Erste Hilfe

Durch Quallen verursachte Verletzungen

Durch Quallen verursachte Verletzungen

Quallen kommen in allen Weltmeeren vor. Sie gehören zu den aktiv giftigen Tieren, d.h. sie verfügen über einen Giftapparat, der dazu dient, das toxische Sekret direkt in den Organismus der Beute bzw. des Feindes einzubringen. Gifttierunfälle sind in Mitteleuropa selten. Erste Hilfe und die Behandlung der meisten Gifttierunfälle stützt sich daher nur auf eine dünne Evidenz mit wenig gesicherter Datenbasis. 

Hautkontakt mit Nesseltieren, die in Mitteleuropa beheimatet sind, verursacht meist brennende Schmerzen und Hautrötung, seltener Quaddelbildung und allergische Reaktionen. Im Pazifik, an den Küsten Australiens und Neuguineas, gibt es Würfelquallen, die gefährlicher sind. Ein Stich der Seewespe (Chironex fleckeri) kann zu Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Herzrhythmusstörungen und Herzkreislaufversagen führen.

Was tun?

1. Ruhe bewahren und ans Ufer schwimmen

Nach einem Quallenkontakt sofort ans Ufer schwimmen und die betroffene Hautstelle untersuchen. Die wichtigsten Maßnahmen in der Ersten Hilfe bestehen darin, zu verhindern, dass das Gift in den Körper gelangt.

2. Haut abwaschen

Am besten eignet sich dazu Meerwasser, da dies für die Qualle eine "normale" Umgebung ist und keine Abwehrreaktion bei den Nesselzellen auslöst.  Wenn möglich, sollten Helfer und/oder Patient Schutzhandschuhe tragen, um unnötigen Hautkontakt zu vermeiden! Bei Kontakt mit Würfelquallen wird empfohlen, Essig zum Abspülen zu verwenden. Dieser ist in Australien am Strand verfügbar.

3. Nesseln entfernen

Einigkeit herrscht darüber, dass die Nesseln schnell von der Haut entfernt werden müssen. Wie dies jedoch am besten gemacht werden soll, ist umstritten. Eine einfache Methode ist es, feinen Sand auf die Hautstellen zu streuen. Wenn der Sand trocknet, bleiben die Nesselfäden darin hängen und können dann vorsichtig mit einem stumpfen Gegenstand (z.B. einer Bankkarte oder einer Sandschaufel) von der Haut geschabt werden.
 

4. Quallenverbrennungen versorgen

Ausgedehnte Nesselverletzungen werden langfristig wie Brandwunden behandelt. Nachdem die Nesseln entfernt wurden, sollte die Wunde gekühlt werden. 

Bei großflächigen Verbrennungen kann man auch einen Verband aus sauberem, nicht fusselnden Material anlegen. Ein großzügig aufgetragene Salbe mit örtlich wirksamen Lokalanästhetikum lindert die Schmerzen.

5. Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Bei Auftreten von Schwindel, Übelkeit oder Atemnot ist sofort ein Arzt aufzusuchen, um einem Kreislaufzusammenbruch oder einen allergischen Schock zu verhindern. Gleiches gilt für den Sonderfall, dass die Augen in Kontakt mit einer Qualle gekommen sind.

Der Rettungsdienst sollte alarmiert werden, wenn es sich um sehr große Quallenverbrennungen handelt. Aber auch wenn man sich unsicher ist, was den Schweregrad der Verletzung angeht, kann die Wasserwacht oder der Rettungsdienst hinzugezogen werden.

Quellen: