10.06.2014

Kindersicherheitstag 2014: Planschen. Baden. Schwimmen. Sicher geht das!

Kindersicherheitstag 2014: Planschen. Baden. Schwimmen. Sicher geht das! Kindersicherheitstag 2014 Serr Novik, Fotolia

Der nationale Kindersicherheitstag findet jedes Jahr als Aktionstag und Medienereignis am 10. Juni statt. Ziel des Kindersicherheitstages ist es, die Öffentlichkeit auf Kinderunfälle und auf Prävention aufmerksam zu machen. Der Kindersicherheitstag 2014 stand unter dem Motto „Planschen. Baden. Schwimmen. Sicher geht das!“ und stellte die Sicherheit im und am Wasser ins Zentrum. Schirmherr war Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Nach der Auftaktveranstaltung in Berlin mit dem Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe, gab es im Laufe des Sommers an vielen Orten in Deutschland regionale Kindersicherheitstage. Dafür wurden von der BAG mit ihren Mitgliedern und Partnern Aktionsideen, Medien und Maßnahmen entwickelt. Um eine möglichst breite Ausstrahlung zu erzielen, rief die BAG alle, die sich für mehr Kindersicherheit engagieren, zum Mitmachen auf! Initiativen, Vereine, Schwimmschulen und Einrichtungen, die einen eigenen Kindersicherheitstag durchführten, erhielten das Aktionsposter, in das sie ihre eigenen Logos und geplanten Aktivitäten eindrucken konnten.

Die BAG berichtete über diese Aktionen, erstellte eine Landkarte mit den regionalen Kindersicherheitstagen und präsentierte Beispiele gelungener Events auf ihrer Webseite.

Hintergrundinformationen zu den Themen „Wassersicherheit“ und „Schwimmen lernen“ und weiterführenden Materialien standen ebenfalls zur Verfügung.

Aktuelle Daten und Fakten wurden ebenfalls veröffentlicht.

Der Flyer zum Kindersicherheitstag mit Tipps zur Sicherheit im und am Wasser kann online bei der BAG bestellt werden. Er ist für alle Interessierten gegen Erstattung der Versandkosten erhältlich.

Weitere Bilder finden Sie in unser Bildergalerie.

Jeder, der mitmachen möchte, wurde von der BAG unterstützt.

Initiativen, Vereine, Schwimmschulen und Einrichtungen, die einen eigenen Kindersicherheitstag durchführen möchten, konnten das Aktionsposter nutzen und mit ihren eigenen Logos und geplanten Aktivitäten versehen können.

Der Veranstaltungskalender gibt die genauen Termine der regionalen Veranstalltungen bekannt.

Hintergrundinformationen
Kind spielt am Rhein BAG - Kind spielt am Rhein

Ertrinken ist eine der häufigsten Unfallursachen, die zum Tod von kleinen Kindern führen. Als typischer Unfallort steht bei Säuglingen die Badewanne an erster Stelle. Bei Kindern im Alter von 1 - 4 Jahren droht die größte Gefahr beim Spielen am Wasser. Ab dem Grundschulalter passieren die meisten Ertrinkungsunfälle in Schwimmbädern und bei den über 10-jährigen Kindern sind das Meer oder Seen besondere Gefahrenpunkte.

Die BAG möchte Eltern und alle, die Kinder betreuen, für die Gefahren, die von Wasser ausgehen können, sensibilisieren. Denn wenn Kinder im Wasser in Not geraten, reagieren sie anders als Erwachsene: Kommt ihr Gesicht ins oder unter Wasser, können sie sich mitunter nicht selbst aus dieser Situation befreien. Sie verharren einfach in der Position und können auf diese Weise auch bei sehr niedriger Wassertiefe und an vermeintlich ungefährlichen Stellen ertrinken - wenn ihnen keiner hilft.

