Kindersicherheitstag 2001: Gefahren mit Feuer und Wasser
Hintergrundinformationen zu den Themen
Schwerpunktthema "Ertrinkungsunfälle"
Die Todesursachenstatistik für 1999 weist einen hohen Anteil tödlicher Unfälle durch Ertrinken im Kindesalter aus: In der Altersgruppe der 1-4jährigen Kinder waren es 58 Kinder, die durch einen Ertrinkungsunfall sterben mussten. Bei den 5-14jährigen Kindern 47 tödliche Ertrinkungsunfälle. Ertrinken ist nach den Transportmittelunfällen in allen Altersstufen die häufigste Unfallursache mit Todesfolge. Die Zahl der "Beinahe-Ertrinkungsunfälle" (near-drowning) liegt schätzungsweise 5- bis 10mal höher als o.g. Zahl.
In Abhängigkeit vom Alter der Kinder gibt es unterschiedliche Gefahrenorte. Während kleine Kinder häufiger im häuslichen Umfeld (z.B. Gartenteich, Regentonne, Planschbecken) verunglücken, ereignen sich Ertrinkungsunfälle älterer Kinder zumeist an öffentlichen Gewässern bzw. am Meer.
Schwerpunktthema "Thermische Verletzungen"
Verbrennungen und Verbrühungen sind die zweithäufigste Unfallursache bei Kindern. Jedes Jahr werden rund 3.000 Kinder durch Verbrennungs- und Verbrühungsunfälle so schwer verletzt, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen. In 80 Prozent der Fälle übergießen sich Kleinkinder mit heißen Flüssigkeiten oder berühren heiße Gegenstände. Daraus ergibt sich ein typisches Schädigungsmuster mit Verbrühungen im Gesicht, am Rumpf (Latzbereich) und an den Armen.
Die meisten Unfälle ereignen sich im 2. Lebensjahr, d.h. wenn das Kind gehen kann und in der Lage ist, z.B. ein Gefäß mit heißer Flüssigkeit vom Herd herunterzureißen. Bei älteren Kindern sind die Ursachen häufiger Flammen, Brände, Strom und Säuren. Die Unfallursachen verschieben sich mit zunehmendem Alter, bedingt durch das sich erweiternde Erlebnisumfeld. Mit einem Gipfel von Flammverletzungen und Schädigungen durch elektrischen Strom zwischen dem 9. und 11. Lebensjahr nimmt der Anteil schwerer und kombinierter Verletzungen (thermisches und mechanisches Trauma) mit dem Alter zu. Feuerwerkskörperverletzungen stellen mit thermischen Begleitschädigungen typische Verletzungen im Schul- und Jugendalter dar.
Verbrühungen machen etwa 80 Prozent der thermischen Verletzungen bei Kindern aus. Thermische Verletzungen ziehen sehr langwierige und häufige Krankenhausaufenthalte nach sich. Die Betroffenen – sowohl die Geschädigten als auch die Unfallverursacher – haben oftmals lebenslänglich mit den traumatischen Folgen des Unfalls zu kämpfen.
