Verbrühen/Verbrennen: Boiler, Dusche, Herd, Ofen und Kaffeetisch
Heißwasserboiler
und Mischbatterien für Kalt- und Warmwasser bergen erhebliche
Verbrühungsgefahren. Das auslaufende Wasser erwärmt sich
zwar meist recht langsam, kann dann aber doch sehr heiß werden;
und auch beim Öffnen des Kaltwasserhahns fließt oft
zunächst noch heißes Wasser nach, das sich im Auslaufrohr
befindet.
Heißwasserboiler und Durchlauferhitzer möglichst so hoch anbringen,
dass Kinder sie nicht erreichen können. Warmwassertemperatur auf 40 - 50° Celsius
begrenzen (das spart im Übrigen nicht nur Energie, sondern schützt
bei hartem Wasser vor Verkalkung) und Vorsorge treffen, dass Kinder die Temperatur
nicht selbst höher stellen können.
Frisch eingelassenes Badewasser unbedingt auf seine Temperatur
kontrollieren, bevor der Startschuss zum Plantschen fällt. Kleinere Kinder, die noch über
kein ausgeprägtes Temperaturgefühl verfügen und außerdem
oft Probleme bei der Bedienung der Armaturen haben, niemals alleine baden oder
duschen lassen
(
Unfallart
Ertrinken).
Kochherd und Backofen gehören zu den meistgenutzten Haushaltsgeräten;
und es lässt sich beim Kochen und Backen kaum vermeiden, dass immer wieder
einmal versehentlich heiße Flüssigkeit oder sogar heißes Fett
verschüttet wird. Zudem geben insbesondere Kochplatten auch dann noch Hitze
ab, wenn sie längst ausgeschaltet und Töpfe oder Pfannen weggeräumt
worden sind.
Wenn möglich, die hinteren Herdplatten zum Kochen bevorzugen. Nur schwere
Töpfe verwenden und Pfannenstiele zur Seite oder nach hinten drehen; außerdem
einen Kinder- Herdschutz montieren (kleines Gitter vor den Platten). Das Backofenfenster
sollte möglichst mit wärmedämmendem Glas versehen sein oder mit
einer zusätzlichen Acrylplatte gesichert werden. Kleinere Kinder bei der
Küchenarbeit überhaupt nur dann in die eigene Nähe kommen lassen,
wenn kein Stress herrscht; sonst - trotz eventueller Proteste - zumindest während
heißer Phasen in den Kinderstuhl oder den Laufstall setzen.
Während der Frühstücks- oder Kaffeetisch mit frisch aufgebrühtem
Kaffee oder Tee gedeckt wird, krabbelt das Kleinkind umher und zieht sich an
der Tischdecke hoch, um in den Stand zu kommen. Durch das Überschütten
mit heißen Getränken kommt es immer wieder zu schweren Verbrühungen.
Heiße Getränke sollten immer außerhalb der Reichweite von Kindern
stehen. Auf Tischdecken sollte man in der ersten Zeit verzichten.
Wenn
es denn trotz aller Vorsicht und Sicherheitsmaßnahmen doch
mal passiert, dass ihr Kind sich verbrüht: Kühlen Sie
die betroffene Körperstelle
mit kühlem (ca. 15° C), möglichst fließendem Wasser. Verwenden
Sie keine Brandsalben, und vergessen Sie vor allem alle kursierenden Geheimtipps,
die Zahnpasta, Öl, Mehl oder sonstige vermeintliche Wundermittel empfehlen.
Mehr
Informationen zum Thema Verbrennungen und Verbrühungen gibt es
auf der Homepage unserer
Mitgliedsorganisation
Initiative für brandverletzte Kinder Paulinchen e. V. Dort finden auch Eltern von brandverletzten
Kindern und Jugendlichen Hilfe!
