10.06.2013

Kindersicherheitstag 2013: Von null auf sicher

Gemeinsam Unfallgefahren für die Kleinsten beseitigen

Kindersicherheitstag 2013: Von null auf sicher Kindersicherheitstag 2013

Auch im Jahr 2013 organisierte die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. wieder den Kindersicherheitstag. Im Mittelpunkt standen dabei die Kleinsten.

Der Slogan für den Kindersicherheitstag 2013 lautete "Von Null auf sicher!". Er wurde von einer Jury aus fast 50 Vorschlägen einstimmig gewählt und mit 400 € prämiert.

Das höchste Risiko, an den Folgen eines Unfalls zu sterben, haben Säuglinge und Kleinkinder. Der häufigste Unfallort in dieser Altersgruppe ist das Zuhause und die unmittelbare Wohnumgebung. Bei kleinen Kindern steigt die Rate der unfallbedingten Krankenhausbehandlungen alarmierend an. Experten schätzen, dass 60% der Kinderunfälle vermeidbar sind - durch vorausschauendes Verhalten, durch altersentsprechende Sicherheitsmaßnahmen und durch eine sorgfältige Aufsicht. Kinder wachsen sicherer auf, wenn Eltern für Risikosituationen sensibilisiert sind und die richtigen Vorkehrungen treffen.

Aus diesem Grund setzte der Kindersicherheitstag 2013 den Fokus auf Kinder von 0 bis 3 Jahren mit dem Ziel einer Prävention von Anfang an.

Jedes Jahr am 10. Juni findet der nationale Kindersicherheitstag mit dem Ziel statt, auf Kinderunfälle und deren Präventionsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Organisiert und ausgerichtet werden der Tag und die Aktionen von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

Der Kindersicherheitstag legt 2013 den Fokus auf die Sicherheit von Babys und Kleinkindern. Damit möchte die BAG die Unfallprävention für die Kleinsten stärken und dazu beitragen, die alarmierend hohen Unfallzahlen in dieser Risikogruppe zu senken.

Eine aktuelle Auswertung der Daten des Statistischen Bundesamtes belegt, dass gerade Säuglinge und Kleinkinder Hochrisikogruppen für unfallbedingte Verletzungen sind – mit Zunahme der Zahl schwerer Unfälle. Die Krankenhausdiagnosestatistik zeigt, dass die Rate der wegen eines Unfalls stationär behandelten Kinder unter 5 Jahren seit dem Jahr 2000 steigt. Der Großteil dieser Unfälle findet im häuslichen Bereich statt. Der Frage, warum die Unfallbelastung gerade hier wächst und wie diesem Trend effektiv entgegen gewirkt werden kann, muss noch weiter forschend nachgegangen werden. Dabei sind u.a. die Themen

  • Lebenslagen junger Familien
  • Produktsicherheit
  • Elternkompetenz
  • Stärkung von Präventionsmaßnahmen zur häuslichen Sicherheit

in den Blick zu nehmen und die zuständigen Akteurinnen und Akteure einzubinden.

Die Kosten für die stationäre Behandlung von Kindern bis 5 Jahren infolge von Verletzungen werden im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherungen auf 112 Mio. pro Jahr geschätzt. Wenn – wovon Experten ausgehen – 60% aller Kinderunfälle vermeidbar sind, so könnten mit geeigneten Präventionsmaßnahmen Kindern und Familien erhebliche physische, psychische und soziale Folgen erspart und enorme Kosten im Gesundheits- und Sozialwesen verhindert werden.


Ziele
Der Kindersicherheitstag 2013 lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Unfallgefährdung kleiner Kinder und auf Unfallvermeidung von Beginn an. Die geplanten Maßnahmen sollen die primäre Zielgruppe „Junge Eltern“ sowie politisch Verantwortliche und Schlüsselpersonen, die mit Familien zu tun haben, für das Thema „Kinderunfälle in den ersten Lebensjahren“ sensibilisieren und sie zu sicherheitsbewusstem Handeln befähigen.

Die BAG stellt den Kindersicherheitstag im Jahr 2013 unter das Motto „Von Null auf sicher“. Sie beschreibt die größten Unfallgefahren für Kinder bis drei Jahre, analysiert besondere Risiken und stellt die wichtigsten Sicherheitsbotschaften für junge Familien zusammen. Dabei geht es sowohl um die Schaffung von Bedingungen für ein sicheres Aufwachsen – insbesondere in der Wohnumgebung – als auch um sicherheitsbewusstes Verhalten der Eltern, Betreuungspersonen und aller, die mit Familien arbeiten.

