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Stürze und ihre Folgen

Wie Stress und Hektik zu Sturzunfällen führen

Stürze und ihre Folgen Wickelkommode

Stürze sind die häufigste Unfallursache im Kindesalter. Folgenschwere Stürze in den ersten Lebensmonaten geschehen vor allem vom Wickeltisch und von Sitzgelegenheiten. Kleinkinder stürzen meistens auf der Treppe, von Möbeln, aus dem Fenster oder vom Balkon. Hier erfahren Sie mehr zu typischen Sturzunfällen und wie Sie sie vermeiden können.

Sicherheitstipps für Wickeltisch, Bett und Sofa
Wickeltisch

Ein sehr häufiger Unfall bei Kindern im ersten Lebensjahr ist der Sturz vom Wickeltisch. Was viele junge Eltern nicht wissen: Praktisch "über Nacht" entwickeln Babys neue Fähigkeiten. Von einem Tag auf den anderen können sich Säuglinge drehen und wenden. Sie überraschen ihre Eltern mit neuen Bewegungen. Sind Mutter oder Vater beim Wickeln abgelenkt, z.B. durch ein Telefonat, die Türklingel oder Besuch ist das Unfallrisiko besonders hoch.
Auch vermeintlich sichere Stellen wie das Elternbett, Sofa oder Sessel haben ihre Tücken, wenn Säuglinge strampeln und sich drehen. Sie können einfach herunterfallen. Trotz Anschnallpflicht sind Babyautoschalen nicht so sicher wie mancher denkt. Werden die Kinder in ihren Sitzen auf Stühlen, Tischen oder Küchenarbeitsplatten abgestellt, kann das Kind durch einen Stoß oder Wackeln mit der Sitzschale herab stürzen.
Beim Sturz aus der Höhe fallen Säuglinge meist auf den Kopf. Schwere Schädeltrauma oder Hirnverletzungen können die Folge sein.

Tipps

  • Immer eine Hand am Kind! Das ist die goldene Regel für sicheres Wickeln auf einem Wickeltisch. Lassen Sie Ihr Kind dort nie alleine.
  • Wickelutensilien in unmittelbarer Reichweite bereithalten.
  • Wenn es an der Haustür klingelt oder die Geschwister sich zanken: Unterbrechen Sie das Wickeln und nehmen Sie Ihr Kind auf den Arm oder legen Sie es auf den sicheren Boden.
  • Wenn möglich, den Wickeltisch in einer Ecke des Raumes aufstellen, so dass bereits zwei schützende Wände vorhanden sind.
  • Unruhige Kinder wickeln Sie sicher auf dem Boden.
  • Kind nicht ohne Aufsicht auf Bett, Sofa, Sessel o.ä. lassen.
  • Kinder im Babyautositz oder „Liegeschale“ immer anschnallen. Diese „Liegeschalen“ nicht auf Tisch oder Stuhl abstellen, da sie herunterfallen können.
  • Lesen Sie typische Unfälle, Kauftipps und Sicherheitstipps für den Gebrauch: Wickeltisch - Sicher geht das! (PDF)

Treppen sind für Kinder im Krabbel- und Lauflernalter besonders interessant aber auch besonders gefährlich: Kleinkinder erreichen schnell Treppen und wollen die Stufen hinauf- oder hinunterklettern. Auf den Stufen verlieren sie häufig das Gleichgewicht und stürzen kopfüber hinab. Deshalb ist die Treppe ist kein sicherer Ort für kleine Kinder. Bitte montieren Sie Treppenschutzgitter, wenn Ihr Kinder ins Krabbelalter kommt!
Damit kleine Kinder am Tisch mit der übrigen Familie zusammensitzen können, werden sie in hohe Stühle gesetzt. Kinderhochstühle bergen zwei Risiken: Das Kind kann aufstehen und herausfallen oder der Stuhl kann mit dem Kind umkippen, wenn es sich z.B. mit seinen Beinen kräftig gegen den Tisch stemmt.

Kinderbetten sollten mit Gitterstäben ausgestattet und höhenverstellbar sein. So wird verhindert, dass das Kind im Schlaf oder wenn es hinaus klettern möchte, aus dem Bett stürzt. Hochbetten sollten erst für Kinder ab sechs Jahren angeschafft werden.

Tipps

 

  • Treppenschutzgitter montieren. 
  • Treppen steigen unter Aufsicht so häufig wie möglich üben: Ab dem    späten Krabbelalter kann das Vorwärts-, Hoch- und Abwärtskrabbeln auf der Treppe geübte werden; später dann aufrecht mit der Hand am Handlauf. 
  • Rutschkanten an den Treppenstufen verhindern das Wegrutschen.
  • Keine Lauflernhilfen kaufen und benutzen.
  • Kinderhochstuhl muss stabil und kippsicher sein.
  • Kind mit Hochstuhl immer mit einem Schritt- und Hüftgurt sichern,
  • Kind nie unbeaufsichtigt im Hochstuhl sitzen lassen. 
  • Kinderbetten, die der Norm entsprechen, anschaffen.
  • Auf Hochbetten für Kinder unter sechs Jahren verzichten.
  • Das Hochbett mit einem hohen Seitengitter versehen. 
  • Am Hochbett eine standfeste Leiter montieren.
  • Hochbett: Typische Unfälle, Kauftipps und Sicherheitstipps für den Gebrauch finden Sie hier: Hochbett/Etagenbett - Sicher geht das! (PDF)
  • Kinderhochstuhl: Typische Unfälle, Kauftipps und Sicherheitstipps finden Sie hier: Kinderhochstuhl - Sicher geht das! (PDF)

 

 

Besser Hände weg! Lauflernhilfe, Gehfrei Gehfrei, Lauflernhilfe: keine gute Idee!

