24.09.2015

2015 - 02 - Newsletter

Nach einem in jeder Hinsicht schönen Sommer mit einem gelungenen nationalen Kindersicherheitstag zum Thema „Kinder und Tiere. Sicher geht das!“ startet die BAG nun in einen ereignisreichen Herbst. Über neue Projekte, Kooperationen und Ereignisse berichten wir im folgenden Newsletter.

Noch eins vorweg: Die Flüchtlingsthematik hat auch die BAG erreicht. Unsere erste Maßnahme war eine Bilderbuch-Aktion für Flüchtlingskinder mit dem Schwerpunkt Vergiftungsunfälle. Alle Helferinnen und Helfer, die mit Flüchtlingsfamilien arbeiten, konnten kostenlos unsere Bilderbücher „Mit Tomi und Mila dem Gift auf der Spur“ in arabisch-deutscher Sprache bestellen. Nach bereits sechs Tagen waren alle Bilderbücher vergriffen. 2000 Bilderbücher sind nun auf dem Weg zu den Kindern. Wir danken allen Helferinnen und Helfern für Ihr Interesse und Engagement.

Unseren Newsletter zum Download erhalten Sie hier.

1. Prevention Convention – BAG beteiligt sich an Safe Kids Worldwide Konferenz in Washington

Vom 29.-31.07.2015 fand in Washington D.C. die internationale Safe Kids Konferenz mit 800 Sicherheitsexpertinnen und –experten aus aller Welt statt. Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis, Gesundheitspolitik, Medien und einschlägigen Netzwerken trafen sich – nach U.S. Terminologie als „Safety Heroes“ –, um Ideen, Tatkraft und Gemeinschaftsgeist zum Wohl der Kinder einzubringen.

Allen gemeinsam ist das Ziel, dass Kinder sicher und gesund aufwachsen. Es wurde eine breite Themenpalette aufgegriffen, bei der es sowohl um spezifische Unfallarten, Risikogruppen und Interventionen als auch übergreifend um Kommunikation und Fundraising ging. Besonders herausragend waren neue Trends zur Elternansprache mit Hilfe von Social Media, Maßnahmen zur Sicherheit im Sport und die Verleihung eines Preises für herausragende regionale Programme, z.B. zur Sicherheit für autistische Kinder.

Die BAG Mehr Sicherheit für Kinder war mit einem Vortrag über die Kampagne „Planschen. Baden. Schwimmen. Sicher geht das!“ vertreten. Diese Initiative wurde beim Kindersicherheitstag 2014 gestartet und zeigt immer noch positive Effekte, z.B. das Programm „Schwimmen für alle“ der Deutschen Kinderhilfe e.V. Weiterhin präsentierte die BAG ein Poster zum Thema „Von Null auf sicher – Säuglinge als Risikogruppe für schwere Unfälle“. Das

internationale Publikum würdigte insbesondere, dass die Maßnahmen der BAG datenbasiert entwickelt und als breit angelegte Kooperationsprojekte durchgeführt werden.

Die BAG zieht aus der internationalen Zusammenkunft mit ähnlichen Organisationen das Fazit, dass neue Kommunikationsformen und -medien in Zukunft eine wichtige Rolle in der Unfallprävention spielen werden. Die Nutzung von Infografiken und Video-Clips scheint besonders effektiv zu sein. Im Vergleich zu anderen Nationen sind die Unterstützung durch öffentliche Mittel sowie das Spendenaufkommen in Deutschland relativ gering.

In Bezug auf die Sicherheit im Verkehr und auf die Produktsicherheit hat Deutschland eine Vorreiterrolle.

Die BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. ist als Safe Kids Germany für internationale Partner die deutsche Adresse für engagierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Feld der Kinderunfallprävention.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.safekids.org

2. Online-Umfrage zur Schulwegsicherheit

Wie kommt Ihr Kind morgens zur Schule?
Wie bewerten Sie die Verkehrssituation vor der Schule?
Haben Sie schon einmal eine gefährliche Situation oder einen Unfall auf dem Schulweg miterlebt?

Die BAG ruft Eltern von schulpflichtigen Kindern dazu auf, sieben Fragen zum Thema Schulwegsicherheit zu beantworten.

Wir möchten mit der "Online-Umfrage zur Schulwegsicherheit" herausfinden, welche Motive Eltern haben, ihr Kind zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto zur Schule zu bringen, wie sicher sie den Schulweg ihrer Kinder einschätzen und wo ihrer Meinung nach die Gefahren liegen. Zum Schluss der Umfrage interessieren uns noch die persönlichen Erfahrungen, die Eltern bzw. die Kinder auf dem Schulweg gemacht haben.

Die Umfrage läuft noch bis 30. Oktober 2015. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme!

Über die Ergebnisse informieren wir Sie auf unserer Homepage www.kindersicherheit.de.