Ertrinken ist die zweithäufigste Unfallursache, die zum Tod von kleinen Kindern führt. Als typische Unfallorte steht bei den ganz Kleinen (bis zu zwei Jahren) die Badewanne an erster Stelle, gefolgt von Gartenteichen und offenen Gewässern (Ein- bis Dreijährige).
Ab dem Grundschulalter passieren die meisten Ertrinkungsunfälle in Schwimmbädern und bei den über 10jährigen sind das Meer oder Seen besondere Gefahrenpunkte. Die BAG möchte Eltern und alle, die Kinder betreuen, für die Gefahren, die von Wasser ausgehen können, sensibilisieren. Denn wenn Kinder im Wasser in Not geraten, reagieren sie anders als Erwachsene: Kommt ihr Gesicht ins oder unter Wasser, können sie sich mitunter nicht selbst aus dieser Situation befreien. Sie verharren einfach in der Position und können auf diese Weise auch bei sehr niedriger Wassertiefe und an vermeintlich ungefährlichen Stellen ertrinken - wenn ihnen keiner hilft. - See more at: www.kindersicherheit.de/nc/kindersicherheitstag/kisi/presse/kindersicherheitstag-2014.html

Jeder, der mitmachen möchte, wird von der BAG unterstützt. Initiativen, Vereine, Schwimmschulen und Einrichtungen, die einen eigenen Kindersicherheitstag durchführen möchten, erhalten das Aktionsposter, das sie mit ihren eigenen Logos und geplanten Aktivitäten versehen können.

Die BAG berichtet über diese Aktionen, erstellt eine „Landkarte“ mit den regionalen Kindersicherheitstagen und präsentiert Beispiele gelungener Events auf ihrer Webseite.

Ein Veranstaltungskalender wird die genauen Termine bekannt machen.

- See more at: www.kindersicherheit.de/nc/service/pm/presse/kindersicherheitstag-10-juni-2014.html

Daten und Fakten
Daten und Fakten Daten und Fakten der tödlichen Unfälle

Daten und Fakten zum Kindersicherheitstag 2014

Der Kindersicherheitstag 2014 richtete seinen Fokus auf die Sicherheit im und am Wasser – er sollte speziell zur Verhütung von Ertrinkungsunfällen beitragen. Ertrinken zählt bei Kindern zu den häufigsten tödlichen Unfällen. Je nach Alter steht diese Unfallart an zweiter bzw. dritter Stelle der Unfallsterblichkeit bei Kindern.

Kleine Kinder – eine Risikogruppe

Für kleine Kinder ist die Gefahr zu ertrinken besonders hoch. Kinder im Alter von 1-4 Jahren haben eine höhere Sterblichkeitsrate als 10-14Jährige. Die Todesfälle durch Ertrinken sind in den letzten 15 Jahren gesunken. Eine
Ausnahme zu diesem Trend bildet nach Daten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) der Sommer 2013, einem ungewöhnlich heißen Sommer mit entsprechend vielen Badeunfällen.

Ertrinken und andere Todesfälle

Die amtliche Todesursachenstatistik 2013 des Statistischen Bundesamtes liegt noch nicht vor, weshalb sich die im Folgenden dargestellten Zahlen zur Gesamtzahl der tödlichen Unfälle auf das Jahr 2012 beziehen. Die Rolle
des Ertrinkens als eine der häufigsten tödlichen Unfallarten wird aus der Tabelle ersichtlich. Ertrinken ist in allen Altersstufen eine große Gefahr. Die Umstände, unter denen Kinder ertrinken, sind jedoch nach Alter und Entwicklungsstand sehr verschieden.

Gefahren durch Wasser – wo und wie?

Um differenzierte Aussagen zu den Unfallhergängen treffen zu können, ist die Betrachtung einer größeren Fallzahl notwendig. Dies erfolgte in einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes zum Verletzungsgeschehen bei Kindern für die Jahre 1998 bis 2011. Die Datenerfassung basiert seit 1998 auf dem Internationalen Klassifikationssystem ICD 10 - seither sind vergleichende Analysen möglich.