Lauflernhilfen (auch: Babywalker, Gehfrei) sind Gestelle auf Rollen mit integriertem Sitz und manchmal auch mit zusätzlichem Spielboard. Von Herstellern werden sie für Kinder ab sechs Monaten empfohlen. Mit ihnen sollen Babys schneller laufen lernen und mobiler gemacht werden, aber vor allem kann man Kinder so „beschäftigen“.
Die BAG Mehr Sicherheit für Kinder rät vom Kauf und Gebrauch solcher "Spielgeräte" dringend ab.
Sie sind gefährlich weil die Kinder sich mit Zehenspitzen abstoßen und so recht schnell auf Rollen unterwegs sind. Bremsen können sie nicht und deshalb sind Unfälle vorprogrammiert: Sie stürzen Treppen hinunter oder kippen an Teppichkanten, Wänden und Türschwellen um. Diese Unfälle kommen sehr häufig vor und haben schlimme Folgen.
In Kanada sind diese „Spielgeräte“ deshalb aus gutem Grund verboten.

 Lauflernhilfen: Eine ernste Gefahr für Kinder! (PDF)

Kinder klettern gerne. Dabei gelangen sie manchmal in bedrohliche Situationen. Stürze von Fenster und Balkon sind folgenschwere Unfälle, die besonders häufig bei Kindern im Alter zwischen ein und drei Jahren passieren.

Tipps

•    Fensterriegel oder abschließbare Griffe an Fenster und Balkontüren einbauen.
•    Balkongitter gegen Hinaufklettern absichern: Horizontale Verstrebungen sollten einen Abstand von weniger als 7,5 cm haben oder abgedeckt werden.
•    Kind niemals unbeaufsichtigt auf dem Balkon oder am offenen Fenster spielen lassen.
•    Kind beim Lüften mit ganz geöffnetem Fenster nie allein im Zimmer lassen.
•    Stühle oder Regale nicht in der Nähe eines Fensters bzw. am Balkongeländer stehen lassen. Kinder verwenden sie als Steighilfe!

Im Vorschulalter passieren die meisten dramatischen Sturzunfälle vom Fahrrad, vom Klettergerüst oder Spielgerät. Das Gefahrenbewusstsein und der Gleichgewichtssinn von Vorschulkindern sind noch nicht ausgereift. Wenn Kinder abgelenkt sind, verlieren sie die Balance und stürzen.

Tipps

•    Vom Einfachen zum Schweren: erst Roller oder Laufrad, dann Fahrrad fahren lernen.
•    Fahrräder müssen der Körpergröße des Kindes entsprechen.
•    Immer einen Fahrradhelm tragen.
•    Vielfältige Bewegungsmöglichkeiten anbieten.
•    Sicherheitsregeln auf dem Spielplatz beachten.
Für Eltern: Spielplatz-Check (PDF)

Im folgenden finden Sie typische Unfälle und Sicherheitstipps für Aufbau, Wartung und Nutzung von Gartentrampolinen:
Gartentrampolin - Sicher geht das! (PDF)

Spielgeräte für die private Nutzung werden meist als Bausätze verkauft. Sie sind aufgrund ihrer geringeren Beanspruchung weniger stabil und haltbar als Spielgeräte auf öffentlichen Spielplätzen. Handwerkliches Geschick und ein Wissen um die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen sind notwendig, wenn sie im eigenen Garten aufgestellt werden:
Private Spielgeräte - Sicher geht das! (PDF)

Schulkinder verfeinern ihre Bewegungsabläufe, wenn sie mit anderen Kindern gemeinsam verschiedene Sport- und Bewegungsarten austesten. Sie wollen ihre Grenzen erfahren und sich mit anderen messen. Kinder haben viele verschiedene Ideen, wie sie sich bewegen möchten, und sie wollen besonders schnell sein. Beim Skifahren und Snowboarden lieben sie hohe Geschwindigkeiten und schwierige Bremsvorgänge. Dabei können sie schnell stürzen. Sturzgefahren bestehen, weil das Kind beim Erlernen, Fahren und Ausprobieren die Kontrolle verliert.

Tipps

  • Bei der Anschaffung von Freizeitsportgeräten, z.B. Inliner,  Skateboard auf hochwertiges Material achten.
  • Immer passende Schutzausrüstung tragen (Schutzhelm, Handgelenkschoner, Ellbogen- und Knieschützer).
  • Sicheres Fallen üben.
  • Brems- und Sturztraining durchführen.
  • Strikt auf die Einhaltung von (Spiel-)Regeln und Verboten achten.