3. Neues Online-Tool für die Kindertagespflege: Sicherheits-Checklisten individuell zusammenstellen

Tagespflegemütter und Tagespflegeväter betreuen Kleinkinder zumeist in den eigenen Räumlichkeiten. Damit vom Jugendamt eine Pflegeerlaubnis an die Tagespflegeperson erteilt werden kann, müssen die privaten Räumlichkeiten bestimmte Sicherheitsvoraussetzungen erfüllen, damit es nicht zu Unfällen und Verletzungen kommt. Während in institutionalisierten Betreuungseinrichtungen wie Kindertageseinrichtungen und Schulen schon beim Bau konkrete Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden müssen (z.B. niedriger Handlauf an Treppen), gelten diese strengen Maßstäbe nicht für Privatwohnungen von Tagespflegepersonen.

Jetzt gibt es für alle Akteure in der Kindertagespflege die Möglichkeit, sich selbst eine Checklistemit Sicherheitstipps für die Wohnung zusammenzustellen. Nach den eigenen Bedürfnissen und Schwerpunkten können sich alle, die für mehr Sicherheit in der Kindertagebetreuung verantwortlich sind, eine Checkliste erstellen. In dieser Liste sind dann nur die für den eigenen Zusammenhang wichtigen und relevanten Tipps zu finden - alle anderen Tipps bleiben außen vor.

Um sich eine solche Checkliste zusammenzustellen, werden die Nutzerinnen und Nutzer auf der Internetseite www.kindersicherheit.de in nur vier Schritten durch ein Menü geführt. Dabei können sie aus den angebotenen Tipps die wichtigen und relevanten markieren und in einen „Einkaufskorb“ schieben. Bevor aus den Tipps im Einkaufskorb eine fertige Checkliste entsteht, wird die Titelseite der Checkliste noch individuell gestaltet: Das eigene Logo und ein Begleittext können eingefügt werden. Erst dann wird die individuelle Checkliste automatisch erstellt, kann heruntergeladen, gespeichert und ausgedruckt werden.

Entwickelt wurde dieses System von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Es richtet sich an Jugendämter, Fachberatungen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für die Begutachtung der Räumlichkeiten in der Kindertagespflege.

Die individuelle Sicherheits-Checkliste erstellen Sie hier:

http://www.kindersicherheit.de/fachinformationen/sicherheits-checkliste.html

4. Aktuelle Angebote zur Kinderunfallprävention

Für die Planung von neuen Angeboten ist es wichtig, die im Bereich der Kinderunfallverhütung bestehenden Angebote möglichst genau zu kennen. Die Beschaffung entsprechender Informationen wird durch die Internet-Datenbank mit Aktivitäten, Medien und Maßnahmen der Kinderunfallprävention für die Recherchierenden sehr erleichtert. Um die Aktualität der in dem Portal zur Verfügung stehenden Informationen zu gewährleisten, haben die Kooperationspartner (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und BAG) im Sommer 2015 eine Aktualisierung der Daten gestartet.

Aktuell beläuft sich der Datenbestand auf 201 Anbieter mit insgesamt 560 Angeboten. Differenziert man die dokumentierten Medien und Maßnahmen nach Angebotsarten, so finden sich dort 272 Printmedien, 218 Maßnahmen und Projekte, 44 Elektronische Medien und 24 Medienpakete.

Die meisten der beschriebenen Angebote beziehen sich auf mehrere relevante Unfallarten. Der Sturzunfall ist mit 44%, die am häufigsten behandelte Unfallart. Bei den Zielgruppen werden in der Regel mehrere Altersgruppen zugleich angesprochen. Hierbei beziehen sich 30% der Aktivitäten, Medien und Maßnahmen auf Unfallprävention im Säuglingsalter, 54% thematisieren Aspekte der Unfallprävention im Kindergartenalter, 71% der Angebote zielen u.a. auf die Altersgruppe der Kinder im Grundschulalter. Die Altersgruppe der 11-14jährigen findet in 45% Berücksichtigung, 28% der dokumentierten Angebote sprechen die Zielgruppe der Jugendlichen (15-18jährige) an.

Alle Anbieter von Maßnahmen zur Kinderunfallprävention sind aufgefordert, sich mit ihren Angeboten auch in Zukunft einzubringen, damit die Datenbank ein aktuelles Nachschlagewerk und wirkungsvolles Vernetzungsinstrument bleibt. Eine E-Mail an kindersicherheit(at)bzga.de reicht aus und Sie erhalten die Zugangsdaten zur Online-Eingabe.

Ausführliche Ergebnisse finden Sie unter: www.bzga.de/kindersicherheit

5. Messebericht: Kind und Jugend 2015

Vom 10.-13.09.2015 fand in Köln die internationale Messe Kind + Jugend statt. Mehr als 1.100 Aussteller und 21.000 Besucher aus aller Welt besuchten die Messe. Die BAG war vor Ort, um nach sicheren und innovativen Produkten Ausschau zu halten.

