28.04.2017

2017 - 01 - Newsletter

2017 - 01 - Newsletter

„Für Kinder nur das Beste!“. Wünschen sich das nicht alle Eltern? Wir haben dies als Motto für den diesjährigen Kindersicherheitstag mit dem Schwerpunkt Sicherheit von Produkten gewählt. Gemeinsam mit dem TÜV Rheinland werden wir im Rahmen der Auftaktpressekonferenz in den Prüflaboren des TÜV die Prüfung von typischen Kinderprodukten begleiten. Als Anlaufstelle für Verbraucherfragen kümmern wir uns um mehr Sicherheit für Kinder. Weiterhin informieren wir in dieser Ausgabe über unsere Fortbildungen, die Gefahren durch Hochspannungsleitungen auf dem Bahngelände und bitten Sie um Ihre Mithilfe bei einer für uns interessanten Online-Umfrage der Sporthochschule Köln: „Wie erlernen Kinder heute das Fahrradfahren?“ 

Unseren Newsletter zum Download erhalten Sie hier.

1. Kindersicherheitstag 2017: „Für Kinder nur das Beste!“
© Martinan - Fotolia.com

Der diesjährige bundesweite Kindersicherheitstag am 10. Juni steht unter dem Motto „Für Kinder nur das Beste!“ und stellt die Sicherheit von Produkten in den Mittelpunkt.

Der richtige Umgang mit den täglichen Dingen des Lebens sowie das Erkennen von sicheren und unsicheren Kinderspielzeugen stehen im Fokus des Aktionstages. Der Kindersicherheitstag 2017 wird zusammen mit dem TÜV Rheinland veranstaltet.

Den Auftakt zum Kindersicherheitstag bildet eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem TÜV Rheinland am 08.06.2017 in Nürnberg. Pressevertreter bekommen die Möglichkeit, die Untersuchungslabore, in denen typische Kinderprodukte, also z.B. Spielzeug, Kindermöbel, Sportartikel oder Fahrräder auf ihre Sicherheit getestet werden, zu besichtigen.

Das Poster zum Kindersicherheitstag ist ab sofort auf unserer Homepage abrufbar. Weiterhin finden Sie dort ab Juni Daten und Fakten sowie Informationsmaterial zum Thema Produktsicherheit.

Alle wichtigen Informationen zum Kindersicherheitstag und zum Thema sind zu finden unter http://www.kindersicherheit.de/veranstaltungen/kindersicherheitstag.html

2. Alkoholische Getränke in niedlicher Kinderverpackung
Designed by Freepik

Bei der BAG ist die Anfrage besorgter Eltern eingegangen, die beim Einkaufen auf einen Likör mit einem Alkoholgehalt von 15% aufmerksam geworden sind, der in rosa oder hellblauer Flasche mit niedlichen Kindermotiven dekoriert, verkauft wird.

Die Flaschen sehen sehr attraktiv aus und sprechen auch aufgrund der Aufmachung Kinder besonders an. Wir sind daher der Frage nachgegangen, ob alkoholische Getränke in solchen Flaschen überhaupt verkauft werden dürfen und haben beim Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA) nachgefragt.

Das Ministerium hat die Anfrage der BAG zum Anlass genommen, den Deutschen Werberat um Prüfung zu bitten. Hier die Antwort des Referats AIDS, Sucht und Drogen des Landesministeriums:

