Haus der Gefahren im Floriansdorf Iserlohn
Projektdurchführung
Die Projektentwicklung zur Mitmach-Ausstellung „Haus der Gefahren“ begann am 1.1.2006, die Erprobungsphase lief im Jahr 2007, der laufende Betrieb für Besuchergruppen startet im Jahr 2008.
Ein bereits existierendes, seinerzeit nicht täglich genutztes Gebäude im Floriansdorf konnte 2006 für die Mitmach-Ausstellung zur Verfügung gestellt werden. Gemeinsam mit einer Agentur haben die Sicherheitsexperten des Floriansdorfes und der BAG das Konzept, die Architektur, die Illustrationen und die Gefahren-Elemente des Hauses entwickelt.
Das Haus ist als ein pädagogisch gestalteter Erfahrungsraum für häusliche Unfallgefahren eingerichtet. Die fachliche Grundlage für die Konzeption dieses „Hauses der Gefahren“ bildet ein ganzheitlicher Ansatz zur Sicherheitsförderung mit folgenden Schwerpunkten:
- Altersgerechte Ansprache
- Spielerische Elemente und attraktive Gestaltung
- aktive Sicherheitserziehung mit Beteiligung der Kinder
- Sinnliche Erfahrung: Gefahrenquellen hautnah erleben, experimentieren, Verhalten erproben
- Lernen und Austausch im sozialen Miteinander
- Entwicklung von Risikokompetenz.
Im Haus der Gefahren sollten Kinder Sicherheitslücken selbst erleben und austesten können. Deshalb wurden zentrale Gefahrenquellen definiert und in die Planung der Hauselemente einbezogen: die gefährliche Treppe, das kippelige Regal, das herunterhängende Kabel, die heiße Herdplatte, der Stuhl vor dem offenen Fenster, die Pfütze im Badezimmer, der Aschenbecher und die Weingläser auf dem Wohnzimmertisch. Ebenso wie die baulichen und gestalterischen Notwendigkeiten wurden auch die pädagogischen und didaktischen Anforderungen berücksichtigt: Erfahren, Experimentieren, Diskutieren, Lernen und Übertragen in den Alltag sollten altersgemäß möglich sein.
Die Umbauarbeiten im Haus begannen im Sommer 2006 unter Leitung von Ralf Schulte (Floriansdorf), realisiert durch Rupert Tacke (Tricom, Essen). Die kontinuierliche fachliche Begleitung übernahmen Martina Abel und Inke Ruhe von der BAG.
Das Haus der Gefahren wurde im Laufe des Sommers 2006 umgebaut und eingerichtet, die offizielle Eröffnung fand am 7.12.2006 mit einem Festakt und einer Pressekonferenz statt.
Anfang 2007 begann die Pilotphase zur Arbeit mit Kindern im Haus der Gefahren. Das Haus wurde mit Vorschulkindern getestet und die Einrichtung auf Basis der gesammelten Erfahrungen optimiert. Weiterhin erarbeitete die BAG pädagogische Begleitmaterialien und ein Schulungskonzept für die Dozenten/Kinderbetreuer. Das Floriansdorf entwickelte Verfahren für den Ablauf der Kinderbesuche, für die Anmeldung und Vorbereitung des Besuchs einschließlich Elternarbeit in den teilnehmenden Kindertagesstätten.
Am 12.09.2007 führten zwei Mitarbeiterinnen der BAG eine Schulung im Schulungscenter des Floriansdorfes Iserlohn durch. Es nahmen 12 Personen teil (Brandschutzerzieher, Erzieherinnen), die als qualifizierte Dozenten und Betreuer im Haus der Gefahren für die Arbeit mit Kindergruppen eingesetzt werden sollen. Inhalte der Fortbildung waren:
- Daten und Fakten zu Kinderunfällen in Deutschland
- Kindheit – körperliche und psychosoziale Entwicklung, Unfallrisiken und Prävention
- Der sichere Haushalt
- Kinder im „Haus der Gefahren“ – Didaktik und Methodik
- Projektevaluation
Im Dezember 2007 wurde die Webseite www.gefahrenhaus.de ins Netz gestellt. Seither werden vom Service-Büro im Floriansdorf Anmeldungen für Kindergruppen entgegen genommen. Der laufende Betrieb für Besuchergruppen startete im Februar 2008.






