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Newsletter der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e. V.
Nr. 1/2009
Ergebnisse zu Migration und Unfallrisiko
Im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts wurden neben vielen anderen Gesundheitsthemen auch die Zusammenhänge von Unfallverletzungen, Einsatz von Schutzausrüstungen und Migrationshintergrund bei Kindern untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Berichtsband „Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) 2003 – 2006: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund“ veröffentlicht.
Mädchen mit beidseitigem Migrationshintergrund erleiden nach den Ergebnissen am seltensten einen Unfall. Bei der Gesamtgruppe der Jungen ergeben sich keine signifikanten Unterschiede nach Migrationshintergrund. In der Gruppe der 1-4 Jahre alten Jungen hatten die Migranten signifikant häufiger mindestens eine behandlungsbedürftige Verletzung als deutsche Jungen. Ein Vergleich der Herkunftsländer zeigt, dass bei den Kindern aus Deutschland, der Türkei und Westeuropa, USA, Kanada die Jungen ein höheres Risiko für schwere Verletzungen als die Mädchen haben. Migrantenkinder fahren signifikant seltener Fahrrad und auch Inline-Skates als Kinder und Jugendliche ohne oder mit nur einseitigem Migrationshintergrund. Die Helm-tragequote liegt bei Kindern mit beidseitigem Migrationshintergrund mit Abstand am niedrigsten.
Die Gesundheitschancen sind innerhalb der Migrantenpopulation ungleich verteilt, denn es handelt sich um eine äußerst heterogene Gruppe. Kinder aus binationalen Familien ähneln Kindern ohne Migrationshintergrund. Unterschiede lassen sich je nach Herkunftsland, Geschlecht, Alter, Sozialstatus und Aufenthaltsdauer bzw. Einwanderergeneration feststellen. Eine Verbesserung der Akzeptanz von Schutzhelmen / Protektoren bei Radlern und Skatern ist in allen Alters- und Herkunftsgruppen anzustreben, besonders aber bei Jugendlichen sowie Kindern türkischer Herkunft und aus der ehemaligen Sowjetunion.
Weitere Ergebnisse sind unter http://www.kiggs.de/experten/downloads/dokumente/KiGGS_migration[1].pdf veröffentlicht.