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Bewegen macht Spaß
Bewegen macht Spaß

Kindergartenalltag in Rendsburg
Kindergartenalltag in
Rendsburg

Bewegungsförderung im Kindergarten
Bewegungsförderung
im Kindergarten

Das Motomobil
Das Motomobil

Rollerfahren wird in Rendsburg groß geschrieben
Rollerfahren wird in
Rendsburg groß
geschrieben

Bewegungsspiele aus dem Motomobil
Bewegungsspiele
aus dem Motomobil

Aktionen > Wettbewerb > Wettbewerb 2003 > Gewinner: Stadt Rendsburg

Rendsburg - Eine „Sichere Kommune“

Matthias Gröning,
Stadt Rendsburg, Hauptamt
Am Gymnasium 4
24768 Rendsburg
Tel. 04331/206 118, Fax 04331/55604
Email: FD.I.1@rendsburg.de

Auf der Startseite der Stadt Rendsburg unter www.rendsburg.de findet sich ein Link zur Unfallprävention. Interessierte können sich über die Arbeit des Rates für Unfallprävention, aber auch allein über das Thema Unfallprävention weitergehend informieren.

Die Stadt Rendsburg ist seit Ende 2001 Modellkommune zur Unfallprävention im Heim- und Freizeitbereich für Kinder und Jugendliche mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein.

Der in Rendsburg gegründete „Rat für Unfallprävention“ setzt sich derzeit aus Mitarbeitern des Polizei Rendsburg, Rendsburger Kinderärzten, dem ADAC Schleswig-Holstein, Ortsgruppe Rendsburg, der freiwilligen Feuerwehr Rendsburg, dem Bildungswerk des Kirchenkreises, dem Sozial-, Bau-, Umwelt- und Ordnungsamt der Stadt Rendsburg, dem Kreisgesundheitsamt, der AOK und dem DRK, der DLRG Rendsburg, sowie dem Behindertenbeauftragten der Stadt Rendsburg zusammen.

Spielplatzsicherheit

Seit dem Jahr 2001 werden alle Spielplätze in Rendsburg jährlich einer kritischen Prüfung durch den TÜV unterzogen. Regelmäßige Kontrollen sind natürlich obligatorisch.

Der Stadtteil Mastbrook wurde zur Neuanlage eines Spielplatzes ausgewählt, da die Befragung von Experten im Stadtteil ergab, dass viele Kinder über mangelnde motorische Fähigkeiten verfügen. Aufgrund der Tatsache, dass der Stadtteil nur über wenige frei bespielbare Flächen, oder Sporthallen verfügt wurde ein Areal geschaffen, das im Zentrum des Stadtteils liegt. Alle Teile des Areals, das etwa so groß wie 1,5 Fußballfelder sein wird, sind mit Gehwegen verbunden. Sind die Kinder in diesem Areal, müssen sie keine Straße mehr überqueren. Fertigstellung Dezember 2003.

In der Vergangenheit war das bespielbare Gelände 75% kleiner.
Beteiligte waren und sind der Rat für Unfallverhütung, das Bauamt der Stadt, das Umweltamt, die Grundschule, die Unfallkasse, die Kita, das Spielplatzprojekt der Beschäftigungsgesellschaft der Stadt Rendsburg.

Das Motomobil

Das Motomobil fährt regelmäßig Schulhöfe und Sporthallen an. In den Sommerferien war es regelmäßig im Schwimmzentrum Rendsburg zu Gast. Die Besatzung besteht aus ausgebildeten Motopädagoginnen und Schülerinnen. An den Aktivitäten nehmen in den Sommermonaten wöchentlich immer zwischen 50 und 60 Kinder, teilweise bis zu 70 Kinder, unterschiedlichsten Alters teil. In den Wintermonaten sind es zu jedem Termin immer über 40 Kinder.
Bei der Auswahl des Materials für das Motomobil wurde darauf geachtet, dass es optimal an die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen angepasst ist. Die Geräte sind so gestaltet und lassen sich so verändern, dass sie von Kindern, Jugendlichen und Behinderten verwendet werden können. Durch das Üben immer wieder einzelner Ausgangspunkt unseres Ansatzes ist es, die Kinder „in Bewegung zu bringen“ um,

  • ihre Motorik auszubilden und zu trainieren;
  • ihre Wahrnehmungsfähigkeit zu entwickeln, die sich nur im Zusammenspiel mit, in und über Bewegung fördern lässt;
  • ein positives Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zu entfalten, dass sinnvoll nur über gemachte, sprich bewegte Handlungsfähigkeit zustande kommen kann;
  • sich ihrer Welt zu ermächtigen, mit ihr in Kontakt zu treten und ihre Welt zu gestalten;

Unser Bewegungsangebot Motomobil zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

Teilnahmemotivation
Die Motivation zur Teilnahme an den Stunden soll von der Attraktivität unseres Bewegungsangebotes ausgehen. Dies gelingt uns durch erlebnisorientierte Bewegungssituationen, durch den Einsatz interessanter Materialien, durch Inhalte mit größtmöglichem Aufforderungscharakter und durch die Berücksichtigung der Bedürfnisse und Interessen der Kinder.

