08.12.2014

2014 - 04 - Newsletter Sonderausgabe

Aus aktuellem Anlass schicken wir Ihnen eine zusätzliche Ausgabe unseres
Newsletters. Sie erfahren so noch rechtzeitig vor Weihnachten, wie Sie online
Ihre Weihnachtseinkäufe erledigen und gleichzeitig Gutes tun können. Zugleich informieren wir Sie über ein Zusatzseminar, das Sie im Januar kompetent in Kindersicherheit macht und berichten über Neuigkeiten zu Vergiftungsrisiken durch Nikotin. Wir wünschen Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute für das neue Jahr. Bleiben Sie gesund und uns treu!

Unseren Newsletter als PDF erhalten Sie hier.

01 - Sie können einen Beitrag für mehr Kindersicherheit leisten! © Nicola Quade: Hund und Kind

Wir möchten Ihnen mit zwei Ideen die Möglichkeit geben, einen aktiven Beitrag zu unserer Arbeit und damit zu mehr Sicherheit für Kinder zu leisten.

Online einkaufen und dabei Gutes tun.

Amazon, Ebay, Zalando. Viele Menschen erledigen Ihre Einkäufe heutzutage online über das Internet. Dies hat die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder veranlasst, der Onlineplattform „gooding – dein Beitrag zählt“ beizutreten. Über diese Plattform rufen Sie als Käufer wie gewohnt einen Onlineshop auf und kaufen Ihre gewünschten Artikel ein. Die BAG erhält für jeden Einkauf eine Prämie von durchschnittlich fünf Prozent. Die Preise für die eingekauften Artikel sind für Sie dieselben. Da kann ganz schön etwas zusammenkommen! Unterstützen Sie uns mit Ihrem Einkauf.

Nähere Informationen finden Sie unter: http://www.kindersicherheit.de/ueber-uns/unterstuetzen-sie-uns/mit-ihrem-einkauf.html

 

Weihnachtsspende: Kinder und Tiere

In diesem Jahr steht die Weihnachtsspende unter einem besonderen Motto: Kinder und Tiere. Ein wichtiges Thema aus Kindersicht, denn wer möchte nicht ein glückliches Leben an der Seite seiner Lieblinge führen?
Mit Ihrer Spende unterstützen Sie ein neues Lernspiel der BAG. Kinder können viel lernen, wenn es um Unfallverhütung und die richtige Kommunikation zwischen Mensch und Tier geht. Kinder sollen spielerisch Verständnis für Tiere entwickeln. Es ist wichtig, dass Kinder die Bedürfnisse von Tieren kennen und ihre Bereiche respektieren, z.B. welche Berührungen sind Tieren angenehm und welche nicht, wann darf man Tiere nicht stören und wie spielt man mit ihnen, ohne Grenzen zu überschreiten.

Nähere Informationen dazu finden Sie unter: https://www.betterplace.org/de/projects/18272-spende-fur-die-bag-mehr-sicherheit-fur-kinder-e-v

02 - Zusatzseminar „Kindersicherheit und Unfallverhütung bei kleinen Kindern“ am 28.01.2015 in Bonn

Aufgrund der großen Nachfrage bietet die BAG ein zusätzliches Tagesseminar „Kindersicherheit und Unfallverhütung bei Kindern“ am 28.01.2015 von 10 - 17 Uhr in Bonn an.

Das Seminar richtet sich an Mitarbeiter/innen aus den Frühen Hilfen, von Familienzentren, Fachberater/innen bei Jugendämtern und Trägern, Tagespflegepersonen, Sicherheitsbeauftragte in Kitas und Erzieher/innen, sowie alle Interessierte, die Unfallprävention in der direkten oder indirekten Elternarbeit einsetzen.
Das Tagesseminar vermittelt Wissen zu wirksamen Methoden, Produkten und Interventionen, die Kinder vor schweren Unfällen - insbesondere im Heim- und Freizeitbereich - schützen können. Weil die Familie der zentrale Ort für die Sicherheit in den ersten Lebensjahren ist, ist die präventive Arbeit mit Eltern und Betreuungspersonen ein wichtiger Zugang für mehr Kindersicherheit.

An dem Seminar können 25 Personen teilnehmen. Die Kosten betragen 30 EUR pro Person inklusive Verpflegung und Materialien.
Die ausführliche Seminarankündigung und Anmeldeunterlagen sowie weitere

Informationen zu unseren Fortbildungen sind zu finden unter: http://www.kindersicherheit.de/nc/fortbildungen/veranstaltung/kindersicherheit-und-unfallverhuetung-bei-kindern-in-bonn.html

03 - TACTICS-Abschlussbericht: Deutschland schneidet im Ländervergleich gut ab TACTICS Kids

Im Herbst 2014 legte die European Child Safety Alliance zahlreiche Ergebnisdokumente zum dreijährigen europäischen „TACTICS“ Projekt vor. TACTICS – Tools to Address Childhood Trauma, Injury and Children’s Safety – hat Chancen und Grenzen von Verfahren zur Stärkung der Kindersicherheit in den europäischen Nationen ausgelotet. So wurden Nationale Aktionspläne zur Verletzungsprävention in den mitwirkenden 31 Ländern auf den Weg gebracht und bewertet, Kindersicherheits-Gutachten für die Nationen erstellt, ein vergleichendes Länder-Ranking vorgenommen und die Machbarkeit eines sog.
Kindersicherheits-Index überprüft. Ergänzt wurden diese Prozesse mit Fallstudien, Regionalanalysen und Verfahren zur Bewertung von „Good Practice“.

