche Schreiphasen, die als Hauptauslöser für das Schütteln von Säuglingen gelten, ist in der Bevölkerung gering: 2/3 der Befragten wissen nicht, dass es intensive Schreiphasen im Säuglingsalter geben kann. 18 Prozent der Befragten glauben sogar, dass Babys manchmal nur schreien, um die Mitmenschen zu ärgern. Diese Daten legen den Informationsbedarf offen und zeigen wie wichtig es ist, dass Eltern von Babys frühzeitig wissen, wo sie Unterstützung finden können.

Wichtige Anlaufstellen sind die niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzte, Frühe Hilfen in den Kommunen sowie (Familien-)Hebammen. Aber auch Wohlfahrtsverbände, Vereine und Kinderkliniken bieten spezielle Beratungsangebote für Säuglinge mit Regulationsproblemen an.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.elternsein.info

6. Spenden Sie Sicherheit

Unfälle sind das Gesundheitsrisiko Nummer eins in Deutschland. Jährlich verletzen sich etwa 200.000 Kinder so schwer, dass sie stationär behandelt werden müssen. Kinderunfälle haben schwerwiegende körperliche, psychische und soziale Folgen. Nach Expertenschätzungen sind mehr als 60 % der Unfälle vermeidbar.

Als BAG setzen wir uns dafür ein, das Thema „Kinderunfälle“ ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Wir verfolgen das Ziel, die hohe Zahl von unfallbedingten Verletzungen von Kindern zu reduzieren indem wir Kompetenz bei Kindern, Eltern und allen, die mit Kindern arbeiten, fördern. Projekte zu Themen wie Produktsicherheit, Vergiftungen und die Sicherheit in Kindertagesstätten finanzieren wir mit Projektmitteln von öffentlichen und privaten Projektpartnern. Mit Ihrer Spende stärken Sie die BAG in ihrem Bemühen, sich weiterhin als Lobby gegen Kinderunfälle stark zu machen und sich im politischen Raum Gehör zu verschaffen.

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie uns, den Service für Mitglieder, Kooperationspartner, Fachleute sowie für Verbraucherinnen und Verbraucher weiter auszubauen. Mit Ihrer Spende leisten Sie einen Beitrag für mehr Sicherheit für Kinder.

Spenden Sie einfach und unkompliziert über:

www.kindersicherheit.de/ueber-die-bag/spenden-sie-jetzt.html

oder an unser Spendenkonto mit dem Betreff „Weihnachtsspende 2017“

BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

IBAN DE86 3705 0198 0033 3042 05

BIC COLSDE33

Wir wünschen Ihnen frohe Festtage, Zeit für Entspannung und alles Gute für das neue Jahr!