Der Werberat „hat sich unverzüglich mit Ihrer Beschwerde befasst und das werbetreibende Unternehmen um eine Stellungnahme gebeten. Daraufhin hat das werbetreibende Unternehmen dem Werberat mitgeteilt, dass es nicht der Ansicht sei, dass die Werbung gezielt Kinder und Jugendliche anspräche, da Einhörner und Regenbogen mittlerweile in allen Altersgruppen in der Werbung eingesetzt würden. Da dem Unternehmen die Einhaltung von gesetzlichen und sozialen Normen des Jugendschutzes jedoch ein großes Anliegen sei, werde es bei künftigen Anzeigen einen Texthinweis verwenden, der darauf hinweisen soll, dass es sich bei den Likören um alkoholhaltige Getränke handelt und dass sich das Angebot nur an Erwachsene richtet. Darüber hinaus solle bei Printanzeigen auf eine vom Logo/Label losgelöste Darstellung des Einhorns künftig verzichtet werden. Da der Deutsche Werberat entsprechend seiner Verfahrensordnung Beschwerden über eine Werbemaßnahme nicht weiter verfolgt, wenn das werbetreibende Unternehmen sich bereit erklärt hat, die Werbung zu ändern, sieht der Werberat die Angelegenheit als erledigt an. Darüber hinaus hat sich das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW mit der Beschwerde unter jugendschutzrechtlichen Aspekten befasst und kommt zu folgender Einschätzung: Die Abgabe von Alkohol und alkoholhaltigen Getränken ist in § 9 Jugendschutzgesetz (JuSchG) umfassend geregelt. Danach dürfen branntweinhaltige Getränke an Kinder und Jugendliche in Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit nicht abgegeben werden; noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden. Der Verkauf und der Konsum des Einhorn- Likörs sind damit in der Öffentlichkeit für Kinder und Jugendliche verboten. Im privaten Bereich haben die Eltern/Erziehungsberechtigten dafür Sorge zu tragen, dass Kinder und Jugendliche nicht bzw. nicht unangemessen Alkohol konsumieren. Es ist aus Gründen des Jugendschutzes nicht gesetzlich geregelt, wie alkoholische Produkte aufgemacht sein müssen. So gibt es keine Vorgaben zur Produktgestaltung vorbehaltlich der gesetzlichen Lebensmittelkennzeichnung. Daraus folgt, dass Hersteller alkoholischer Getränke im Hinblick auf den Jugendschutz grundsätzlich frei darin sind, wie sie ihre Produkte gestalterisch aufmachen. Im Segment alkoholischer Getränke ist es nicht unüblich, Getränke mit comicartigen Figuren zu versehen, gerade für sog. Partygetränke und/oder Trendgetränke. Dass durch die konkrete Produktaufmachung oder allein durch die pastell-bunte Farbe des Einhorn-Likörs gerade auch Kinder und Jugendliche auf das Getränk aufmerksam werden, macht die Produktaufmachung als solche nicht unzulässig. Es liegt im Verantwortungsbereich der Erwachsenen und insbesondere der Gewerbetreibenden als Adressaten des Jugendschutzgesetzes, zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche derartige Liköre öffentlich kaufen und konsumieren. Die Produktaufmachung des Einhorn-Likörs mag zwar auch für Kinder und Jugendliche anziehend sein, fordert aber nicht ausdrücklich Kinder und Jugendliche auf, den Einhorn-Likör zu konsumieren. Vor diesem Hintergrund ist aus jugendschutzrechtlicher Sicht keine belastbare Rechtsgrundlage für ein ordnungsrechtliches Einschreiten gegen die Produktaufmachung des Einhorn-Likörs zu begründen.“

Damit sind alle zuständigen Stellen ihrer Verpflichtung nachgekommen und haben das in ihrem Zuständigkeitsbereich Mögliche getan.

Aus Sicht der BAG ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend. Durch die Aufmachung könnten sich Kinder von dem Produkt angezogen fühlen und versehentlich stark alkoholische Getränke verzehren. Die Verantwortung bleibt letztendlich bei den Eltern.

Es zeigt einmal mehr, wie wichtig der verantwortliche und vorausschauende Umgang mit Produkten – hier aus dem Lebensmittelsektor – in Haushalten mit Kindern ist.

3. Kindertagespflege: Fortbildung Kinderunfälle und Kompetenzorientierung: Train-the-Trainer-Seminar für Referentinnen und Referenten in der Kindertagespflege

In Kooperation mit der Unfallkasse NRW lädt die BAG Referentinnen und Referenten, die in der Qualifizierung von Tagespflegepersonen zum Thema Kindersicherheit und Unfallverhütung tätig sind und/oder sein möchten, zu einem Train-the-Trainer-Seminar ein.

Für das Thema Unfallverhütung und Kindersicherheit mit allen seinen Dimensionen in der Kindertagespflege nach dem QHB bietet die BAG das Train-the-Trainer-Seminar „Kindersicherheit und Unfallverhütung in der Qualifizierung von Tagespflegepersonen in NRW“ an.

Hintergrund ist, dass das Deutsche Jugendinstitut das neue kompetenzorientierte Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege (QHB) entwickelt hat, welches das bisherige DJI-Curriculum langfristig ablösen wird. Neu ist die Erweiterung auf 300 Unterrichtseinheiten und die kompetenzorientierte Ausrichtung der Qualifizierung. Dadurch werden die Referentinnen und Referenten der Qualifizierungsmaßnahme gefordert, neue Unterrichtskonzepte und -methoden einzusetzen.

Ziel des Train-the-Trainer-Seminars ist, durch gut geschulte Referentinnen und Referenten die Module mit Bezug zur Kindersicherheit und Unfallverhütung aufzuwerten und damit einen Beitrag für mehr Sicherheit in der Kindertagespflege zu leisten. Gleichzeitig wird angestrebt, die Teilnehmenden der Fortbildung in einen Referenten-/Referentinnenpool aufzunehmen, um Anfragen an von uns qualifizierte Referentinnen und Referenten weiterleiten zu können.