Im sogenannten „AIM“-Prozess – Adoption, Implementation and Monitoring of Interventions for Child Safety – wurden Faktoren herausgearbeitet, die erfolgreiche Kindersicherheits-Aktivitäten begünstigen. Diese Gelingensfaktoren sind:

  • Klare Leitung und Regiefunktion
  • Koordination und Zusammenarbeit
  • Finanzielle Absicherung
  • Fachkompetenz
  • Verfügbare Daten
  • Zielführende Präventionsstrategien
  • Förderliche Rahmenbedingungen und Settings
  • Sichtbarkeit

Im Ländervergleich hat Deutschland gut abgeschnitten und einen „Smiley“ für die Entwicklung der Kindersicherheit erhalten. Es sind aber auch noch nicht ausgeschöpfte Potenziale für Deutschland zu erkennen, denn die Niederlande, Großbritannien und Schweden haben noch besser abgeschnitten. Nicht zuletzt ist bei der Unfallprävention in Heim und Freizeit und bei der Erreichung von Chancengerechtigkeit für die Sicherheit aller Kinder – egal aus welchem sozialen oder kulturellen Kontext sie kommen - noch viel zu tun.

Die kompletten TACTICS-Materialien sind zu finden unter http://www.childsafetyeurope.org/tactics/index.html

Das Verpackungsdesign ähnelt dem von Süßigkeiten und Sorten wie „Tutti Frutti“ oder „Schokolade“ verleiten Kinder und Jugendliche dazu, E-Zigaretten für unbedenklich zu halten und sie „ruhig einmal“ auszuprobieren. Auf den Abbildungen sind bunte Früchte zu sehen, die von Texten angepriesen werden, die Harmlosigkeit des Produktes oder sogar Gesundheit suggerieren; z.B. „... frische fruchtige Himbeere, die eine leicht säuerliche kernige Note mitbringt“.

Die Elektrische Zigarette ist auf dem Vormarsch. Für viele Raucher ist sie eine attraktive Alternative zur klassischen Zigarette, weil sie häufig an Orten mit Rauchverbot geraucht bzw. verdampft und inhaliert werden darf. Verdampft werden dabei sogenannte Liquids, aromatisierte Flüssigkeiten, denen Nikotin zugesetzt werden. Diese Liquids werden zumeist über das Internet vertrieben und gekauft. Sie sind mit vielen verschiedenen Geschmäckern, in unterschiedlichen Packungsgrößen und Nikotinkonzentrationen erhältlich. Das Deutsche Krebsforschungsinstitut hat in einer jüngst veröffentlichten Studie die Werbestrategien zu E-Zigaretten näher untersucht. Die Ergebnisse sind für Kinder und Jugendliche katastrophal.

Die Werbung für E-Zigaretten ist in Deutschland noch nicht reguliert. Erst im Frühjahr 2016 wird sie den gleichen Restriktionen unterworfen werden wie Tabakwerbung. Aber selbst dann wird es (wie für Tabakprodukte) noch möglich sein, mit großflächigen Plakaten, auf Festivals und am Verkaufsort zu werben. Ausreichend Gelegenheit also, gerade junge Erstkonsumenten gezielt zu einem gesundheitlich bedenklichen Produkt zu locken.

Aber auch kleinere Kinder sind in besonderem Maße gesundheitlich gefährdet, denn die Liquids enthalten in der Regel 6 bis 26mg/ml Nikotin. Sie sind hochgradig giftig, wenn sie geschluckt werden oder Kinder mit ihnen in Berührung kommen. Die Nachfüllkartuschen sind in Verpackungsgrößen von 5 – 200 ml (!) pro Flasche erhältlich. Kommen sie in Kinderhände, ist die Verlockung groß, die fruchtigen, bunten Flaschen in den Mund zu nehmen oder die Flüssigkeit gar zu trinken.

Liquids sind nach einem neuen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts keine Arzneimittel, die den strengen Richtlinien des Arzneimittelgesetzes unterliegen, sondern Genussmittel und damit z.B. weiterhin frei verkäuflich. Als Arzneimittel wäre eine Sicherung der Verpackung durch einen kindergesicherten Verschluss verbindliche Vorschrift. Trotz dieser eindeutigen Klärung durch das Gericht befinden sich die nikotinhaltigen Flüssigkeiten dennoch weiterhin
in einer rechtlichen Grauzone, denn es ist noch nicht geklärt, ob sie als Chemikalie eingestuft werden und damit wiederum anderen Kennzeichnungs- und Sicherungsregeln unterliegen.

Als Mitglied der Vergiftungskommission des Bundesinstituts für Risikobewertung wird die BAG dieses Thema weiter auf die Agenda setzen und sich so für die Gesundheit und Sicherheit von Kindern einsetzen!