Säuglinge ertrinken meistens zu Hause. Die Daten von1998 bis 2011 zeigen, dass in diesem Zeitraum 36 Säuglinge ertrunken sind, davon 27 - das sind 75 % - zu Hause. Allein 19 dieser Fälle geschahen in der Badewanne.
1-4 Jährige dagegen ertrinken am häufigsten beim Spielen am Wasser. Von den 483 Kindern dieses Alters, die von 1998-2011 ertrunken sind, passierten zwei Drittel nicht zu Hause, sondern an natürlichen Gewässern. Von den 54 Kindern, die in diesem Alter in einem Schwimmbecken ertrunken sind, geschahen die Unfälle bei 36 Kindern im Privatbereich und nicht in öffentlichen Schwimmbädern.
Kinder und Jugendliche von 5-14 Jahren verunglücken zumeist beim Baden gehen. 92 % der Ertrinkungsunfälle geschehen außerhalb des häuslichen Bereichs – aber nicht primär im Schwimmbad, sondern in Seen, Flüssen
oder im Meer.

Beinahe-Ertrinken hat schwerste Folgen

Auch wenn ein Kind nur "beinahe" ertrinkt, kann es innerhalb kürzester Zeit durch den Sauerstoffmangel bleibende schwerste Behinderungen erleiden. Experten gehen davon aus, dass auf jeden tödlichen Ertrinkungsunfall mindestens 5-10mal so viele schwer verletzte Kinder kommen.
Eine Dissertation (Thüner 2004) zu stationär behandelten Ertrinkungsunfällen bei 734 Kindern und Jugendlichen konnte zeigen, dass (Beinahe-)Ertrinkungsunfällein jeder denkbaren Wasserstelle statt fanden, selbst
bei einer Wassertiefe von minimal 3 cm. Insgesamt führte ein Ertrinkungsunfall in 11,5% der Fälle zum Tod, in 4% zum apallischen Syndrom (Wachkoma) und in 5,5% zu neurologischen Defiziten. 79,1% der Kinder überlebten den Beinahe-Ertrinkungsunfall ohne bleibende gesundheitliche Schädigung.

40,2% der Opfer waren zum Zeitpunkt des Unfalls zwischen ein und drei Jahre alt. Die Kleinen hatten besonders schwere neurologische Defizite. Bei 56,2% der untersuchten Unfälle spielte mangelnde Beaufsichtigung der Kinder eine Rolle, bei 23,3% war ein unbeabsichtigter Sturz der Grund des Unfalls. Jungen sind deutlich überrepräsentiert. Eine weitere Dissertation (Bichlmayer 2008), die 76 Ertrinkungsfälle in bayrischen Kliniken untersuchte, zeigte, dass auch die Unfallorte Einfluss auf die Schwere der Schädigung hatten: Besonders gravierende Folgen hatten die Ertrinkungsunfälle in stehenden offenen Gewässern. Etliche der Unfälle ereigneten sich trotz der Verwendung
von Schwimmhilfen oder Schutzvorkehrungen an Swimmingpools oder Teichen.

Studienergebnisse zur Schwimmfähigkeit

Nach Daten des DLRG-Barometers aus einer repräsentati ven forsa-Umfrage 2010 haben nur 50% aller 10Jährigen ein Jugendschwimmabzeichen erworben, können also als sichere Schwimmer bezeichnet werden. Die Frage, wie „sicher schwimmen“ definiert und überprüft wird, begründet die unterschiedlichen Raten, die verschiedene Studien ermittelt haben. Nach ersten veröffentlichten Ergebnissen aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert-Koch Instituts (2009-2012) geben 98% der befragten 11-17jährigen an, dass sie schwimmen können. Diese ausschließlich auf der Selbsteinschätzung der Befragten basierende Quote ist im Vergleich zu anderen Studien sehr hoch.

Schwimmen lernen – wie und wo?