Das nächste Train-the-Trainer-Seminar findet am 24. und 25. November 2017 in Bochum statt.

Die Kosten für das Seminar, die Unterkunft und Verpflegung betragen 45,00 EUR pro Person. Die Unfallkasse NRW fördert das Seminar im Rahmen eines Projektes. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Vorerfahrungen in der Erwachsenenbildung werden für die Teilnahme vorausgesetzt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Teilnahmebescheinigung. Ein weiteres Seminar wird im April 2018 in Neuss stattfinden.

Nähere Informationen zu dem Train-the-Trainer-Seminar sowie die Anmeldeunterlagen erhalten Sie unter http://www.kindersicherheit.de/veranstaltungen/fortbildungen.html

4. Bahnanlagen sind keine Spielplatz
© Bundespolizei

Diese Nachrichten sind regelmäßig in Zeitungen zu lesen: Kinder gelangen auf das Betriebsgelände eines Bahnhofs, klettern auf einen abgestellten Eisenbahnwaggon und erleiden einen lebensbedrohlichen Unfall.

Erst diesen Monat ist dies wieder in Neuss passiert. Dabei kam der ältere Junge einer Stromleitung zu nahe, erhielt einen starken Schlag und stürzte von dem Waggon. Sein siebenjährige Freund fiel ebenfalls von dem Zug und erlitt einen Schock. Doch was passiert dort? Die Kinder sind eigentlich zu klein, um an die Starkstromleitung zu gelangen.

Tatsächlich werden die Kinder von einem Lichtbogen erfasst. Ein mehrere tausend Grad heißer Lichtbogen kann entstehen, wenn der Stromkreis zwischen einer Bahn-Oberleitung und einem Menschen geschlossen wird. Dabei kann der Strom über einem Abstand von eineinhalb Metern auf den Menschen überspringen. Um einen lebensgefährlichen Stromschlag zu erleiden, muss das Opfer die 15 000-Volt-Leitung also nicht einmal berühren. Der Stromleitung zu nahe zu kommen. zum Beispiel wenn das Kind auf einem Waggon oder einer Lok steht, reicht für einen lebensbedrohlichen Stromschlag aus. Die Folgen sind schwerste Verbrennungen oder gar das komplette Organversagen.

Auf Züge zu klettern ist immer lebensgefährlich, weil man den Oberleitungen zu nahe kommen kann. Das ist eine Gefahr, die Kinder nicht von sich aus abschätzen und wissen können.“ sagt Inke Ruhe von der BAG Mehr Sicherheit für Kinder. Eltern und alle die mit Kindern leben und arbeiten sollten mit ihren Kindern darüber sprechen und ihnen raten, sich grundsätzlich von Bahngleisen, Masten und dem Bahngelände fern zu halten.

Weitere Informationen finden Sie im Flyer der Bundespolizei: „Bahnanlagen sind keine Spielplätze“

5. Online-Umfrage: „Wie erlernen Kinder heute das Fahrrad fahren?"

Die Unsicherheit bei jungen Eltern ist groß, was wirklich notwendig ist, damit ein Kind schnell und sicher das Fahrradfahren erlernt. Dass es ausschließlich auf Erfahrungen beruhende Ratgeber gibt, aber keine wissenschaftliche Untersuchung zu diesem Thema, brachte Julian Elfers vom Institut für Natursport und Ökologie an der Deutschen Sporthochschule Köln zu seinem Forschungsfrage: „Wie erlernen Kinder heute das Fahrrad fahren?"

In seiner Bachelorarbeit untersucht er den optimalen Lernweg des Fahrradfahrens. Welche Rollgeräte werden in der frühen Kindheit eingesetzt, wie lange werden diese benutzt und ab welchem Alter kann das Kind eigenständig mit dem Fahrrad fahren. Zudem sind die Einstellung der Eltern gegenüber dem Fahrrad fahren, sowie die Rahmenbedingungen, welche das Kind zum Lernen vorfindet, Untersuchungsgegenstand seiner Arbeit.

Wichtige Voraussetzung für die Teilnahme an der Umfrage ist, dass Sie mindestens ein eigenes Kind haben, welches das Fahrrad fahren bereits erlernt hat und nicht älter als 8 Jahre ist. Leisten auch Sie einen Beitrag für die Wissenschaft und füllen den Online-Fragebogen bis zum 14.05.2017 aus.

Zur Umfrage: https://ww2.unipark.de/uc/Projekt_Fahrrad_Kleinkind/1619/