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Newsletter der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e. V.

Nr. 1/2010

„Safe Communities“ in Deutschland – Brandenburg macht den Anfang

Die „Safe Communities“ sind ein internationaler Zusammenschluss von derzeit 180 Städten und Regionen aus aller Welt, die sich zu einer gemeindeorientierten Verletzungsprävention verpflichtet haben. Ziel der „Safe Communities“-Bewegung ist es, sichere Lebenswelten vor Ort zu schaffen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO setzt für die Anerkennung als „Safe Community“ die Erfüllung von sechs Indikatoren voraus:

  1. Aufbau einer Infrastruktur, die auf Partnerschaft und Zusammenarbeit basiert.
  2. Durchführung langfristiger und nachhaltiger Programme, die beide Geschlechter sowie alle Altersgruppen umfassen und lebensweltorientiert ausgerichtet sind.
  3. Durchführung von Programmen für Risikogruppen
  4. Verletzungsmonitoring
  5. Evaluation der Aktivitäten
  6. Teilnahme am internationalen „Safe Communities“-Netzwerk

Am 11. Dezember 2009 wurde das Land Brandenburg als „Safe Region“ im Netzwerk der „Safe Communities“ der Weltgesundheitsorganisation WHO zertifiziert. Das Land Brandenburg ist damit die erste Region in Deutschland, die dieses Label erhält – ein für die regionale Weiterentwicklung der Prävention von Unfällen und Gewalt wichtiger Meilenstein und auch Vorbild für andere Bundesländer oder Kommunen.

Mit der Etablierung des „Safe Community“-Programms in Brandenburg folgt das Land Brandenburg den Empfehlungen des Europäischen Rates vom Mai 2007, die Prävention von Verletzungen durch koordinierte Aktionspläne zu stärken. Der Kurzbericht „Sicheres Brandenburg – auf dem Weg zur Safe Region“ sowie der Antragsbericht enthalten weitere Informationen und stehen unter www.gesundheitsplattform.brandenburg.de (unter „Sicheres Brandenburg“) zum Downloaden bereit.

In Brandenburg wird die Unfall- und Gewaltprävention auch für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen (Kinder, ältere Menschen, junge Verkehrsteilnehmer, Frauen) nach den Standards der „Safe Communities“ umgesetzt:

Die Akteure zur Prävention von Verletzungen wirken in einem verbindlichen Kooperationsnetz zusammen. Eine Steuerungsgruppe auf ministerieller Ebene, fünf ressortübergreifende Arbeitsgruppen und die Geschäftsstelle im Landesgesundheitsamt als Bindeglied zwischen Akteuren und Politik, bilden die strukturelle Grundlage. Diese Struktur ist eine wichtige Voraussetzung für ein planvolles und abgestimmtes Vorgehen.

Die Projekte zur Unfall- und Gewaltprävention werden im Land Brandenburg seit Jahren zielgruppen- und settingbezogen durchgeführt. Schwerpunkte sind u.a. die Verhütung von Unfällen und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen, die Sicherheit vor allem von Kindern oder jungen Autofahrerinnen und -fahrern im Straßenverkehr, der Gesundheitsschutz in der Arbeitswelt sowie die Verhinderung von Gewalt gegen Frauen.

Das Landesgesundheitsamt beobachtet und bewertet seit 2006 das Verletzungsgeschehen anhand eines kontinuierlichen Verletzungsmonitorings – einer krankenhausbezogenen Erfassung ambulant und stationär behandelter Verletzungen in ausgewählten Krankenhäusern nach dem Standard der europäischen Verletzungsdatenbank Injury Data Base (IDB).

Dass regionale und gemeindeorientierte Ansätze in der Verletzungsprävention hoch wirksam sind, wird durch internationale Forschungsergebnisse bestätigt. Die regionale Verletzungsprävention steht in Deutschland erst am Anfang. Deshalb wäre es sehr zu begrüßen, wenn das Brandenburger Modell auch in anderen Regionen Schule machen würde. Hier möchte die BAG flankierend tätig werden: Das Ziel, dass Kreise und Städte Kinderunfälle zu einem prioritären Thema machen sollen, um die Zahl der Kinderunfälle zu verringern, hat die BAG bereits 2007 in ihren „Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kinderunfallprävention“ formuliert. Alle Kommunen und Kreise, die sich für die „Safe Community“-Bewegung interessieren, können sich an koordination@kindersicherheit.de wenden.


SeitenanfangBundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V., Heilsbachstr. 13, 53123 Bonn, info@kindersicherheit.de