Daten und Fakten

 

 

Der Kindersicherheitstag
Der jährlich stattfindende Aktionstag zur Prävention von Kinderunfällen stand 2013 unter dem Motto „Von Null auf sicher“. Am 10. Juni 2013 machte die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. gemeinsam mit Gesundheitsminister Daniel Bahr öffentlich darauf aufmerksam, dass gerade die Kleinsten besonders häufig und folgenschwer von Unfällen betroffen sind. Auf den Auftakt folgten weitere Veranstaltungen und Aktionen von Kooperationspartnern der BAG zum Thema "Kinderunfälle verhüten".

Kleine Kinder als Zielgruppe für Unfallprävention
Ab dem Alter von einem Jahr stehen Unfälle bei der Kindersterblichkeit an erster Stelle und sind häufiger als die Sterblichkeit durch Infektionskrankheiten oder Krebs. Eine aktuelle Auswertung der Daten des Statistischen Bundesamtes belegt, dass gerade Säuglinge und Kleinkinder Hochrisikogruppen für unfallbedingte Verletzungen sind. Sie haben in der Gruppe der 0- bis 14-Jährigen seit Jahren die höchsten Raten bei den tödlichen Verletzungen und auch bei den Krankenhausbehandlungen.

Was passiert kleinen Kindern?
Im Fokus des Unfallgeschehens bei kleinen Kindern stehen schwere Kopfverletzungen durch Stürze, Erstickungsunfälle sowie Verbrennungen und Verbrühungen. Kleine Kinder sind außerdem häufig von Vergiftungsunfällen mit Haushaltschemikalien und Medikamenten betroffen.

Unfälle als Todesursache
Im Jahr 2011 sind 244 Kinder unter 15 Jahren an den Folgen eines Unfalls gestorben. Im Vergleich zum Vorjahr werden damit in der Todesursachenstatistik 16 tödliche Unfälle weniger ausgewiesen.

Dieser Rückgang gilt leider nicht für Säuglinge. Bei Säuglingen ist ein Anstieg von 25 (2010) auf 44 (2011) unfallbedingte Todesfälle zu verzeichnen. Maßgeblich beeinflusst wird dieses negative Ergebnis durch eine starke Zunahme der Erstickungsunfälle.

Krankenhausfälle nehmen bei kleinen Kindern zu
Alarmierend sind auch die zunehmenden Zahlen bei stationär behandelten verletzten kleinen Kindern. So zeigt sich, dass die Rate der im Krankenhaus aufgenommenen Kinder unter 5 Jahren seit dem Jahr 2000 steigt.

Bei Säuglingen kommen im Vergleich zu den anderen Altersgruppen der unter 15-Jährigen häufiger Kopfverletzungen mit schweren Verletzungsfolgen vor (wie Schädelbasisbrüche).
Bei den Ein- bis Fünfjährigen sind Verbrühungen typische Unfallursachen und haben gravierende Folgen. Jungen werden häufiger im Krankenhaus behandelt als Mädchen. Schwere Verkehrsunfälle dagegen sind in dieser Altersgruppe zahlenmäßig nachrangig.

Die Zahl der wegen einer Verletzung oder Vergiftung stationär im Krankenhaus behandelten Kinder lag nach Daten des Statistischen Bundesamt im Jahr 2010 bei über 80.000 Kindern unter fünf Jahren.

Die Kosten für die stationäre Behandlung von Kindern bis 5 Jahren infolge von Verletzungen werden vom Verband der Ersatzkassen im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherungen auf über 112 Mio. Euro pro Jahr beziffert.

Unfälle vor allem im häuslichen Bereich
Unfälle passieren bei kleinen Kindern vor allem zu Hause. Nach einer Elternbefragung in Kindergärten in Brandenburg hat jedes 7. Kind Alter von 2,5 bis 3,5 Jahren im Laufe seines Lebens mindestens einen Unfall erlitten. Der häufigste Unfallort war das Zuhause, gefolgt von rund einem Fünftel der Unfälle in Kindereinrichtungen. Nur 2 % der Verletzungen waren durch Verkehrsunfälle bedingt (www.gesundheitsplattform.brandenburg.de).

60 Prozent der Unfälle vermeidbar
Wenn, wie Experten schätzen, mindestens 60% aller Kinderunfälle vermeidbar sind, könnten den Betroffenen durch präventive Maßnahmen erhebliche körperliche, psychische und soziale Folgen erspart bleiben. Zudem würden enorme Folgekosten im Gesundheits- und Sozialwesen verhindert.