Neben Neuheiten und Produktweiterentwicklungen aus den Bereichen Kindermöbel, Sicherheitssitze, Kinderwagen, Hygieneartikel, Spielwaren und textile Ausstattungen ist die Kindersicherheit ein großes Thema, auch wenn nicht direkt darüber gesprochen wird. Viele Hersteller haben inzwischen erkannt, wie wichtig es ist, dass Kinder sicher und gesund aufwachsen. Das zeigt die breite Auswahl an Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen. Ein Hersteller zeigt seinen Kinderwegen aus 100% recycelten Materialien. Bei Spielzeugen ist als Material Bambus immer mehr im Kommen.

Den Innovations-Award 2015 im Bereich Babytextilien konnte Kleidung mit integriertem UV-Schutz gewinnen. Damit die Kleinen keinen Sonnenbrand bekommen, verändert die patentierte Schutzbekleidung bei gefährlicher UV-Bestrahlung die Farbe. So erkennen Eltern schnell die Gefahr - und Kinder sind auch im Sommer sicher und geschützt.

Im Bereich der Kindersicherheitsartikel findet man hingegen wenig Produktneuerungen. Im Vordergrund steht die Aufwertung vorhandener Produkte. Waren die Fenstersicherungen, Herdsicherungen und Treppengitter bisher weiß und aus Plastik, integrieren sich diese Produkte immer mehr in die gewohnte Wohnumgebung. Neue Formen, Farben und eine vereinfachte Handhabung sind die Trends in diesem Jahr. 

Der Geruch nach billigem Plastik, wie man ihn früher oft gefunden hat, wird weniger. Und die Hersteller werden sich ihrer Verantwortung, einen sicheren und gesunden Lebensraum zu schaffen, anscheinend bewusst.

Wir sagen: Weiter so!

Mehr Infos zu Produkten finden Sie hier: http://www.kindersicherheit.de/kinderunfaelle-vermeiden/produkte.html

6. Save the Date: Fachtagung „Kinderunfallprävention Online“ am 26.01.2016 in Berlin

Kinderunfallprävention muss offen für neue Kommunikationsstrategien sein. Junge Familien, eine der wichtigsten Zielgruppen für eine wirksame Unfallprävention, kommunizieren heute gänzlich anders als noch vor zehn Jahren – mit Neuen Medien, die sich rasant entwickeln. Zu diesem Thema führt die BAG Mehr Sicherheit für Kinder eine Fachtagung durch, die am 26.01.2016 in der Charité Universitätsklinik Berlin stattfinden soll.

Wie informieren sich junge Eltern, aber auch Fachpersonen heute? Smartphones stehen rund um die Uhr zur Verfügung, mit Antworten auf Fragen zu Kinderunfällen und Sicherheit. Apps decken vielfältige Bereiche ab, z.B. die Verhütung von Vergiftungsunfällen oder die Erste Hilfe. Zahlreiche Internetportale bieten Arbeitshilfen für Fachleute, ebenso wie Tipps und Austausch für Eltern. Aber tragen digitale Medien tatsächlich zu einer verbesserten Kinderunfallprävention bei? „Kinderunfallprävention online“ existiert bereits - aber es gibt bisher keine systematische Bestandsaufnahme zur Mediennutzung zu diesem Bereich, keine Bewertung der interaktiven Angebote und kaum Erkenntnisse zu deren Wirkungen.

Im Rahmen der Fachveranstaltung sollen deshalb wissenschaftliche Grundlagen und Beispiele für „Kinderunfallprävention Online“ dargestellt und erörtert werden. Dabei werden Nutzungsgewohnheiten, digitale Lernprozesse und Wissenstransfer, wie auch die Struktur und Qualität der bestehenden Angebote in den Blick genommen.

Die Tagung richtet sich an Fachpersonen aus den Bereichen Gesundheitswesen, Jugendhilfe, Frühe Bildung, Kommunikation und Medienpädagogik.

Ziel ist es, 

  • die Teilnehmenden über Möglichkeiten effektiver Kinderunfallprävention und Sicherheitsförderung mithilfe internetgestützter Angebote zu informieren,
  • die Chancen und Grenzen dieser Angebote auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu diskutieren,
  • Fachpersonen für Qualitätsentwicklung in der Kinderunfallprävention zu sensibilisieren,
  • Erfahrungsaustausch zu nutzbaren Medien mit dem Fokus auf gezielte und effektive
  • Kommunikation zu ermöglichen,
  • erfolgreiche Modelle in die Breite zu tragen.

Das gewonnene Wissen soll durch die teilnehmenden Fachgäste in ihre Communities und in die zukunftsgerichtete Weiterentwicklung von Prävention und Gesundheitsförderung hineingetragen werden. Die kommende Generation wird Gesundheitskompetenz mehr und digital erwerben – dieser Herausforderung wollen wir uns frühzeitig stellen.

Weitere Informationen und Anmeldung unter: http://www.kindersicherheit.de/fachtagungen.html