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Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kinderunfallprävention in Deutschland (Child Safety Action Plan)
Die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. vorgelegten Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kinderunfallprävention in Deutschland knüpfen an nationale und internationale Dokumente und Programme zur Kindergesundheit und Sicherheit an. Mit den Empfehlungen soll der gesellschaftliche Stellenwert der Prävention von Kinderunfällen erhöht und der weitere Ausbau einer ressortübergreifenden, vernetzten und intensivierten Präventionsarbeit in Deutschland angestoßen werden. Die in Deutschland nach wie vor bestehenden, z. T. erheblichen Präventionspotenziale sollten zukünftig genutzt werden, um der öffentlichen und privaten Verantwortung für die Gesundheit von Kindern noch besser gerecht werden zu können.
Die Empfehlungen erhalten politischen Nachdruck durch eine Mitteilung der EU-Kommission an das Europäische Parlament und den Rat über Maßnahmen für ein sichereres Europa, in der die Verstärkung der Prävention von Unfällen und Verletzungen in den Mitgliedsstaaten gefordert wird. Unter dieser Vorgabe hat die BAG gemeinsam mit den nationalen Verantwortlichen und eingebunden in das Child Safety Action Plan Project der European Child Safety Alliance (www.childsafetyeurope.org) für die Bundesrepublik Empfehlungen entwickelt.
Basierend auf epidemiologischen Daten zu tödlichen und nicht-tödlichen Kinderunfällen ebenso wie auf Erkenntnissen zu relevanten Unfallorten, -mechanismen und Risikofaktoren wurde das Unfallgeschehen dargestellt. Es zeigte sich, dass es große altersbezogene Unterschiede gibt und Interventionen altersspezifisch ansetzen müssen. Eine Risikogruppe stellen jüngere Kinder und Kinder mit sozialer Benachteiligung dar. Zudem ergab eine Analyse der in Deutschland bestehenden Anbieter und Aktivitäten, dass immer noch viele Akteure unvernetzt nebeneinander arbeiten. Es ist notwendig, die Kooperation und Koordination in der Kinderunfallprävention zu stärken und Maßnahmen zu bündeln, neue Ressourcen zu erschließen und Präventionslücken zu schließen.
Insgesamt soll nach den nationalen Empfehlungen die Gesamtzahl der Kinderunfälle bis zum Jahr 2012 um 20% gesenkt werden. Es werden fünf Zielbereiche beschrieben, in denen einerseits erheblicher Handlungsbedarf besteht und andererseits eine systematische Herangehensweise möglich ist. Die ersten vier Zielbereiche entsprechen den Lebenswelten, in denen Kinder aufwachsen. Der fünfte Zielbereich deckt die Querschnittsaufgaben für eine gelingende Unfallprävention in Deutschland ab und zielt auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen.
- Ziel 1: Bis zum Jahr 2012 ist die Kinderunfallrate in Familie und Freizeit reduziert und die Kompetenz von Kindern und Eltern im Umgang mit Unfallrisiken ist erhöht.
- Ziel 2: Bis zum Jahr 2012 ist die Zahl der Kinderunfälle in Kindertagesstätten deutlich reduziert und die Kompetenz von Kindern, Eltern und Erzieher/innen im Umgang mit Unfallrisiken ist erhöht.
- Ziel 3: Bis zum Jahr 2012 ist die Zahl der Kinderunfälle in Schulen und auf dem Schulweg deutlich reduziert und die Kompetenz von Kindern, Eltern, Lehrer/innen und Betreuungspersonal, Schulträgern, Schulaufsicht im Umgang mit Unfallrisiken ist erhöht.
- Ziel 4: Bis zum Jahr 2012 machen Kreise und Städte Kinderunfälle zu einem prioritären Thema, um die Zahl der Kinderunfälle zu verringern.
- Ziel 5: Bis zum Jahr 2012 sind die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Unfallprävention im Kindes- und Jugendalter nachhaltig verbessert.
Die unfallbezogenen und präventionsrelevanten Aspekte werden im Einzelnen für die genannten Settings geschildert. In tabellarischer Form werden den Zielen Teilziele zugeordnet, z.B. die flächendeckende Aufklärung von Eltern und Kindern über alterstypische Unfallgefahren, die kindgerechte Gestaltung von Haushalten mit Kindern, die Minimierung der Unfallrisiken im Straßenverkehr und die Erfüllung von Sicherheitsstandards in Kindertagesstätten und Schulen. Als Teilziele für den kommunalen Bereich werden z.B. die Erhöhung der Zahl kommunaler Bündnisse zur Kinderunfallprävention und die Schaffung sicherer Bewegungsräume für Kinder aufgestellt. Die Optimierung der Produktsicherheit, eine Verbesserung der Datenlage und der Qualitätssicherung gehören zu den Teilzielen, auf die bei den Rahmenbedingungen eingegangen wird. Allen Teilzielen werden Maßnahmen und Startermaßnahmen zugewiesen und aufgeführt, welche Kooperationspartner eine Zielpatenschaft übernehmen und erste Umsetzungsschritte vereinbaren können.
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