Nach Daten der NRW-Praxisstudie 2006 lernen 36% der Kinder das Schwimmen in der Familie, 25% in einem Kurs und 14% in der Schule. Die Rahmenbedingungen beeinflussen die Qualität und Quantität des Schwimmen Lernens. Bäderschließungen und der Trend zum (Aus-)Bau von Erlebnisbädern mit Verlust von Lehrschwimmbecken erschweren vielen Schulen die Möglichkeit, den im Lehrplan vorgeschriebenen Schwimmunterricht zu erteilen. 32,6% der untersuchten Grundschulen müssen eine Entfernung von ca. 3 km bis zur nächsten nutzbaren Schwimmhalle zurücklegen und 37,1% sogar von 10 km oder mehr (SPRINT Studie).

Fehleinschätzungen bei Eltern

Der AXA Kindersicherheitsreport 2014, eine repräsentativen Befragung von etwa 1.000 Eltern, ergab, dass bei vielen Eltern Wissenslücken zur Sicherheit im und am Wasser bestehen. 60% der Eltern glauben, dass man die Not ertrinkender Kinder eindeutig erkennt, was nicht der Realität entspricht. 13% der Befragten sind der Meinung, ein Kind unter drei Jahren kann kurzzeitig alleine in der Badewanne gelassen werden. Mehr als die Hälfte der Befragten geben an, vorhandene Wasserflächen im und am Haus, wie Teich, Wassertonnen oder Pool, nicht vollständig abzusichern.

Die BAG dankt den Mitgliedern des Fachbeirats Epidemiologie
und besonders Annelie Henter und Dr. Heidrun Kahl für die Grund-
lagenarbeit zu diesem Datenblatt.

Quellen:

  • AXA (Hrsg.) Kindersicherheitsreport 2014, Köln 2014
  • Bichlmayer R: Ertrinkungsunfälle bei Kindern und Jugendlichen. Dissertation München, 2008
  • DLRG Verbandszeitschrift Lebensretter 4 2013, S. 6DSB-Sprint-Studie, Verlag Meyer & Meyer, Aachen 2006;
  • Ellsäßer G: Unfälle, Gewalt, Selbstverletzungen bei Kindern und Jugendlichen 2013, Ergebnisse der amtlichen Statistik zum Verletzungsgeschehen 2011.Wiesbaden 2014
  • Kurz D & Fritz T: Die Schwimmfähigkeit der Elfjährigen. Ergebnisse einerempirischen Studie in Nordrhein-Westfalen. Schule NRW. Amtsblatt des Ministeriums für Schule und Weiterbildung. 2007;2007(04/07):188–190
  • Robert-Koch Institut: KiGGS - Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland 2013
  • Statistisches Bundesamt: Todesursachenstatistik 2012, www.gbe-bund.de
  • Thüner C: Outcome von Ertrinkungsunfällen in Abhängigkeit von der Ursache und der Erstversorgung in der BRD. Dissertation Würzburg 2004

"Factsheet Daten und Fakten zum Kindersicherheitstag 2014" als Download

Den Flyer zum Kindersicherheitstag 2014 können Sie hier herunterladen.

Das Aktionsposter können Sie nutzen und mit ihren eigenen Logos und geplanten Aktivitäten versehen.

Schwimmen lernen - Tipps zum richtigen Einstieg Zwei Jungs schwimmen mit Badenudeln

Schwimmen lernen –
Tipps zum richtigen Einstieg

Ertrinken gehört zu den häufigsten tödlichen Unfallursachen im Kindesalter – in allen Altersstufen! Noch weitaus höher ist die Zahl der "Beinahe-Ertrinkungs­un­fälle", nicht selten mit schwerwiegenden, lebenslangen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Frühzeitig Schwimmen zu lernen, gibt Kindern im und am Wasser mehr Sicherheit und ist damit ein wichtiger Schutz vor dem Ertrinken.