Eltern kleiner Kinder zu Sicherheitsförderung befähigen
Die Kinderunfallprävention muss also gerade bei den Kleinsten ansetzen. Da in diesem Alter die Unfälle vor allem zu Hause geschehen, sind Eltern die primäre Zielgruppe, um Kinderunfällen vorbeugend zu begeg­nen.

Der Kindersicherheitstag leistet einen Beitrag dazu, Eltern und alle, die mit Kindern zu tun haben, gefahrenbewusst und kompetent zu machen. Die neue Ausstellung "Von Null auf sicher!", Elternflyer und Tipps in den Medien vermitteln die wichtigsten Sicherheitsbotschaften.

Natürliche Bewegung fördern
Die Ursachen für Unfälle sind vielfältig. Vorrangig sind kleine Kinder durch eine sichere Lebensumwelt zu schützen. Dann ist die elterliche Aufsicht gefragt, die bei den Kleinsten bis zwei Jahre innerhalb des Blickfeldes sein sollte, so internationale psychologische Studien. Darüber hinaus ist die Förderung der natürlichen Bewegungsentwicklung bei den Kleinsten wichtig.
Man sollte die Kinder in ihrem Bewegungsdrang nicht hemmen und ihnen spielerisch möglichst vielfältige Bewegungsanregungen geben.

Weitere Daten und Hintergründe zum Thema "Unfälle bei kleinen Kindern" finden sich in ausgewählten Präsentationen:


* Diese Informationen entstanden mit Unterstützung des Fachbeirates "Epidemiologie und Berichterstattung zum Unfallgeschehen" der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

Die Informationen auf dieser Seite finden Sie hier als Infoblatt zum Download (PDF)

Fachbericht "Unfälle, Gewalt, Selbstverletzung bei Kindern und Jugendlichen 2012"

Das Statistische Bundesamt hat in diesem Bericht detaillierte Ergebnisse aus der amtlichen Statistik und wissenschaftlicher Analysen zum Unfall- und Verletzungsgeschehen bei Kindern und Jugendlichen 2010 zusammengestellt.

Der Bericht verdeutlicht, dass gerade auf Säuglinge und Kleinkinder ein besonderes Augenmerk gelegt werden sollte, da deren Krankenhausraten ansteigen. Besonders Kopfverletzungen und Verbrennungen/Verbrühungen sind bei kleinen Kindern häufige und zugleich schwerwiegende Unfallfolgen.

Der Bericht steht hier zum Download zur Verfügung.

 

Fachartikel Dr. G. Ellsäßer: Wie können Pädiater junge Eltern für die Unfallprävention motivieren?

In einer Veröffentlichung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte stellt Dr. Gabriele Ellsäßer auf Basis epidemiologischer Ergebnisse altersbezogene Unfallschwerpunkte von Säuglingen und Kleinkindern dar. Stürze, thermische Verletzungen und Vergiftungen werden besonders beleuchtet. Die persönliche Information von Eltern über Gefahrenquellen und Schutzvorkehrungen ist eine wichtige und wirksame Möglichkeit zur Unfallprävention.

Publikation zum Herunterladen (PDF)

Auftaktveranstaltung mit Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr

Die Auftaktveranstaltung am 10. Juni 2013 fand in Form eines Elternfrühstücks mit Müttern und Vätern sowie einigen Fachpersonen und Medienvertreterinnen und -vertretern im Lerncafé "Omas Garten" in Berlin-Wedding in zwangloser Atmosphäre statt.

Ausstellung "Von Null auf sicher"
Die Ausstellung „Von Null auf sicher“ wurde im Rahmen des Kindersicherheitstages 2013 konzipiert und anläßlich der Auftaktveranstaltung von Bundesminister Daniel Bahr vorgestellt. Sie hat das Ziel, die Betrachterinnen und Betrachter für alterstypische Lebenssituationen von kleinen Kindern und die damit verbundenen Gefahren zu sensibilisieren. Mit der Ausstellung soll der Blick von Eltern und Betreuungspersonen für Gefahren geschärft und Möglichkeiten zur Beseitigung von Unfallgefahren im Wohnbereich aufgezeigt werden.

Es werden die "TOP 7"-Gefahren im Säuglings- und Kleinkindalter thematisiert und alltagsnah dargestellt:

  • Ersticken im Kinderbett
  • Vergiftungsrisiko
  • Sich an Tischdecke hochziehen, Verbrühung / Verbrennung
  • Verschlucken von Kleinteilen, Strangulation
  • Sturz vom Wickeltisch
  • Fenstersturz
  • Sturz mit der Lauflernhilfe

Weitere Informationen zu den Gefahren im Säuglings- und Kleinkindalter hier!

