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Newsletter der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e. V.

Nr. 2/2009

Vergiftungen – Vorschulkinder besonders gefährdet

Etwa 90.000 Anruferinnen und Anrufer melden sich pro Jahr in den bundesdeutschen Giftnotrufzentralen mit der Sorge, ein Kind könnte sich vergiftet haben. 19.000 dieser Kinder zeigen tatsächlich Symptome einer Vergiftung. Das sind durchschnittlich mehr als 50 Kinder pro Tag!

89 Prozent der Beratungsfälle beziehen sich auf Kinder unter sechs Jahren. Betrachtet man die auf 1.000 Kinder bezogenen Quoten, wird die starke Gefährdung der Kleinsten noch deutlicher: Bei Kindern unter sechs Jahren beträgt sie 24,0 / 1.000, bei Kindern über sechs Jahren 1,3 / 1.000 Kinder.

Aus dieser Gruppe sind – entwicklungsbedingt – die Ein- bis Dreijährigenbesonders gefährdet. Sie erkunden ihre Umwelt, indem sie alles in den Mund stecken, um es zu ertasten und zu schmecken. Erst ab dem dritten bis vierten Lebensjahr lernen Kinder, Lebensmittel und Fremdstoffe voneinander zu unterscheiden und die Gefahr lässt nach.

Die Mehrzahl der Vergiftungsunfälle von Kindern wird durch Haushaltschemikalien ausgelöst. Hauptverursacher sind schäumende oder nicht schäumende Haushaltsreiniger. Dazu zählen insbesondere Maschinengeschirrspülmittel, Handgeschirrspülmittel, Entkalker, Rohrreiniger, Allzweckreiniger, Waschmittel und Sanitärreiniger.

Den zweiten Rang, gemessen an der Häufigkeit, nehmen Medikamente ein. Hauptverursacher sind Mittel gegen Entzündungen, Husten- und Erkältungsmittel, Herz- und Kreislaufpräparate (z.B. Betablocker), Psychopharmaka, Sexualhormone und ihre Hemmstoffe, Antibiotika sowie Magen- und Darmmittel.

Auf dem dritten Rang stehen Pflanzen – und dort vor allem Pflanzenarten mit attraktiven Beeren wie Kirschlorbeer, Liguster, Vogelbeere, Wolfsmilchgewächs, Schwarzer Holunder und Heckenkirsche.

Als vierte Substanzgruppe sind Kosmetika wie Haarpflegemittel, Badezusatz, Creme, Seife und Nagelpflegemittel zu nennen.

Im Krankenhaus mussten 2007 mehr als 8.000 Kinder wegen einer Vergiftung stationär aufgenommen werden. Nach der Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes starben im selben Jahr insgesamt 17 Kinder unter 15 Jahren an einer Vergiftung. Darunter waren sieben Mädchen und zehn Jungen. Kleinkinder sind besonders betroffen. Die verursachenden Substanzen – Arzneimittel einerseits, Gase und Dämpfe andererseits – halten sich die Waage.

Ein wichtiger Baustein der Prävention ist die Information der Öffentlichkeit über die mit Chemikalien verbundenen Gefahren für Kinder. Dafür hat die BAG im Rahmen der Kampagne „Sicher aufwachsen. Kinder vor Vergiftungen schützen!“, die vom Bundesministerium für Umwelt gefördert wird, umfangreiche Informationsmaterialien herausgegeben.

Mit einem Flyer für Eltern und einer Posterserie stellt die BAG attraktive Materialien zur Verfügung, die Informationen und Tipps gegen Vergiftungsunfälle beinhalten.

Alle Informationsmaterialien, Hintergründe und Sicherheitstipps zur Verhütung von Vergiftungsunfällen sind zu finden unter www.kindersicherheit.de

 


SeitenanfangBundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V., Heilsbachstr. 13, 53123 Bonn
Tel. (0228) 688 34-0, Fax 688 34-88, Eltern-Hotline 688 34-34,
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