"Factsheet Schwimmen lernen" als Download

Sich an Wasser zu gewöhnen und sich darin zu bewegen ist eine wichtige Vorstufe zum Schwimmen. Bereits im Kleinkindalter kann deshalb mit Wassergewöhnung begonnen werden. Drei- bis vierjährige Kinder verfügen zwar noch nicht über die motorischen und kognitiven Voraussetzungen, um gleichseitige Bewegungsabläufe zu koordinieren, sie können jedoch sehr gut an das nasse Element herangeführt werden. Wassergewöhnung sollte in dieser Lebensphase im Vordergrund stehen.

Für die Teilnahme am Anfängerschwimmkurs ist ein Alter von vier bis fünf Jahren optimal. Ziel ist es, spielerisch schwimmen zu lernen und das Frühschwimmerabzeichen „Seepferdchen“ zu erreichen. Erst etwa ab dem sechsten Lebensjahr besitzen Kinder die Fähigkeit, Arme und Beine gleichzeitig zu koordinieren – eine wichtige Voraussetzung, um die unterschiedlichen Schwimmtechniken zu erlernen. Natürlich entwickelt und lernt jedes Kind in einem individuellen Tempo. Deshalb sind Altersangaben immer nur Anhaltspunkte.

Angefangen vom Säuglingsschwimmen über das Eltern-Kind-Schwimmen, dem Seepferdchenkurs bis hin zu Schwimmkursen, in denen unterschiedliche Schwimmtechniken erlernt werden, gibt es zahlreiche Angebote – passend für jede Alters- und Entwicklungsstufe. Wenn Eltern selbst gute Schwimmer sind, können sie ihren Kindern das Schwimmen selber beibringen. Die DLRG, Schwimmschulen sowie die örtlichen Schwimmvereine bieten in vielen Städten und Gemeinden Schwimmkurse für Kinder an, die von erfahrenen Ausbilderinnen und Ausbildern geleitet werden.

Die Sicherheit der Kinder wird wesentlich von der Qualifikation der Lehrkräfte beeinflusst. Jeder, der das Rettungsschwimmzeichen in Silber hat, darf Kinder- und Erwachsenenschwimmzeichen abnehmen. Ein weiterer Nachweis ist das Zertifikat für Baby- und Kleinkinderschwimmen des Deutschen Schwimm-Verbandes. Am besten aber schauen sich Eltern zusammen mit ihren Kindern vorher Schwimmkurse an und wählen dann gemeinsam den passenden Kurs aus. In den ersten Schwimmstunden wird wichtiges Vertrauen aufgebaut. Deshalb sind sie von entscheidender Bedeutung für die Motivation zum Schwimmen lernen.

Wichtig ist auch die Gruppengröße: Eltern sollten darauf achten, dass ein Trainer nicht mehr als 15 Kinder betreut.

Bevor Kinder zur ersten Schwimmstunde gehen, sollten sie an das "große" Wasser des Schwimmbeckens und die Atmosphäre im Schwimmbad gewöhnt sein.

Jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo. Deshalb gibt es keine zwingend festgelegte Kursdauer. Ob ein Kind als erstes Brust-, Kraul- oder Rückenschwimmen lernt, richtet sich danach, womit es am besten zurechtkommt und/oder dem Kurskonzept.

Alleine das Seepferdchen geschafft zu haben, bedeutet nicht, auch wirklich gut schwimmen zu können. Dazu gehört auch nach dem Schwimmkurs noch viel Übung. In dieser Zeit ist noch immer eine erhöhte Aufmerksamkeit bzw. Aufsicht notwendig!

Kinder lernen – genau wie Erwachsene - schubweise: Eine gewisse Zeit machen sie Fortschritte, dann kann eine Phase des Stillstands kommen, der dann aber wieder der Fortschritt folgt. Geduld und viele Gelegenheiten zum Üben sind gefragt!