 

 

Online-Artikel der Techniker Krankenkasse

"Kindersicherheitstag 2013 - "Von Null auf sicher"


Vorsorgeinformation zur Kindersicherheit

Schutzengelkarte des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel e. V.

Unter info@ikw.org können Sie die kostenlose "Schutzengelkarte" bestellen. Sie enthält

  • Hinweise zur Vorbeugung von Unfällen,
  • Hinweise zum richtigen Vorgehen nach versehentlichem Verschlucken z. B. von Reinigungsmitteln,
  • die Telefonnummern der Giftinformationszentren in Deutschland.


Wussten Sie, dass Unachtsamkeit zu täglich ca. 10 Unfällen in Deutschland führt, die sich durch Verschlucken oder missbräuchliche Anwendung von Haushaltschemikalien sowie Wasch- und Reinigungsmitteln ereignen?
Helfen Sie mit, Unfälle im Haushalt zu vermeiden!
Beherzigen Sie im Interesse Ihres Kindes die folgenden Verhaltensregeln:
1. Haushaltschemikalien sowie Wasch- und Reinigungsmittel

  • stets für Kinder unerreichbar aufbewahren!
  • niemals in andere Behältnisse umfüllen (z. B. Flaschen oder Marmeladegläser)!

2. Keine geöffneten Behältnisse unbeaufsichtigt stehen lassen,

  • wenn es an der Haustür läutet oder das Telefon klingelt!
  • wenn Sie sich kurzzeitig anderen Aufgaben widmen müsse (z. B. Topf auf dem Herd)!

3. Wenn Sie Haushaltsgeräte wie Wasserkocher oder Kaffeemaschine mit Entkalkern behandeln, dann

  • entsorgen Sie die Flüssigkeit in den Geräten unmittelbar nach dem Entkalken in den Ausguss. (Nicht unbeaufsichtigt stehen lassen! Andere Personen könnten sonst irrtümlich damit Getränke oder Speisen zubereiten!)
  • spülen Sie die Geräte nach Abschluss des Entkalkens gründlich mit Wasser!


Verschlucken von Kleinteilen: Prüfzylinder-Verschenk-Aktion der Firma reer

Ersticken ist die häufigste tödliche Unfallart bei Säuglingen. 23 Sterbefälle bei Kindern im Jahr 2011 durch Ersticken – dies ist eine hohe Zahl und eine Besorgnis erregende Steigerung gegenüber den Vorjahren. Kleine Kinder stecken alles in den Mund. Dies ist ihre altersgemäße Art, die Welt zu erkunden. Kleine Gegenstände, die in die Luftwege des Babys oder Kleinkindes geraten und diese ganz oder teilweise versperren können – wie Münzen, Knöpfe, Erdnüsse, kleinteiliges Spielzeug – sind eine große Gefahr und sollten deshalb von den Kleinen fern gehalten werden.
Mit einem speziellen Kleinteile-Tester können Eltern oder Betreuungspersonen nachprüfen, ob ein Kleinteil eine Gefahr darstellt. Passt ein Kleinteil vollständig in den Prüfzylinder hinein, muss es außerhalb der Reichweite von Kleinkindern aufbewahrt werden, da es verschluckt oder aspiriert werden kann. Eine anschauliche Erklärung finden Sie unter folgendem Link: www.kindersicherheit.reer.de
Zum Kindersicherheitstag 2013 stellt reer den Kleinteile-Tester kostenlos zur Verfügung. Alle, die für ihre Maßnahme Demonstrationsartikel oder give aways einsetzen möchten, können diesen Kindersicherheitsartikel nutzen.
Bitte bestellen Sie die für Ihre Aktion zum Kindersicherheitstag notwendige Menge unter Angabe Ihres Namens, Ihrer Organisation und der geplanten Aktion bei svenja.denkinger@reer.de .
Wir danken der Firma reer für die Unterstützung des Kindersicherheitstages 2013!
Machen auch Sie mit bei der Prävention von Kinderunfällen!


