30.11.2015

2015 - 03 - Newsletter

Ein ereignisreiches Jahr mit neuen Erfahrungen und Herausforderungen geht dem Ende zu. Wir wünschen Ihnen erholsame und kreative Atempausen in der Adventszeit.

Wenn das Jahr zur Neige geht, blickt man schon mit Spannung und Plänen ins Neue Jahr. 

Für 2016 versprechen wir Ihnen dafür zu sorgen, dass Kinderunfallprävention nie langweilig wird. Das bringen wir auch mit dem Motto für den Kindersicherheitstag 2016 zum Ausdruck, das wir Ihnen heute schon verraten möchten: „Kindersicherheit ist bunt“. Unter dieser sehr offenen Überschrift möchten wir den Raum für vielfältige regionale Aktionen öffnen: Die Ansprache zahlreicher Unfallarten, Kooperationen und Zielgruppen ist darunter möglich. Und nicht zuletzt sind die Themen Inklusion und Integration eingeschlossen. 

Wir freuen uns, wenn viele Partner mitmachen!

Unseren Newsletter zum Download erhalten Sie hier.

1. Fachtagung "Kinderunfallprävention Online" am 26.01.2016 in Berlin

Gibt es überhaupt sinnvolle Informationen zur Kinderunfallprävention im Internet? Wie informieren sich junge Mütter und Väter heute und morgen? Und wie schaffen es Fachpersonen und Institutionen auf neue Trends zu reagieren?

Zu diesen und vielen weiteren Fragen rund um das Thema Online-Kommunikation führt die BAG Mehr Sicherheit für Kinder die Fachtagung „Kinderunfallprävention Online“ durch, die am 26.01.2016 in der Charité Universitätsmedizin Berlin stattfindet. 

Junge Familien, eine der wichtigsten Zielgruppen für eine wirksame Unfallprävention, kommunizieren heute gänzlich anders als noch vor zehn Jahren – mit Neuen Medien, die sich rasant entwickeln. Die Fachtagung will aufzeigen, wie digitale Medien zur Stärkung der Kinderunfallprävention genutzt werden können. Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Alltagstauglichkeit ebenso wie Qualitätsanforderungen sollen diskutiert werden. 

Die Tagung richtet sich an Fachpersonen aus den Bereichen Gesundheitswesen, Jugendhilfe, Frühe Bildung, Kommunikation und Medienpädagogik.

Für die Teilnahme an der Tagung wird ein Kostenbeitrag von € 40 pro Person erhoben. Darin enthalten sind Pausengetränke und ein Mittagsimbiss.

Wenn Sie interessiert sind, freuen wir uns über Ihre Teilnahme und auf ein Wiedersehen in Berlin.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung unter: http://www.kindersicherheit.de/fachtagungen.html

2. Tag des brandverletzten Kindes: Achtung heiß! - Erzähl uns deine Geschichte!

Jedes Jahr müssen allein in Deutschland mehr als 30.000 Kinder unter 15 Jahren mit Verbrennungen und Verbrühungen ärztlich versorgt werden, ca. 6.000 Kinder verletzen sich so schwer, dass sie stationär behandelt werden müssen. 

Unter dem Motto „Verbrannt – verbrüht, was tun?“ findet am 7. Dezember der „Tag des brandverletzten Kindes“ statt. Die häufigste Unfallursache bei thermischen Verletzungen im Kindesalter sind Verbrühungen. Mehr als 70 % der Kinder sind zum Unfallzeitpunkt jünger als fünf Jahre. 

Die BAG beteiligt sich am Tag des brandverletzten Kindes mit einer Aktion für Kinder: „Achtung heiß! - Erzähle uns Deine Geschichte und schicke uns ein Bild“. Kinder werden durch diese Aktion angeregt, über ihre eigenen Erfahrungen mit Verbrühungen und Verbrennungen nachzudenken, diese aufzuschreiben und Bilder zum Thema "Achtung heiß" zu malen. Diese Berichte von Kindern werden von uns in unserer Kinderecke gesammelt und gezeigt. Das schönste Bild wird eine Woche lang auf der Hauptseite der BAG zu sehen sein. 

