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Edith Yela-Pachero, Moderatorin der BAG
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Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. bildet ModeratorInnen aus

"Unsere Tipps tragen dazu bei, Unfälle zu vermeiden."

Edith Yela-Pachero (Foto) ist Moderatorin der BAG im NRW-Modellprojekt “Safe Kids – Kindersicherheit für die Kleinsten“ und klärt Eltern über Sicherheit und Unfallprävention auf. Im Interview erläutert sie, welche Gefahren es für die Kleinsten gibt und wie man damit umgehen kann.

Frau Yela-Pachero, warum haben Sie sich zur BAG-Moderatorin weiterbilden lassen?

Durch meine eigenen Kinder - sie sind zwischen drei und neun Jahren - erlebe ich täglich, welche Gefahren es für Kinder gibt. Sie spielen mit irgendwelchen kleinen Sachen und, schwupp, stecken sie sie in den Mund. Oder wenn ich an die heiße Pfanne auf dem Herd denke! Wie schnell kann das passieren, dass man sich selber umdreht, um ein Gewürz aus dem Schrank zu holen und der Lütte kommt gerade in dem Moment angekrabbelt, richtet sich auf, sieht den Stil der Pfanne, will sich daran festhalten - und schon ist’s passiert.

Haben Sie sich vor der Geburt Ihrer Kinder mit dem Thema Sicherheit auseinander gesetzt?

Wenn ich ehrlich bin, nein. Über Situationen, wie ich Sie Ihnen gerade geschildert habe, hatte ich mir kaum Gedanken gemacht. Ich hätte auch nie vermutet, dass die meisten Unfälle mit Kindern im Haushalt passieren. Im Bekanntenkreis oder auf dem Spielplatz stelle ich fest, dass es vielen Müttern und Vätern ähnlich geht. Auch ihnen ist das Ausmaß der Gefahren, die in unserem Alltag vorhanden sind, nicht bewusst. Ich glaube, es gibt immer noch viel Aufklärungsbedarf.

Wie reagieren Eltern, wenn Sie ihnen Wissen zum Thema Sicherheit vermitteln?

Manche sind regelrecht bestürzt, wenn sie die Zahlen hören. Über 500 Tote im Jahr! Das berührt einen. Jeder denkt: Was würde ich tun, wenn das meinem Kind passiert? Dann fangen sie an, darüber nachzudenken, wo in ihrem Haushalt oder in ihrer Umgebung Gefahren lauern könnten, die sie bislang nicht beachtet haben. Manche haben mir auch schon gesagt: „Man kann ja nicht immer auf einen Schutzengel vertrauen!“ Das stimmt. Unfälle lassen sich vermeiden. Dazu tragen unsere Tipps bei.

Wie bewerten Eltern Ihrer Ansicht nach Gefahren für Kleinkinder?

Die meisten finden es normal, wenn Kinder hinfallen. Da wird kein großes Aufheben gemacht. Manche Gefahren unterschätzen sie regelrecht, zum Beispiel, wie leicht Kinder ertrinken können und wie geräuschlos das vor sich geht. Sie schreien nicht und zappeln nicht. Flaches Wasser, eine Pfütze oder ein Planschbecken, können schon tödlich sein. Wenn die Kleinen ausrutschen, verlieren sie schnell den Halt, weil ihr Kopf im Verhältnis zum Körper schwer ist. Sobald das Gesicht im Wasser ist, fehlt ihnen die Orientierung und sie können sich nicht allein wieder aufzurichten. Das heißt: Wenige Sekunden der Unaufmerksamkeit genügen schon, um ein Kind in Gefahr zu bringen.

Was können Sie den Eltern vermitteln?

Zunächst einmal kann ich ihr Bewusstsein für die Gefahren schärfen. Außerdem kann ich ihnen sehr konkrete Tipps für eine sichere Wohnung, aber auch für ihr eigenes Verhalten geben.

Zum Beispiel?

Einen Säugling nie unbeaufsichtigt auf dem Wickeltisch lassen, er könnte sich drehen, wenn man nicht da ist. Wenn’s klingelt, sollte man ihn lieber auf den Boden legen, ehe man die Tür öffnet. Oder: Den Pfannenstiel immer so drehen, dass er nicht über die Herdkante hinausragt, gerade wenn man bei Oma ist, wo es kein Herdschutzgitter gibt. Putzmittel und Arzneimittel immer in gut verschlossenen Schränken aufbewahren. Manchmal helfen auch alte Redensarten: Messer, Gabel, Schere, Licht - sind für kleine Kinder nicht.

Sollten Eltern ein Vorbild sein?

Auf jeden Fall! Das gilt nicht nur für den Umgang mit gefährlichen Gegenständen wie Messer, Scheren, Feuer oder Chemikalien. Im Straßenverkehr ist das besonders wichtig. Kinder schätzen Situationen anders ein als Erwachsene, sie brauchen mehr Zeit. Wenn wir glauben, eine Ampel oder eine Straße noch überqueren zu können, bevor es Rot wird oder ein Auto kommt, sind Kinder mit dieser Situation womöglich überfordert. Also, im Zweifel, lieber Straßenbahn oder Bus verpassen, als noch bei Gelb über die Ampel hechten. Wenn Kinder das hinterher allein tun, können sie sich gefährden.

Welche Wünsche haben Mütter und Väter bei der Sicherheitsberatung geäußert?

Alle haben erklärt, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal informiert werden wollen. Nämlich dann, wenn ihr Kind älter ist und selbständiger wird. Sie wünschen sich dann ein ähnliches Angebot: erst einen informativen Teil und anschließend ein gemeinsames Gespräch, in dem einzelne und sehr individuelle Fragen geklärt werden können.

Edith Yela-Pachero, 38, Systemberaterin, ist verheiratet und hat vier Kinder im Alter von drei bis neun Jahren. Sie lebt in Dortmund, wo sie seit 1997 als Stillberaterin tätig ist und Eltern-Kind-Turngruppen leitet. Seit zwei Jahren bietet sie auch Pekip-Kurse (Prager Eltern Kind Programm) bei verschiedenen Einrichtungen in Dortmund an.


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