10.06.13: Kindersicherheitstag in Aachen: Kindersicherheit für angehende ErzieherInnen und KinderpflegerInnen

Ort: Berufskolleg der StädteRegion Aachen, 52066 Aachen
Datum: 10.06.2013, 9:00 bis 14:00 Uhr
Zielgruppe: ErzieherInnen und KinderpflegerInnen in der Ausbildung
Aktionen:

  • Aufbau des "Gehfrei-Turms" plus Informationen
  • Vortrag Unfallgefahren/Erste Hilfe
  • Workshop "spielerische Vermittlung von Unfallgefahren", Praxis und Theorie
  • Austausch

Veranstalter: Gesundheitsamt der StädteRegion Aachen, Team Prävention & Gesundheitsförderung
Ansprechpartnerin: Frau Wergen (heidi.wergen@staedteregion-aachen.de)


12.06.13: Kindersicherheitstag in Zwickau: "Achtung, Sommer! Mehr Sicherheit für Kinder"

Ort: Landratsamt Zwickau. Werdauer Str. 62, 08056 Zwickau
Datum: 12.06.13
Unter dem Motto „Achtung, Sommer! Mehr Sicherheit für Kinder!“ führt der Bereich Gesundheitsförderung in Kooperation mit der Deutschen Verkehrswacht, dem ADAC und dem DRK Zwickau einen Kindersicherheitstag für Kinder von 4 bis 10 Jahren am 12.06.13 in der Zeit von 9:00 bis 11:00 Uhr im Verwaltungszentrum Haus 4 durch.
Ziel des Kindersicherheitstags ist es, auf spezielle Unfallgefahren im Sommer aufmerksam zu machen. Schwerpunkte sind darum in diesem Jahr die Bade- und Sonnenregeln. Daneben erwarten die Kinder weitere vielfältige Stationen wie ein Fahrradparcours, ein Fahrradsimulator, ein Erste Hilfe Check, ein Geschicklichkeitsparcours u.v.m..
Veranstalter: Landkreis Zwickau/Jugendamt/SG Prävention
Ansprechpartner: Peter Gummert (Peter.Gummert@landkreis-zwickau.de)

Von null auf sicher: Ersticken im Kinderbett Kinderbett

Häufigkeit von Erstickungsunfällen
Bei Säuglingen ist Ersticken die häufigste unfallbedingte Todesursache. Die Zahl der tödlichen Erstickungsfälle ist gestiegen: 2011 erstickten 17 Jungen und 6 Mädchen im Säuglingsalter, sowie weitere 9 Jungen und 9 Mädchen im Alter von 1 bis 4 Jahren. Für Säuglinge besteht die größte Erstickungsgefahr in ihrem Bettchen: Sechs Jungen und ein Mädchen waren 2011 betroffen.

Typische Gefahrensituationen
Zum Ersticken kann es durch das Einatmen („Aspiration“) von Kleinteilen kommen oder durch das Zulegen der Atemwege mit Gegenständen (z.B. Decken, Kissen) bzw. durch das mechanische Einschnüren des Halses ("Strangulation"). Im Kinderbett sind häufig:

  • Strangulation durch Kordeln oder Schnüre
  • Einklemmen in Zwischenräumen (zwischen Gitterstäben)
  • Ersticken an Kleinteilen, mit Bettzeug, Decken, in Zwischenräumen (Matratze und Bettkasten)


Sicherheitstipps

  • Keine Kordeln, Schnüre, Bänder am Bett anbringen
  • Schnullerketten direkt an der Kleidung des Kindes befestigen, nicht am Gitterbett; nicht verlängern
  • Verzicht auf lose oder hängende Stoffe in Nähe des Betts (z.B. Himmelbett, Nestchen, Moskitonetz, Gardinen)
  • Verzicht auf dicke, voluminöse Decken, Stofftiere oder Schaffelle
  • Abstand zu Wand, Kabeln, Elektrogeräten, Steckdosen, Gardinen, Heizkörpern, Fenstern gewährleisten
  • Abstände der Gitterstäbe müssen zwischen 4,5 bis 6,5 cm liegen
  • Matratze ist nicht zu weich und luftdurchlässig
  • Abstand zwischen Matratze und Bettrahmen beträgt maximal 4 cm
  • Matratze sollte fest im Bett liegen und nicht verrutschen können

Infoblatt: Ersticken im Kinderbett

Infografik: zum Download

 

 

Von null auf sicher: Vergiftungsrisiko Haushaltsreiniger

Häufigkeit von Vergiftungsunfällen
Bei den Giftinformationszentren in Deutschland wurden im Jahr 2011 rund 107.000 Vergiftungsfälle und Vergiftungsverdachtsfälle von Kindern unter 14 Jahren dokumentiert. Auf die 0- bis 3-jährigen Kleinkinder entfallen 60 Prozent aller Fälle. Jungen sind stärker betroffen als Mädchen. Zwar verlaufen die meisten Vergiftungsunfälle glimpflich, jedoch zeigen die zahlreichen Anrufe in den Giftnotrufzentren die große Unsicherheit und ein Informationsdefizit in diesem Bereich.