Das Schwimmabzeichen (in Bronze – besser Silber) ist für sicheres Schwimmen bzw. die „Schwimmfähigkeit“ von Kindern ein guter Anhaltspunkt. Die DLRG stellt hohe Anforderungen, ehe sie von Schwimmfähigkeit bei Kindern spricht:

  • Sich unter Wasser genauso gut zurecht finden wie über Wasser
  • 15 Minuten ohne Halt und ohne Hilfen im tiefen Wasser schwimmen können
  • Auf dem Rücken genauso gut schwimmen können wie auf dem Bauch
  • Mehrere Sprünge beherrschen
  • Beim Wasserschlucken nicht anhalten müssen
Schwimmen lernen  - Worauf muss man achten, wenn man mit Kindern Schwimmen geht?
Kind mit Schwimmflügeln im Wasser Bildquelle: Dr. Jörg Schriever

Die meisten Kinder freuen sich darauf, wenn sie zum Schwimmen gehen. Als Erwachsener sollte man sich seiner Verantwortung bewusst sein:

  • Auch wenn Ihr Kind ein Schwimmabzeichen geschafft hat, achten Sie darauf, dass es die eigenen Fähigkeiten nicht überschätzt. Beobachten Sie Ihr Kind im Wasser.
  • Das Schwimmen im Meer und in Wellenbädern ist extrem anstrengend. Dort geraten Kinder schnell in Not. Bleiben Sie in der Nähe.
  • Ein Bademeister achtet auf die Sicherheit im Schwimmbad, aber die elterliche Aufsichtspflicht kann er nicht übernehmen!
  • Überfordern Sie Ihr Kind nicht. Wenn es sich nicht traut, von einem Sprungbrett zu springen oder längere Distanzen zu schwimmen, hat das einen Grund! Lassen Sie Ihr Kind selbst entscheiden!
  • Wenn Sie andere Kinder mit zum Schwimmen nehmen: Vergewissern Sie sich, ob sie tatsächlich sicher schwimmen können. Auf die Selbstaussagen von Kindern kann man sich nicht verlassen.
  • Wasserspielzeug, wie Luftmatratzen, aufblasbare Schwimmtiere sind Spielsachen. Sie bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken!
  • Schwimmhilfen unterstützen das Schwimmen lernen; sie helfen, dass ein Kind nicht untergeht, sind aber kein zuverlässiger Schutz vor Ertrinken!

Weitere Infos zum Schwimmen lernen sind zu finden bei der DLRG und dem Bundesverband für Aquapädagogik.

Wasserspielzeug und Schwimmlernhilfen Wasserspielzeug

Wasserspielzeug und Schwimmlernhilfen –
Sicher im Wasser

Kinder jeden Alters lieben es, im Wasser zu spielen. Für das Planschen, Baden und Schwimmen im und auf dem Wasser steht ein riesiges Angebot an Spielzeugen, Schwimmlernhilfen und Rettungswesten zur Verfügung.

Doch welche Produkte sind für welchen Zweck sinnvoll?
Welche Produkte können gefährlich werden?
Und wie erkennt man, ob ein Produkt auch tatsächlich sicher ist?

Mehr dazu im "Factsheet Wasserspielzeug und Schwimmlernhilfen" als Download

Schwimmabzeichen
Schwimmabzeichen

Ein Schwimmabzeichen ist eine Auszeichnung im Schwimmen. Nach bestandener Prüfung erhält der Schwimmer ein buntes Stoffabzeichen zum Aufnähen auf die Badebekleidung. Dazu gibt es einen Schwimmpass oder Schwimmausweis.

Das Schwimmabzeichen für Frühschwimmer ist das Seepferdchen. Neben dem Sprung vom Beckenrand ins Wasser und dem Schwimmen vom 25 m, gilt es, einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser herauszuholen.

Das Schwimmabzeichen für fortgeschrittene Frühschwimmer ist der Seeräuber. Zum Erlangen des Abzeichens verlangt es von den Schwimmern: 100 m technikgerechtes Schwimmen, 5 m Streckentauchen mit anschließendem Herausholen eines Gegenstandes aus mindestens 1 Meter Wassertiefe.

