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Haus der Gefahren im Floriansdorf Iserlohn

Hintergrund

In der UN-Konvention über die Rechte des Kindes wird das Recht der Kinder auf Sicherheit und Schutz als vorrangiges Rechtsgut bezeichnet. Im Bereich der Sicherheit und Gesundheit haben die dafür verantwortlichen Institutionen, Dienste und Einrichtungen den staatlichen Vorschriften bei der Durchsetzung des Kinder­rechtes auf Gewährung von Schutz und Fürsorge zu entsprechen. Zur Flankierung dieser Vorgaben hat die Bundesregierung 2005 den „Nationalen Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2010“ beschlossen. In diesem Aktionsplan, der viele Handlungsbereiche umfasst, ist die Unfallprävention als ein wesentliches Aktionsfeld definiert. Es wird festgestellt: „Die Bundesregierung strebt die Reduzierung der Unfälle mit Kindern im Haus- und Freizeitbereich ebenso wie im Straßenverkehr an.“

Kinder haben ein Recht, sicher groß zu werden. Sie haben ein Recht, in einem kindersicheren Lebensumfeld aufzuwachsen und zu lernen. Erwachsene haben die Pflicht, sichere Bedingungen zu schaffen, Kinder sicherheitsbewusst zu erziehen und ihnen Kompetenz im Umgang mit Risiken und potenziellen Unfallgefahren zu vermitteln.

Kinderunfälle sind ein wichtiges soziales und gesundheitspolitisches Thema, weil immer noch viel zu viele Kinder Unfallverletzungen erleiden – verbunden mit Schmerzen, Einschränkungen und Behinderungen, teilweise lebenslangen Folgen und hohen Kosten. Kinderunfälle sind ein zentrales Präventionsthema, weil sie sich durch geeignete Maß­nahmen zu einem Großteil vermeiden lassen. Kinder schützen, Kinder sicher machen – dies ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung!

Prävention von Kinderunfällen geht jeden an:

  • Eltern, die ihre Kinder schützen, ihre Fähigkeiten und sicheres Verhalten stärken
  • Politiker, die durch Gesetzgebung für kindgemäße Lebensbedingungen sorgen
  • Wirtschaftsunternehmen, die ihre Produkte sicher und gesundheitsgerecht gestalten
  • Erzieher/-innen und Lehrer/-innen, die Sicherheitserziehung in ihren Einrichtungen umsetzen
  • Ärzte und viele weitere Berufsgruppen, die Familien zu sicherheitsbewusstem und gesundheitsfördernden Verhalten hinführen
  • lokale Institutionen und Netzwerke, die Menschen vor Ort mit Information und Beratung erreichen
  • nationale Organisation, die mit Aufklärungskampagnen, Mitmach-Aktionen und Lobbyarbeit für Kindersicherheit sensibilisieren.

Unfälle sind das Gesundheitsrisiko Nummer eins im Kindesalter. In Deutschland sterben nach dem ersten Lebensjahr mehr Kinder an den Folgen von Unfällen als an Infektionskrankheiten und Krebs zusammen. Im Jahr 2005 verunglückten 383 Kinder unter 15 Jahren tödlich und es mussten fast 200.000 Kinder wegen einer schweren Verletzung im Krankenhaus behandelt werden. Die Verletzungen sind altersspezifisch: Während Kopfverletzungen und Verbrennungen typische Unfälle im Kleinkindalter sind, dominieren im Schulalter die Knochenbrüche unter den schweren Verletzungen. In Deutschland geschehen nach Ergebnissen einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin jährlich 1,6 Millionen Kinderunfälle, darunter 464.000 in Heim und Freizeit.

Während im Verkehrsbereich bereits viel für die Sicherheit erreicht wurde, gibt es gerade bei der Unfallverhütung in Heim und Freizeit Lücken, die nur durch verstärkten gemeinsamen Einsatz geschlossen werden können – auf nationaler wie auf regionaler Ebene. Das Haus der Gefahren zeigt einen Weg, wie nationale und regionale Partner durch Kooperation Unfallverhütung lebensnah und kindgemäß umgesetzt haben.

Im Jahr 2005 verabredeten das Floriansdorf Iserlohn und die BAG eine dauerhafte Zusammenarbeit. Damit entstand eine sich ergänzende Verbindung zwischen dem national arbeitenden Floriansdorf, wo „Prävention zum Anfassen“ groß geschrieben wird, und der Bundesarbeitsgemeinschaft, die als nationaler Dachverband und Lobby für Kinderunfallverhütung über die Region hinaus Impulse setzen kann.

Das Floriansdorf, das sich vor allem mit Brandschutzerziehung beschäftigt, wollte neben Feuer, Rauch und Hitze andere Unfallgefahren in den Blick nehmen. Die BAG schlug dem Floriansdorf vor, ein Themenhaus zur Kindersicherheit, im speziellen zu „Unfallgefahren zu Hause“ zu errichten. Konzeptionell wurde man sich schnell einig: Das Haus sollte der Abenteuerlust und dem Entdeckungsdrang der Kinder gerecht werden, sie typische Gefahren erleben lassen sowie einen großen Mitmach-Anteil haben. Die wichtigsten Gefahren und Verhaltensregeln zur Sicherheit wurden definiert und die pädagogische Umsetzung gemeinsam erarbeitet.


SeitenanfangBundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V., Heilsbachstr. 13, 53123 Bonn, info@kindersicherheit.de