Der Verbraucherrat informiert:
Neue Norm für dekorative Öllampen erschienen (DIN EN 14059)
Sicherheitslücke geschlossen
Anfang bis Mitte der 90er Jahre war es infolge von Trinken gefärbten
synthetischen Lampenöls zu schweren Unfällen z. T. mit
Todesfolge gekommen.
Hierbei war der Tod von Kleinkindern als besonders tragisch zu
werten. Das Problem lag einerseits bei den verwendeten Lampenölen
und andererseits bei den Öllampen. Öllampen waren so
hergestellt, dass ihr besonderes Design (vielfach aus Glas) und
das gefärbte synthetische Lampenöl darin einen besonderen
Reiz auf Kinder ausübte.
Im Rahmen von Gefahrstoffverordnungen und einschlägigen EU-Richtlinien
wurden die Grenzwerte zur Herabsetzung der Viskosität (Minderung
des Fließvermögens) durchgesetzt. Auch ein Einfärbeverbot
für synthetische Lampenöle war zur Gefahrenabwehr eine
der wichtigen Schritte im Bezug auf mehr Sicherheit.
Die letzte gravierende Sicherheitslücke lag bei den Öllampen.
Es mussten Wege gefunden werden, den Zugriff zum Lampenöl
zu erschweren.
Die EU-Kommission erteilte einen Normungsauftrag (Mandat) zur Erstellung von sicherheitstechnischen Festlegungen für dekorative Öllampen. Mit Ausgabe Januar 2003 liegt die Europäische Norm EN 14059 vor, die als DIN EN in das Deutsche Normenwerk übernommen wurde.
An den inhaltlichen Beratungen und der Erarbeitung der Norm waren auch Verbrauchervertreter (u. a. ein Vertreter des Verbraucherrates des DIN) maßgeblich beteiligt.
In der Einleitung zu EN 14059 wird auf bestimmte sicherheitsrelevante Zusammenhänge verwiesen:
Die Einnahme von Lampenöl kann im menschlichen Organismus - besonders bei Kleinkindern - zu schweren Lungenschäden und sogar zum Tod führen.
Kleine Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren sind besonders gefährdet. Oft trinken sie das Öl direkt aus den Lampen. Schon sehr kleine Mengen von Lampenöl (wahrscheinlich weniger als 80 mg/kg bis 150mg/kg Körpergewicht) reichen aus, dass es zu schweren Lungenkomplikationen mit tödlichem Ausgang kommt.
Die Sicherheitsnorm EN 14059 für Öllampen zielt primär darauf ab den Zugang von kleinen Kindern zum Lampenöl zu beschränken. Von dekorativen Öllampen geht ganz offensichtlich eine gewisse Anregung aus, die dazu führt, dass kleine Kinder - schon aus reiner Neugier - versuchen an das Lampenöl zu gelangen.
Produkte, die der EN 14059 entsprechen, sollten nicht als völlig sicher angesehen werden. Es ist davon auszugehen, dass sich Kinder manchmal Zugang zum Öl in der Lampe verschaffen können. Dennoch kann erwartet werden, dass das Risiko von Vergiftungsunfällen signifikant reduziert werden kann, wenn Öllampen, die die Festlegungen dieser Norm erfüllen, verwendet werden.
Es ist des weiteren darauf aufmerksam zu machen, dass europäische Gesetze und Vorschriften für synthetische Lampenöle in Kraft sind. Diese müssen für die in dekorative Öllampen zu füllende Öle von den Herstellern und vom Handel berücksichtigt und streng eingehalten werden.
Die DIN EN 14059 legt Anforderungen und Prüfverfahren für alle Öllampen für dekorative Zwecke, wie sie im Haushalt, in Restaurants, in Freizeiteinrichtungen und ähnlichen Bereichen verwendet werden, fest.
Mit der Norm DIN EN 14059 wurde eine bisher bestehende sicherheitstechnische Lücke im Bezug auf Lampenöle und Öllampen geschlossen.
Die Norm DIN EN 14059 ist zu beziehen über:
Beuth Verlag GmbH
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