Das Schwimmabzeichen für Vielseitigkeit ist der Seehund Trixi, das der Deutsche Schwimm-Verein (DSV) vergibt. Zur Erlangungung wird gefordert: 25 m Brustschwimmen,25 m Rücken- oder Kraulschwimmen, 15 m Dribbeln mit Wasserball im Wasser, Kopfsprung vorwärts, 7 m Streckentauchen und 1 Rolle vorwärts oder rückwärts um die Quer- oder Längsachse im Wasser.

 

Der Deutsche Jugendschwimmpass

Der Deutsche Jugendschwimmpass ist eine 3-stufige Qualifikation im Schwimmen. Die Prüfungen zu den Schwimmabzeichen dürfen von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren abgelegt werden. Der Deutsche Jugendschwimmpass wurde von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) entwickelt. Die Prüfungsleistungen werden in der Deutschen Prüfungsordnung Schwimmen/Rettungsschwimmen festgelegt. Herausgegeben wird diese von den im Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS) zusammengeschlossenen Schwimmsport treibenden Verbänden.

 

Deutsches Jugendschwimmabzeichen - Bronze

  •     Sprung vom Beckenrand und mindestens 200 Meter Schwimmen in höchstens 15 Minuten,
  •     Herausholen eines Gegenstandes aus ca. 2 Meter tiefem Wasser,
  •     Sprung aus 1 Meter Höhe oder Startsprung
  •     Kenntnis der Baderegeln

 

Deutsches Jugendschwimmabzeichen - Silber

  •     Startsprung und mindestens 400 Meter Schwimmen in höchstens 25 Minuten (300 Meter Bauch- und 100 Meter Rückenlage),
  •     zweimal Heraufholen eines Gegenstandes aus 2 Meter tiefem Wasser,
  •     10 Meter Streckentauchen,
  •     Sprung aus 3 Meter Höhe,
  •     Kenntnis der Baderegeln und der Selbstrettung

 

Deutsches Jugendschwimmabzeichen - Gold

  •     Mindestalter 9 Jahre,
  •     600 Meter Schwimmen in höchstens 24 Minuten,
  •     50 Meter Brustschwimmen in höchstens 70 Sekunden,
  •     25 Meter Kraulschwimmen,
  •     50 Meter Rückenschwimmen mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit oder 50 Meter Rückenkraulschwimmen,
  •     Tieftauchen von der Wasseroberfläche (3 Tauchringe aus ca. 2 Meter tiefem Wasser in 3 Minuten bei maximal 3 Tauchversuchen),
  •     15 Meter Streckentauchen,
  •     Sprung aus 3 Meter Höhe,
  •     50 Meter Transportschwimmen (Schieben oder Ziehen),
  •     Kenntnis der Baderegeln,
  •     Kenntnis über Hilfe bei Bade-, Boots- und Eisunfällen (Selbstrettung, einfache Fremdrettung)

Die Schwimmabzeichen werden im Auftrag des Schwimmvereins abgenommen. Bestätigt werden die erbrachten Leistungen auf einer Urkunde / einem Pass mit dem Stempel des Vereins und der Unterschrift des Prüfers bzw. Prüferin.

Die BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. empfiehlt für ein sicheres Schwimmen mindestens das Deutsche Jugendschwimmabzeichen Bronze. Noch besser für die Sicherheit der Kinder ist das Deutsche Jugendschwimmabzeichen Silber. Es erfordert mehr Fertigkeiten der Schwimmer und sie erlangen dabei die Kenntnis der Selbstrettung.

Sicherheitszeichen am Wasser Bewachter Strand Sicherheitszeichen bewachter Strand

Sicherheitszeichen am Wasser haben das Ziel, die Bevölkerung vor Gefahren aufmerksam zu machen und Risikofaktoren für die Gesundheit zu minimieren. Deshalb ist es besonders wichtig, die unterschiedlichen Sicherheitszeichen zu kennen.