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.kindersicherheit.de/kinderecke/startseite.html

3. Unfallschutz für Flüchtlingsfamilien

Erst im September ist ein zweijähriger Junge in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge bei einem Sturz aus dem Fenster tödlich verunglückt. Er war über einen Stuhl auf das Fensterbrett geklettert und ist beim Hinausschauen aus dem geöffneten Fenster in die Tiefe gestürzt. Auch von weniger dramatischen Unfällen in Flüchtlingswohnheimen haben wir gehört: z.B. von Stürzen aus dem Etagenbett und Verbrühungen mit heißen Flüssigkeiten. Unnötige Unfälle, die aber typisch für beengte Wohnverhältnisse sind - und die sich vermeiden lassen!

Das Thema Flüchtlinge hat in diesem Jahr in der öffentlichen Diskussion viel Raum eingenommen. Und auch für die Akteure im Bereich der Unfallverhütung ist es ein wichtiges Thema geworden. Die Menschen leben in beengten, oftmals provisorisch eingerichteten Verhältnissen. Schon dies ist ein Risiko für Unfälle. Aber auch die psychische und physische Belastung der Flucht und die traumatischen Erlebnisse sind Risikofaktoren für die Entstehung von Unfällen.

Aus diesem Grund entwickelt die BAG zurzeit mit Unterstützung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Aufklärungsmaterial zur Unfallverhütung für Flüchtlingsfamilien.

Mit der Fertigstellung des Materials ist im Frühjahr 2016 zu rechnen: http://www.kindersicherheit.de/projekte.html

4. Ein neues Zuhause für die Erlebnisausstellung „Riesenküche“

Die von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. entwickelte Erlebnisausstellung „Riesenküche“ wird nach einer siebenjährigen Tour in mehr als 30 Ausstellungsorten in ganz Deutschland nun bis auf Weiteres im Unfallpräventionszentrum Floriansdorf KiEZ Frauensee in Gräbendorf, Brandenburg zu sehen sein. Sie soll dort bei Veranstaltungen für Familien sowie bei Schulungen von Fachpersonen eingesetzt werden. 

Das KiEZ Frauensee ist ein idealer Standort, weil es im Einzugsgebiet von Berlin Tausende Mütter und Väter erreicht. Die Besucherinnen und Besucher können in der Riesenküche die Welt mit Kinderaugen wahrnehmen: Aus der ungewohnten Perspektive eines 18 Monate alten Kindes können sie nach­empfinden, welchen Gefahren kleine Kinder im Haushalt tagtäglich ausgesetzt sind. Vom überdimensionalen Herd mit rotglühenden Herdplatten bis zum Chemikalienschrank mit giftigen Haushaltsmitteln sind alle typischen Unfallquellen hautnah zu erleben. Und auch Präventionstipps werden vor Ort gegeben mit Hinweisen, welche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz kleiner Kinder in der Küche erforderlich sind.

Die Zusammenarbeit von BAG und KiEZ Frauensee baut auf einer festen gemeinsamen Basis auf: der ganzheitlichen, altersspezifischen und aktiven Unfallprävention für Kinder. Bei einem gemeinsamen Treffen im November 2015 vereinbarten beide Kooperationspartner, zukünftig weitere Projektideen zu verwirklichen. Diese werden im Schulungs- und Vernetzungsbereich liegen.

Näheres zur Arbeit des Floriansdorfes KiEZ Frauensee und zum dortigen Einsatz der Riesenküche finden Sie unter: www.floriansdorf-kiez-frauensee.de

5. Sicheres Spielzeug - Neue Hotline berät zu sicherem Spielzeug und nimmt Meldungen entgegen

Was ist, wenn ein Spielzeug Defekte aufweist oder Sie nicht sicher sind, ob es vielleicht eine Gefahr für Kinder darstellt? Bei Unsicherheit und Unklarheit helfen Ihnen die Expertinnen und Experten der Spielzeughotline NRW.

