Ersticken: Plastiktüten, Kordeln, Spielzeugteile, Schränke und Federbetten
Warum
auch immer: Plastiktüten verleiten Kinder dazu, sie sich über
den Kopf zu ziehen. Dabei können sie sich jedoch leicht vor
Mund und Nase legen und festsaugen. Die Erstickungsgefahr ist groß.
Plastiktüten nicht in der Nähe von Kindern liegen lassen, schon gar
nicht im Kinderzimmer. Kindern den richtigen Gebrauch zeigen und vor dem Missbrauch
der Tüten als Spielzeug warnen.
Als sehr heimtückisch erweisen sich mitunter Kordeln
an Kinderkleidung (Anoraks,
Kapuzen, Sweat-Shirts usw.). Schnell verfangen sie sich etwa beim Spielen auf
Rutschen oder anderen Spielplatzgeräten und werden so in furchtbarer Weise
zu wahren Galgenstricken. Kleidungsschnüre können in der schließenden
Tür eines abfahrenden Schulbusses oder einer U-Bahn hängenbleiben.
Und wenn Anorakkordeln zwischen die Stufen einer Rolltreppe geraten, kommt es
trotz Notabschaltung oft zu schweren Verletzungen.
Spielplatzgeräte, Schulbusse und Rolltreppen sind aus unserem Alltag nicht
wegzudenken - wohl aber die meist ohnehin überflüssigen Kordeln an
Kleidungsstücken. Solange sie bei uns nicht wie in den USA, in England und
in Skandinavien verboten sind, sollten Eltern deshalb selbst Hand anlegen und
die Schüre entfernen. Nicht umsonst hat die Kinderkommission des Deutschen
Bundestages an die Verbände der Hersteller und Händler von Kinderkleidung
appelliert, freiwillig auf die Kordeln an Kinderkleidung zu verzichten oder nur
noch sog. "entschärfte" Kordeln, z.B. mit Sollreißstelle,
zu verwenden.
Auch ausgewiesene Spielsachen können zum Ersticken führen,
wenn sich Kleinteile lösen, die von Kleinkindern verschluckt
werden.
Beim Kauf von Spielzeug an die Sicherheit denken: auf Warnhinweis ”Nicht
für Kinder unter 3 Jahre”, auf scharfe Kanten und auf abnehmbare oder
sich lösende Kleinteile achten. Wenn jüngere und ältere Geschwister
zusammen in einem Raum spielen, vorher den Boden von kleinteiligem Spielzeug
befreien und die Großen instruieren.
Beim Versteckenspielen kriechen Kinder gern in Truhen,
Wandschränke oder
Kühlschranke und lassen dabei hinter sich den Deckel bzw. die Tür ins
Schloss fallen. Sie können sich nicht mehr selbst befreien und geraten wegen
der Dunkelheit und Enge in Panik und können unter Umständen sogar ersticken.
Truhen und Schränke immer verschlossen halten; dies gilt besonders dann,
wenn diese relativ luftdicht schließen oder im Keller, wo die Kinder noch
weniger im Auge behalten werden können, aufgestellt sind. Alte Kühlschränke,
die noch mit Schnapp- anstatt mit Magnetschloss ausgestattet sind, sollten schon
aus Gründen des Energiesparens gegen neuere Modelle ausgetauscht werden.
Federbetten sind warm und kuschelig. Für Säuglinge allerdings bergen
schwere Decken und dicke Kissen ein nicht zu unterschätzendes Erstickungsrisiko,
da sie sich von ihnen, wenn sie durch eigene Bewegungen eingesunken sein sollten,
nicht selbstständig befreien können.
Die eigenen Vorstellungen von traumhafter Gemütlichkeit nicht auf das Baby übertragen.
Ihm reicht zum Schlafen eine leichte - ggf. am Fußende befestigte - Steppdecke
und eine flache Unterlage unter dem Kopf.
Apropos Betten: Nicht ohne Gefahren für Säuglinge ist auch das elterliche
Bett, in dem sie von den sich im Schlaf bewegenden Erwachsenen - und völlig
unbemerkt von ihnen - erdrückt oder erstickt werden können.
Kinder
so früh wie möglich ans eigene Bettchen gewöhnen
und sie nach nächtlichen Still- oder Spielphasen - auch wenn´s
schwer fällt
- auch wieder dorthin zurück legen.