Typische Gefahrensituationen
Vergiftungen erfolgen am häufigsten mit Haushaltschemikalien (wie Maschinengeschirrspülmittel, Entkalker, Allzweckreiniger, Sanitärreiniger) gefolgt von Medikamenten (wie Entzündungshemmer, Husten- und Erkältungsmittel, Herz-Kreislaufmittel, Psychopharmaka), Pflanzen mit attraktiven Beeren (wie Kirschlorbeer) sowie durch Nahrungs- und Genussmittel, vor allem Zigaretten- und Alkohol.

Sicherheitstipps

  • Schon beim Kauf überlegen, ob es anstatt der giftigen Haushaltschemikalie gesundheitlich unbedenklichere Alternativen gibt, z.B. Saugglocke anstatt chemischer Abflussreiniger
  • Reinigungs- und Waschmittel in verschließbaren Schränken aufbewahren und auf sicheren Verschluss achten
  • Um Verwechselungen mit Lebensmitteln vorzubeugen, Chemikalien stets in der Originalverpackung aufbewahren und niemals in Getränkeflaschen oder Lebensmittelbehälter umfüllen
  • Tabletten niemals als „Bonbons“ oder flüssige Medizin nicht als „bunten Saft“ bezeichnen
  • Bei Medikamenten darauf achten, dass die Dosierungsvorschriften für Kinder eingehalten werden. Medikamente zur äußerlichen Anwendung dürfen nicht eingenommen werden!
  • Alkohol und Zigaretten für Kinder unzugänglich aufbewahren
  • Giftige und stark reizende Pflanzen aus dem direkten Lebensumfeld der Kleinkinder entfernen
  • Die Nummern der Giftinformationszentrale griffbereit haben.

Flyer: Kinder vor Vergiftungen schützen

Von null auf sicher: Verbrennungen / Verbrühungen Esstisch

Häufigkeit von thermischen Verletzungen

Für Kinder unter fünf Jahren und insbesondere für Säuglinge ist das Risiko hoch, aufgrund einer thermischen Verletzung stationär behandelt zu werden. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Etwa 4.000 Kinder unter fünf Jahren werden deshalb jährlich im Krankenhaus behandelt. Kinder mit Verbrühungen oder Verbrennungen müssen länger ärztlich versorgt werden als zum Beispiel Kinder mit einer Gehirnerschütterung. Auch die Nachsorge ist wegen der zum Teil erheblichen körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen langwierig und schwierig.

Typische Gefahrensituationen

  • Das Kind möchte sich aufrichten, zieht sich an der Tischdecke hoch und übergießt sich mit heißen Flüssigkeiten
  • An der Arbeitsplatte hängt das Kabel vom Wasserkocher herunter, das Kind zieht daran und überschüttet sich mit dem kochend heißen Wasser
  • Das Kind möchte sehen, was in der Pfanne brät und zieht an dem überstehenden Pfannenstiel
  • Auf dem Schoß schlägt das Baby unerwartet gegen die heiße Kaffeetasse
  • Das Kind fasst auf die heiße Herdplatte oder an den Backofen

Tipps zur Vorbeugung von Verbrühungen und Verbrennungen

  • Auf Tischdecken verzichten
  • Tassen oder Kannen mit heißen Getränken weit entfernt von der Tischkante abstellen
  • Wenn ein Kind auf dem Schoß sitzt oder auf dem Arm gehalten wird, nichts Heißes trinken oder essen
  • Kabel von Wasserkocher, Samowar, Fritteuse etc. nicht herabhängen lassen
  • Hintere Kochplatten verwenden, Pfannenstiele nach hinten drehen
  • Kinder an offenen Feuerstellen nicht unbeaufsichtigt lassen

Infoblatt: Verbrühung und Verbrennung

Infografik: zum Download

 

 

 

Von null auf sicher: Verschlucken von Kleinteilen / Strangulation Spielkiste

Häufigkeit von Erstickungsunfällen
Bei Säuglingen ist Ersticken die häufigste unfallbedingte Todesursache. Die Zahl der tödlichen Erstickungsfälle ist gestiegen: 2011 erstickten 17 Jungen und 6 Mädchen im Säuglingsalter, sowie weitere 9 Jungen und 9 Mädchen im Alter von 1 bis 4 Jahren. Neben der Tatsache, dass Erstickungsunfälle schnell tödlich verlaufen können, passiert es auch oft, dass Kleinteile, die Atemwege blockieren und zu schweren Atemwegserkrankungen, z.B. zu Lungenentzündungen, führen.