Atmosphäre
Von besonderer Bedeutung ist eine freundliche und vertrauensvolle Atmosphäre, in der Kinder sich mit allen Schwächen angenommen und mit ihren Wünschen ernst genommen fühlen.

Selbst-Tätigkeit fördern
Die Bewegungsstunden sind so konzipiert, dass die Selbst-Tätigkeit der Kinder gefördert wird. Die Bewegungssituationen sind so konzipiert, dass zum selbständigen Handeln aufgeordert wird, die Kindern den Sinn in ihrer Handlung selbst bestimmen und dieser Sinn vom Anleitungsteam auch akzeptiert wird.

Regeln und Prinzipien
Die für den Ablauf der Stunde notwendigen Grenzen werden regelmäßig besprochen und einsichtig gemacht und möglichst konsequent eingehalten. Dies fällt nicht immer leicht, da in unserer Sporthalle bzw. auf den Schulhöfen bis zu 70 Kinder regelmäßig an diesem Angebot teilnehmen.

Gelegenheit zum Alleine und in der Gruppe agieren
Die Kinder können sich individuell und nach ihren eigenen Vorstellungen mit den Geräten auseinandersetzen, ferner gibt es Spiele mit einfachen Regeln, die es ermöglichen, auch in der Gruppe zu agieren.

Leistungsdruck vermeiden
Leistungsdruck und vor allem Leistungsvergleich mit anderen wird bei uns vermieden. Hierzu gehört auch der Verzicht auf Wettkampfformen, bei denen die Einzelleistung sichtbar und am Können der anderen gemessen wird.

Unterschiedliche Schwierigkeitsstufen
Damit alle Kinder Erfolgserlebnisse haben können achten wir darauf, dass möglichst immer unterschiedliche Schwierigkeitsgrade angeboten werden. Die Kinder können dann selbst auswählen, welche Schwierigkeitsstufe sie sich zutrauen.

Wir gehen davon aus, dass nicht alle Eltern problemlos Gebühren für unser Angebot aufbringen. Unser Interesse ist es aber, allen Kindern aus den genannten Stadtteilen dieses Bewegungsangebot zu machen. So schloss sich für uns die Erhebung eines Obolus aus. Die Teilnahme ist kostenlos, da viele Eltern aus dem Stadtteil nicht willens oder in der Lage sind, regelmäßig Beiträge zu entrichten. Sportzeug ist erwünscht, aber keine Pflicht, da die Kinder, die Kommen so unabhängiger von der Versorgung der Eltern sind.

Diese Merkmale bewirken eine hohe Motivation auf Seiten der Kinder. Wir können immer wieder erfahren, dass gerade für leistungsschwache Kinder diese Bewegungsmotivation eine wesentliche Grundlage der Förderung darstellt.
Voraussetzung für das Gelingen ist eine besondere Qualifikation unserer Anleiter, die durch die spezielle Aus- und Fortbildung sowie durch hohes persönliches Engagement erreicht werden kann. Es sind nicht nur praktische Erfahrungen, sondern vor allem auch eine pädagogisch-psychologische Grundlage notwendig. In dem Bewusstsein über die vielfältigen Möglichkeiten müssen auch Grenzen einer psychomotorisch orientierten Bewegungsförderung deutlich werden. Aus diesem Grund werden die zwei Motomobilteams hauptverantwortlich von einer Motopädagogin betreut. Die Fachschule Sozialpädagogik ist neben Eon, der das Fahrzeug stellt Kooperationspartner.

Neben den regelmäßigen Angeboten hat sich das Motomobil an Veranstaltungen in Rendsburg beteiligt. Neben den Bewegungsangeboten wurden auch hier Eltern über Unfallgefahren informiert und über den Zusammenhang zwischen gezielter Bewegungsförderung und Unfallprävention informiert.

Aus dem Angebot Motomobil heraus haben sich etliche Initiativen zur Bewegungsförderung an Rendburger Grundschulen ergeben. Die Schule Neuwerk nutzt u.a. Materialien des Motomobils in den Pausenzeiten. In der Schule Mastbrook wurde eine AG "Alte Kinderspiele " entwickelt und wird laufend angeboten. Die Kinder werden in die Lage versetzt in den Pausen Bewegungsspiele ohne Anleitung für sich und andere umzusetzen.

Das Motomobil wird ab August 2004 (nach den Sommerferien) aus städtischen Mitteln zur Unfallprävention in den genannten Schulen weiter regelmäßig angeboten.