Wir haben für Sie die wichtigsten Sicherheitszeichen im und am Wasser zusammengestellt:

 

Gebotszeichen - blauer Hindergrund

 

Verbotszeichen - roter Kreis

 

Rettungszeichen - grünes Quadrat

Urlaub mit dem Seepferdchen
DSH Urlaub mit dem Seepferdchen

Die Aktion DAS SICHERE HAUS bietet wasserfeste Tipps für Eltern von Schwimmanfängern.

Kinder, die gerade das "Seepferdchen"-Abzeichen haben, sind noch keine sicheren Schwimmer. Die Gefahr zu ertrinken besteht nach wie vor. Erst wenn das Kind das "Jugendschwimmabzeichen Bronze" hat, ist es einigermaßen "wasserfest". Eltern können ihr Kind auf dem Weg vom Seepferdchen- zum Bronzeabzeichen praktisch unterstützen.

Eine gute Gelegenheit zum Üben eröffnet sich im Familienurlaub oder beim Ausflug ins Schwimmbad. Ideal ist eine Luftmatratze im Gepäck, unter der die Kinder hindurch tauchen können - erst unter der Querseite, dann unter der Längsseite. Wenn keine Luftmatratze zur Hand ist, kann das Kind auch unter Papa oder Mama tauchen. Dann geht es zum Springen, das mögen die meisten Kinder. Sicher und ohne schmerzhaften Bauchklatscher gelingt der Hüpfer, wenn das Kind gestreckt und mit den Händen an den Oberschenkeln ins Wasser springt. Das Springen geht ins Schwimmen über. Das Kind schwimmt erst eine kurze Strecke zu einem Elternteil und zurück zum Beckenrand, dann in einem Dreieck vom Beckenrand zu einem Elternteil, von dort zum anderen und dann wieder zum Beckenrand. Die Eltern können Schritt für Schritt das Dreieck vergrößern, wenn das Kind eine längere Strecke als Herausforderung braucht.

Bezugswege:

Die Karte ist in Einzelexemplaren kostenfrei, 15 Exemplare kosten fünf Euro und kann kostenlos herunter geladen werden unter: www.das-sichere-haus.de

Baderegeln
Baderegeln

Die Baderegeln stellen einen Überblick über wichtige Verhaltensweisen im und am Wasser dar. Wie das Schwimmen selber, ist die Auseinandersetzung mit den Badegeln ein wichtiger Bestandteil der Schwimmausbildung.

  •     Niemals mit vollem oder ganz leerem Magen baden!
  •     Kühle dich ab, ehe du ins Wasser gehst und verlasse das Wasser, wenn du frierst!
  •     Als Nichtschwimmer nur bis zur Brust ins Wasser gehen!
  •     Nur Springen, wenn das Wasser unter dir tief genug und frei ist!
  •     Unbekannte Ufer bergen Gefahren!
  •     Meide sumpfige und pflanzendurchwachsene Gewässer!
  •     Schifffahrtswege, Schleusen, Brückenpfeiler und Wehre sind keine Badezonen!
  •     Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich!
  •     Überschätze im freien Gewässer nicht Kraft und Können!
  •     Luftmatratze, Autoschlauch und Gummitier sind im Wasser gefährliches Spielzeug!
  •     Schwimmen und Baden an der Meeresküste ist mit besonderen Gefahren verbunden!
  •     Nimm Rücksicht auf andere Badende, besonders auf Kinder!
  •     Verunreinige das Wasser nicht und verhalte dich hygienisch!
  •     Ziehe nach dem Baden das Badezeug aus und trockne dich ab!
  •     Meide zu intensive Sonnenbäder!
  •     Rufe nie um Hilfe, wenn du nicht wirklich in Gefahr bist; aber hilf anderen!

Die Baderegeln der DLRG finden Sie hier im Überblick