Zu Beginn der großen Weihnachtseinkäufe wird empfohlen, bei der Auswahl von Spielzeug auf die Sicherheit und Schadstofffreiheit der Produkte zu achten: Wer Sorge hat, dass ein Spielzeug unsicher oder schadstoffbelastet sein könnte, kann bei der Hotline des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS) NRW nachfragen und sich informieren. 

Die Hotline ist unter der Telefonnummer 0211/837-1924 von Montag bis Freitag von 8.00 – 18.00 Uhr erreichbar und kann bis zum 31. Dezember 2015 angerufen werden.

Spielzeug, das auf den Markt gebracht wird, muss allen geltenden Sicherheitsanforderungen entsprechen und darf die Gesundheit nicht gefährden. Hersteller, Importeure und Händler haben die Pflicht und Verantwortung, die Sicherheit ihrer Produkte zu gewährleisten. Leider ist dies aber nicht immer der Fall. Daher müssen Verbraucher kritisch sein und können sich bei Fragen oder Unsicherheit an die Hotline wenden.

Auch wenn die Spielzeughotline ein Service eines Landesministeriums NRW ist, werden Anrufe aus dem ganzen Bundesgebiet entgegen genommen und die Informationen mit den entsprechenden Länderbehörden geteilt. Zudem übernimmt die Hotline des MAIS NRW bei begründetem Verdacht auf nicht sicheres oder gesundheitsgefährdendes Spielzeug, Meldung an die zuständigen Stellen zu machen.

6. BAG unterstützt die Initiative "Caps weg von Kindern"

Flüssigwaschmittel-Kapseln sogenannte „liquid caps“ sind einzelportionierte Gelkissen in löslicher Folie. Die lösliche Folie dieser Gelkapseln ist meist aus Polyvinylalkohol. Sie sind wasserfrei und enthalten eine hohe Konzentration an Tensiden, gelöst z.B. in Propylenglykol und Alkohol, außerdem Enzyme, Phosphonate, Duft- und Farbstoffe.

Auch in Deutschland erfreuen sich Flüssigwaschmittel-Kapseln - die in vielen Farben und Formen erhältlich sind - seit 2012 wachsender Popularität. Gleichzeitig häufen sich die Anrufe besorgter Eltern in den nationalen Giftinformationszentren wegen Unfällen mit Flüssigwaschmittel-Kapseln. Allein in Deutschland wurden in den letzten Jahren 483 Vergiftungsunfälle mit Flüssigwaschmittel-Kapseln dokumentiert. In etwa 95 Prozent der Fälle waren Kinder betroffen, wovon etwa 80 Prozent das Flüssigwaschmittel über den Mund aufnahmen.

Um auf die Gefahr durch Flüssigwaschmittel-Kapseln hinzuweisen und Aufklärungsarbeit zu leisten, unterstützt die BAG die Initiative "Caps weg von Kindern". Es handelt sich um eine europaweite Initiative der Waschmittelindustrie zur sicheren Anwendung von Flüssigwaschmittel-Kapseln. 

Haushaltschemikalien sollten generell nur an Orten aufbewahrt werden, die für kleine Kinder unzugänglich sind. Verpackungen und Verschlüsse oder Aufbewahrungsboxen sollten sofort nach Entnahme der Flüssigwaschmittel-Kapseln wieder geschlossen und an einen sicheren Ort zurück gestellt werden. In Haushalten mit kleinen Kindern haben stark reizende oder hochkonzentrierte Produkte nichts verloren. Eine weniger aggressive Alternative ist stets die bessere Wahl. 

Schließlich sollten Erwachsene vermeiden, Mittel aus Flaschen und Packungen in andere Behältnisse umzufüllen, da dabei immer eine hohe Verwechslungsgefahr besteht. Unerlässlich bleibt die Aufsicht. Denn: Wer kleine Kinder stets im Blick behält, kann die überwiegende Zahl der Unfälle von vorneherein verhindern. 

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.keepcapsfromkids.eu/de