Stadtteilprojekt Mastbrook

Das Stadtteilprojekt hat ein neues Konzept erhalten. Der Kooperationspartner ist die Brücke gGmbH. Eine Familienhebamme sucht junge Eltern im Rahmen von Jugendhilfemaßnahmen aber auch präventiv auf und berät. Die Kooperation hat sich dahingehend entwickelt, dass in die Beratung der Eltern vor und nach der Geburt ihres Kindes Unfallprävention in ihrer eigenen Wohnung einbezieht und notwendige Maßnahmen ergriffen werden können. Über die Anbindung an diesen Jugendhilfeträger ist es gelungen einen zuverlässigen, langfristigen Zugang zu dieser besonders gefährdeten Zielgruppe zu finden. Dieses Angebot wird nach dem Ablauf des Gesamtprojektes weitergeführt.

In Zusammenarbeit mit der ansässigen Grundschule sind Kinder zu Ersthelfern vom DRK ausgebildet. Neben der Arbeit am verletzten Kind sind den Kindern Informationen zur Unfallverhütung vermittelt worden. Diese Veranstaltungen sind ohne Projektmittel bewerkstelligt worden. Anregung gab lediglich das Projekt Unfallprävention in Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung. In Zukunft werden weitere Angebote durch die Schule folgen.

Sicher werden durch selber Machen

Durch die Arbeit mit dem Motomobil, das vorrangig von älteren Kindern genutzt wird, wurde erkannt, dass Unfallprävention schon sehr viel früher beginnen muss. Es entstand die Idee, ein Bewegungsangebot für Kindertagesstätten zu konzipieren. Kindergartenpädagoginnen und die Eltern sind in diesem Zusammenhang für jüngere Kinder ganz wichtige Bezugspersonen. Im Kindergartenalter wird der Grundstein für spätere Einstellungen zum Thema Risikoverhalten bzw. Sicherheit und Gesundheit gelegt.

Bewegungsgeschicklichkeit sowie Bewegungssicherheit und eine gut eingespielte, geübte Körperkoordination minimieren schon im frühen Kindesalter bestimmte Unfallgefahren. Ein Sicherheitsbewusstsein kann auch mit jungen Kindern, in deren Rahmen und Möglichkeiten, erfolgreich entwickelt werden. Erleben und Lernen der Kinder im Vorschulalter vollzieht sich überwiegend im Bewegungshandeln. Alle Teilbereiche körperkoordinativer Entwicklung sollten daher in einer kindgemäßen, ganzheitlich bewegungsbewussten Erziehung Berücksichtigung finden. Die infolge der oben genannten Gesichtspunkte notwendigen Bewegungsangebote können in Verbindung mit einem erfolgreich absolvierten Sicherheitstraining einen maximalen Unfallschutz für das einzelne Kind bei Bewegung, Sport und Spiel geben.

„Sicher werden durch selber machen“ untergliedert sich in vier Teilbereiche:

  • Erzieherfortbildung zum Thema Unfallprävention und Bewegungsförderung
  • Elternabende zum Thema Entwicklungsphysiologie/psychologie und Unfallprävention
  • Bewegungsangebote für Kinder in der Kita
  • sowie gemeinsame Bewegungsangebote an Wochenenden für Eltern gemeinsam mit ihren Kindern.

Die praktischen Angebote für die Kinder erstreckten sich unter Anleitung einer Motopädagogin über 3 Monate. Eltern und Erzieher waren bei den wöchentlichen Angeboten ebenfalls beteiligt und konnten das erlernte umsetzen. Durch den Einsatz der Fachkraft über drei Monate gelingt es, die Bewegungsförderung langfristig in den Kita-Alltag zu integrieren. Das Elterninteresse konnte ebenfalls durch die Dauer und die persönliche Ansprache der Motopädagogin und des Erzieherteams geweckt werden. So gelang/gelingt es, viele Eltern für das Thema Unfallprävention und Bewegungsförderung zu interessieren und sie zur Teilnahme am Elternabend zu gewinnen.

Seit Januar 2004 werden in Ergänzung Bewegungsangebote für Eltern mit Ihren Kindern regelmäßig veranstaltet. Die zentral gelegene Turnhalle wird zur Bewegungslandschaft.

Eine Dokumentation kann angefordert werden.

Übersetzung der Flyer „Kinderunfälle“ ins Türkische

In Kooperation mit dem Verein Pädal, der in Rendsburg seit Jahren erfolgreiche Migrationssozialarbeit anbietet, entstand die Idee die Informationsblätter Kinderunfälle, die durch die Kinderärzte bei den U Untersuchungen ausgeben werden ins türkische zu übersetzen.

Informationen an die Eltern Rendsburger Neubürger

Alle Eltern Rendsburger Neubürger erhalten mit der Geburtsurkunde durch das Standesamt noch auf der Entbindungsstation Informationen zu Unfallprävention in den ersten Lebensmonaten/jahren. So wurde seit Beginn dieser Aktion Anfang 2003 jeder Haushalt mit Neugeborenen erreicht. Die Resonanz ist äußerst positiv.

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