Typische Gefahrensituationen
In den ersten Lebensjahren nehmen Kinder fast alles in den Mund, was sie zu fassen bekommen, um es mit Lippen und Zunge ausgiebig zu erforschen. Kinder erfahren auf diese Weise ihre Welt.

  • Kleinkinder verschlucken herumliegende Kleinteile oder atmen sie ein (Aspiration)
  • Alle Dinge, die kleiner als ein Tischtennisball sind, wie z.B. Münzen, Knopfbatterien, Knöpfe, Erdnüsse, Bonbons oder abnehmbare Kleinteile an Kinderspielzeug können verschluckt bzw. aspiriert werden

Sicherheitstipps

  • Keine kleinen Gegenstände (Perlen, Münzen, Erdnüsse) in der Reichweite des Kleinkindes liegen lassen
  • Für Kinder unter 3 Jahren kein Spielzeug kaufen, das kleiner ist als ein Tischtennisball
  • Spielzeug kritisch auf die Sicherheit, z.B. abnehmbare oder sich lösende Kleinteile prüfen
  • Gebrauchsanleitung und Warnhinweise (z.B. „Für Kinder unter 3 Jahren nicht geeignet“) unbedingt beachten
  • Kleine Spielsachen nicht zusammen mit Süßigkeiten lagern (Verwechselungsgefahr)
  • Wenn jüngere und ältere Kinder zusammen in einem Raum spielen, darauf achten, dass kleinere Kinder nicht an Spielsachen der älteren herankommen bzw. diese in den Mund nehmen
  • Ältere Kinder aufklären und sensibilisieren, welche Sachen für die Kleineren gefährlich sind

Infoblatt: Ersticken an Kleinteilen

Infografik: zum Download

 

 

Von null auf sicher: Sturz vom Wickeltisch Wickeltisch

Häufigkeit von Stürzen
Stürze verursachen mehr als die Hälfte aller Unfälle von kleinen Kindern. Wissenschaftlichen Studien zufolge erleiden pro Jahr etwa 125.000 Kinder unter fünf Jahren in Deutschland einen Sturzunfall, der ärztlich behandelt werden muss. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders oft betroffen. Die Mehrzahl der stationär behandelten Kinder erleiden Kopfverletzungen oder eine Gehirnerschütterung. Bei Säuglingen ist der Sturz vom Wickeltisch die häufigste Ursache.

Typische Gefahrensituationen

  • Das Kind zappelt und strampelt beim Wickeln und fällt vorne oder seitlich an der ungesicherten Stelle vom Wickeltisch
  • Erwachsener ist beim Wickeln abgelenkt oder unaufmerksam, z.B. durch ein Telefonat, das Kind stürzt herunter
  • Das Kind ist unbeaufsichtigt auf dem Wickeltisch und stürzt herab

Sicherheitstipps beim Wickeln

  • Wenn das Kind auf dem Wickeltisch liegt, immer eine Hand am Kind
  • Wickelutensilien in unmittelbarer Reichweite bereithalten
  • Kind erst zu Ende wickeln, dann zur Tür oder zum Telefon gehen. Oder das Kind auf den Boden legen
  • Abstand zu Kabeln, Elektrogeräten, Steckdosen, Gardinen, Fenstern halten
  • Unruhige Kinder lieber auf dem Boden wickeln und auch dort eine sichere Umgebung gewährleisten: z.B. keine herumliegenden Kleinteile, gesicherte Steckdosen

Sicherheitstipps zum Wickeltisch

  • Wickeltisch in einer Ecke des Raumes aufstellen, so dass bereits zwei schützende Wände vorhanden sind
  • Beim Kauf von Kindermöbeln auf das GS-Zeichen für "geprüfte Sicherheit" achten
  • Die optimale Wickelhöhe liegt zwischen 85 bis 92 cm; Wickelfläche sollte mindestens 55 cm tief und 70 cm breit sein
  • Seitenschutzränder sollten vorhanden sein, je höher desto sicherer
  • Auf zu hohe Wickelauflagen verzichten, da sonst die Seitenschutzränder keinen ausreichenden Schutz vor dem Herunterfallen bieten

Infoblatt: Wickeltisch - Sicher geht das!

