
Europäische Kindersicherheitsstudie liegt vor
Deutschland erhält gute Bewertung
Bonn 6.5.2009.
Die European Child Safety Alliance, das europäische Netzwerk zur Kinderunfallprävention, stellt heute im Europäischen Parlament in Straßburg Ergebnisse zur Kindersicherheit in Europa vor. Für 24 Länder werden „Child Safety Report Cards“, Gutachten zur Kindersicherheit, präsentiert und bewertet. Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. vertritt Deutschland in der Allianz. 2007 wurde die erste Studie dieser Art vorgestellt.
Im europäischen Gutachten werden Maßnahmen und Strategien zur Verkehrssicherheit, zur Wassersicherheit, zur Verhinderung von Stürzen, Vergiftungen, Brand- und Erstickungsunfällen in den Blick genommen. Aber auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Datenlage, die Infrastruktur und die fachlichen Grundlagen in den Ländern werden analysiert. Und schließlich beinhalten die „Report Cards“ und der Ländervergleich auch Empfehlungen zur Prävention.
„Deutschland zählt zu den zehn Nationen, die wiederum eine gute Gesamtbewertung erhalten haben und liegt im Vergleich mit den anderen Ländern im oberen Drittel. Dennoch könnten wir vieles besser machen: beim Schutz vor Ertrinken, vor Vergiftungen oder vor Stürzen“, sagt Martina Abel, Geschäftsführerin der BAG in Bonn. Spitzenplätze im europäischen Ranking belegen Island, die Niederlande und Schweden, Schlusslichter sind Griechenland und Portugal.
Sehr gut platziert ist Deutschland bei der Verkehrssicherheit: Dank bundeseinheitlicher Gesetze und einer gut etablierten Verkehrserziehung.
Sorgen bereiten den Sicherheitsexperten die Kinderunfälle durch Ertrinken. Sie sind nach den Verkehrsunfällen die zweithäufigste Unfalltodesursache bei Kindern. Einheitliche Regelungen zum Schwimmunterricht, zur Ausbildung von Lebensrettern und zur Beschilderung von Stränden, könnten helfen, diese Unfälle zu verhindern. „Wir fordern gesetzliche Regeln zur Einzäunung von Swimmingpools und Gartenteichen. Schwimmwesten sollten für Kinder bei einer Bootstour vorgeschrieben werden. Auch müssten endlich Rauchmelder im privaten Wohnraum in allen Bundesländern Pflicht werden. Der obligatorische Einbau von Fensterriegeln für Wohnungen ab dem 1. Stock könnte viele Fensterstürze verhindern“, so Abel.
Gute Bewertungen hat Deutschland für die Infrastruktur und den Aufbau von Kapazitäten zur Kindersicherheit erhalten. Dazu zählt, dass mit der BAG seit neun Jahren eine führende nationale Organisation existiert, die primär für die Kinderunfallprävention zuständig ist. Sie hat mit Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums einen Aktionsplan entwickelt, Präventionsmaßnahmen initiiert und die beteiligten Akteure vernetzt. Die Zahl der Aktivitäten zur Kindersicherheit hat sich erhöht, so gab es mehr Öffentlichkeitsarbeit, zusätzliche Kampagnen, Fachtagungen.
Ausführliche Berichte zur europäischen Kindersicherheitsstudie finden sich auf der Internetseite der European Child Safety Alliance unter www.childsafetyeurope.org .
Die Ergebnisse für Deutschland sind auf der Webseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. unter www.kindersicherheit.de/html/internationales.html veröffentlicht.
Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. mit Sitz in Bonn ist ein bundesweit tätiger Verein. Die BAG informiert durch Veröffentlichungen auf ihrer Webseite www.kindersicherheit.de und in ihrem Internetforum www.elternforum-kindersicherheit.de über Kinderunfälle und deren Verhütung und gibt zahlreiche Broschüren zur Kindersicherheit heraus. Gemeinsam mit dem Hauptförderer Johnson & Johnson und unterstützt durch das Bundesministerium für Gesundheit setzt sich die BAG dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren, innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit sowie Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene voran zu bringen. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister.
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