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Pressekonferenz Kindersicherheitstag 2008
„Kinder wollen Sicherheit!“

10. Juni 2008

Statement von Edda Andresen, Johnson & Johnson


Guten Morgen, sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite jetzt schon einige Jahre mit der Bundesarbeitsgemeinschaft zusammen und bin wohl auch deshalb bei meinen beiden Jungs immer sehr sensibel: „Zieht eure Helme an beim Fahrradfahren! Nehmt die Knie- und auch die anderen Schoner zum Inlineskaten!“ Sie sind jetzt zwölf und Tatsache ist: Wenn die beiden heute rausgehen, gehört die Schutzausrüstung für sie immer dazu (hoffentlich auch, wenn ich nicht dabei bin). Helm und Schoner sind so normal geworden, dass sie mich darauf aufmerksam machen, wenn andere Kinder ohne sie unterwegs sind. Das kommentieren sie dann auch. Was ich damit sagen will: Mit Aufmerksamkeit und Ausdauer werden solche kleinen Sicherheitsmaßnahmen irgendwann selbstverständlich. Oder fühlt sich jemand von Ihnen noch wohl, wenn er im Auto ohne Gurt unterwegs ist?

Nein, genau. Also tun wir viel dafür, unsere Kinder zu mehr Sicherheit zu erziehen. Wir legen ihnen Sicherheitsgurte an, kaufen ihnen Fahrradhelme und Knieschoner. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass jeder mit etwas Aufmerksamkeit viel bewirken kann. Aber immer noch sterben bei uns in Deutschland mehr Kinder an Verletzungen als an Krankheiten. Um diese Rate zu reduzieren, müssen wir noch mehr tun und immer dranbleiben. Dafür engagiert sich die Bundesarbeitsgemeinschaft. Und Sie sind ja auch hier, um sich über deren Arbeit zu informieren.

Worauf ich jetzt hinauswill, ist, das Engagement der Bundesarbeitsgemeinschaft in einen weltweiten Zusammenhang zu stellen. Es geht ja nicht nur um Deutschland. Stellen Sie sich dafür bitte einmal vor, wie sicher Kinder in Ländern sind, in denen keine Mutter immer wieder sagt: „Zieh deinen Fahrradhelm an!“ Weil sie ihren Kindern gar keinen Helm kaufen kann. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Vielleicht kennen Sie diese Bilder von Motorrollern in Saigon, die bis auf zwei Meter Höhe mit Broten oder Wasserkanistern beladen sind. Das ist dort die übliche Transportmethode. 90 Prozent der Verkehrsteilnehmer sind mit so einem Gefährt unterwegs. Meist ohne Helm, denn den zu tragen ist Luxus und außerdem noch ein recht neuer Gedanke in Vietnam. Im chaotischen Stadtverkehr sind Kollisionen an der Tagesordnung. Die Folge: Jede Woche sterben in Vietnam 1.000 Kinder nach Unfällen.

Das zu verhindern, ist die Aufgabe von Safe Kids, dem weltweiten Netzwerk, dem auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder angehört. In den letzten zwei Jahren haben Helme von Safe Kids schon 66 vietnamesischen Kindern das Leben gerettet, die in schwere Unfälle verwickelt waren. Es waren dort freiwillige Helfer von Safe Kids in den Schulen unterwegs und haben 150.000 Helme an die Kinder verschenkt. Typisch für Safe Kids war, dass Sponsoren die Aktion finanziert und Schulen und Gemeinden sie mit Wissen und Koordinationsleistungen unterstützt haben: ein Gemeinschaftserfolg also.

Und als Gemeinschaft funktioniert Safe Kids heute in insgesamt 17 Ländern. Überall sind Gesundheitsexperten und Sicherheitsleute, Vertreter von Unternehmen und Organisationen, Freiwillige und Regierungen dabei. Von Anfang an auch das Unternehmen Johnson & Johnson. Safe Kids wurde 1987 in den USA von uns mit gegründet. Die deutsche Johnson & Johnson GmbH war im Jahr 2002 bei der Gründung der Bundesarbeitsgemeinschaft dabei und treibt das Anliegen von Safe Kids in Deutschland voran.

Hier sind vielleicht nicht Motorradhelme für arme Kinder das Wichtigste. In Deutschland schafft die Bundesarbeitsgemeinschaft zum Beispiel mit dem Kindersicherheitstag Öffentlichkeit. Überhaupt handeln die Mitgliedsorganisationen von Safe Kids weltweit unterschiedlich. Ein paar Beispiele noch. Die Geschichte aus Vietnam kennen Sie schon. In Südafrika sprechen Sicherheitsexperten mit Eltern darüber, wie sie ihre Kinder vor Verbrennungen schützen können. Denn mehr als die Hälfte der Einwohner kochen und heizen mit Kerosin. An den offenen Feuerstellen verbrennen sich gerade die Kinder sehr häufig.

In den USA wurde eine große Aktion gestartet, um Kindersitze zu überprüfen. Safe Kids in Uganda hat dagegen festgestellt, dass an den Straßenkreuzungen rund um die Schulen besonders viele Kinder überfahren werden. Also sind Studenten und Verkehrspolizisten losgezogen und haben auf den Straßen Bodenwellen gebaut und Zebrastreifen gemalt. Die Aktion wurde von den Gemeinden und dem Verkehrsministerium gefördert und von Unternehmen, Medien und Regierungsbeamten unterstützt. Auch das zeigt, dass unsere Projekte nur funktionieren, wenn unterschiedliche Akteure mitmachen.

Das gilt auch für Deutschland. Wir brauchen engagierte Freiwillige, Experten, Unterstützer bei den Medien, Geldgeber, Materialspender und auch Leute, die den Kontakt in die Politik halten. Deshalb sind in der Bundesarbeitsgemeinschaft Ärztevertreter ebenso Mitglieder wie Rettungsorganisationen, Sportfunktionäre, Hebammen und Großeltern-Netzwerke, die Verkehrswacht oder der TÜV. Auch Johnson & Johnson hat die Arbeit der BAG von Anfang an unterstützt. Denn wir finden entschieden, dass Kinder ein Recht auf unsere Fürsorge haben. Zwar stellen wir keine Fahrradhelme her. Aber es ist unser Anspruch als Gesundheitskonzern, nicht nur unsere Produkte zu verkaufen. Wir sind ein Wissenschafts-Unternehmen und setzen uns insgesamt dafür ein, dass Menschen ein gesundes Leben führen können. Das ist unsere Art der Fürsorge. Deshalb unterstützen wir die Arbeit von Safe Kids und der Bundesarbeitsgemeinschaft.

Das soll hier nun keine Werbeveranstaltung für Johnson & Johnson werden. Aber ich habe nicht oft die Gelegenheit, über Safe Kids und die Bundesarbeitsgemeinschaft zu sprechen, deren Arbeit uns ein wichtiges Anliegen ist. An dieser Stelle möchte ich mich deshalb vor allem für den großartigen Einsatz der vielen Mitglieder und Engagierten bedanken. Vielen Partnern muss ich es nicht extra sagen: Bitte bleiben Sie dabei. Wir brauchen Sie, und die Kinder danken es uns. Und sollte jemand noch zögern: Machen Sie mit! Wir freuen uns über jeden Unterstützer.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.


SeitenanfangBundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V., Heilsbachstr. 13, 53123 Bonn, info@kindersicherheit.de