Infografik: zum Download

Von null auf sicher: Fenstersturz Fenstersturz

Häufigkeit von Stürzen
Stürze verursachen mehr als die Hälfte aller Unfälle von kleinen Kindern. Wissenschaftlichen Studien zufolge erleiden pro Jahr etwa 125.000 Kinder unter fünf Jahren in Deutschland einen Sturzunfall, der ärztlich behandelt werden muss. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders oft betroffen. Dies gilt ganz besonders für Fensterstürze. Folgt man Presseberichten, so stehen allein von Ende Mai bis Ende August 2012 über 17 Fensterstürze von Kindern in den Schlagzeilen – darunter zwei tödliche, 13 schwer bis lebensgefährlich Verletzte. Nur zwei Kinder kommen ohne nennenswerte Schäden davon.

Typische Gefahrensituationen
Das Kind kann aus dem Fenster oder vom Balkon stürzen,

  •  wenn das Fenster offen steht und das Kind aus Neugier herausschauen will bzw. das Kind unbeaufsichtigt auf dem Balkon ist und über das Geländer schauen will
  • nachdem es sich einen Stuhl oder eine andere Steighilfe an das offene Fenster/an das Balkongeländer geschoben hat, um heraus- bzw. herunterzuschauen
  • nachdem das Kind das Fenster bzw. die Balkontür selbstständig geöffnet hat

Tipps zur Sicherung von Fenstern und Balkonen

  • Kinder stürzen leicht vom Balkon oder aus dem Fenster, weil ihr Körperschwerpunkt höher liegt als beim Erwachsenen.
  • Beugen sie sich über ein Geländer nach vorn, kippen sie leichter vorn über als Erwachsene. Deshalb:
  • Kinder dürfen nicht ohne Aufsicht auf dem Balkon spielen
  • Beim Lüften die Kinder nie ohne Aufsicht im Raum zurücklassen
  • Keine Steighilfen z.B. Stühle, Tische, Pflanzenkübel etc. nahe an das Balkongitter oder Fenster stellen
  • Querstreben an Balkongeländer gegen Klettern absichern
  • Fenster und Balkontüren mit kindersicheren, abschließbaren Griffen versehen

Infoblatt: Sturz von dem Balkon/aus dem Fenster

Infografik: zum Download

 

 

Von null auf sicher: Lauflernhilfen Lauflernhilfe

Unfälle mit Lauflernhilfen
Lauflernhilfen (auch: Babywalker, Gehfrei) sind Gestelle auf Rollen mit integriertem Sitz und manchmal auch mit zusätzlichem Spielboard, in die kleine Kinder (ab ca. 7 Monaten) gesetzt werden, um sie zu beschäftigen und mobiler zu machen. Sie sind aber das gefährlichste „Verwahrgerät“ im Säuglings- und Kleinkindalter: Mit der Lauflernhilfe erreichen Kinder eine nicht altersgemäße Mobilität. Kinderärzte schätzen die Zahl von Unfällen mit Lauflernhilfen auf bis zu 6.000 pro Jahr! Am häufigsten sind Kopfverletzungen aller Art - sowohl Schürfwunden als auch Schädelbrüche sind typisch.

Typische Gefahrensituationen
Kinder bewegen sich in der Lauflernhilfe gefährlich weit über ihre altersspezifischen motorischen Fähigkeiten hinaus. Sie erreichen für ihr Alter unnatürlich hohe Geschwindigkeiten (bis zu 10 km/h), die ein erhöhtes Unfallrisiko darstellen.

  • Die Kleinen stürzen mitsamt der Lauflernhilfe über Türschwellen oder sogar Treppen hinunter
  • Sie erleiden Verbrühungen, da sie durch die größere Reichweite im Babywalker Tassen oder Schüsseln mit heißer Flüssigkeit vom Tisch herunter reißen
  • Auch Vergiftungen sind dokumentiert, bei denen Kinder über die Lauflernhilfe mit Medikamenten oder Zigaretten in Kontakt kamen

Sicherheitstipps

  • Auf Lauflernhilfen grundsätzlich verzichten
  • Sie unterstützten nicht das Laufen lernen und sind zusätzlich extrem gefährlich, weil Kinder damit stürzen
  • Auch die Stiftung Warentest rät nach der Testung der Lauflernhilfen, Eltern vom Kauf aller getesteten Produkte ab. Grund: Selbst unter Aufsicht lassen sich schwere Unfälle nicht ausschließen

 

 

 

Förderer BMG Logo

Die Konzeption des Kindersicherheitstages 2013 erfolgte mit Förderung durch das Bundesministerium für Gesundheit.