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Fachinfos > Internationales Europäischer Good Practice Guide zur Kindersicherheit

European Child Safety Alliance

Wegweiser

Profil

Die European Child Safety Alliance (ECSA) ist eine Initiative unter dem Dach von Eurosafe, der Europäischen Vereinigung zur Verletzungsprävention und Sicherheitsförderung. Der European Child Safety Alliance gehören alle 25 EU-Mitgliedsländer an. Das Ziel der ECSA ist es, die Prävention von Kinderunfällen in Europa voranzubringen. Unfälle sind in der EU Todesursache Nummer 1 bei Kindern. Rund 20.000 Kinder unter 15 Jahren sterben in Europa jedes Jahr an den Folgen eines Unfalles. Das sind drei tote Kinder pro Stunde. Die Prävention von Kinderunfällen muss daher in der EU-Politik und in allen Mitgliedsländern eine hohe Priorität erhalten. Hier ist die ECSA als unterstützendes Netzwerk aktiv.

Im Juni 2006 hat die ECSA den Europäischen Good Practice Guide zur Kindersicherheit veröffentlicht. Das Handbuch enthält 15 Projekte zur Kindersicherheit, die in den letzten Jahren in den Mitgliedsländern durchgeführt wurden und dazu beigetragen haben, die Kinderunfallzahlen in den jeweiligen Ländern zu senken. Die Publikation soll als Unterstützung für die Mitgliedsländer zur erfolgreichen Implementierung von nachgewiesenermaßen erfolgreichen Unfall-Präventionsstrategien dienen.

www.childsafetyeurope.org


European Child Safety Action Plan

Organisiert durch die ECSA und gefördert mit EU-Mitteln wird seit Mitte 2004 ein länderübergreifendes Projekt zur Verbesserung der Kinderunfallprävention in Europa durchgeführt. Bei diesem "Child Safety Action Plan Projekt“ (CSAP) geht es darum, jeweils auf nationaler Ebene Unfallpräventionsprogramme bzw. Aktionspläne zu entwickeln, die zwischen den beteiligten Ländern so weit wie möglich abgestimmt sind und auf gemeinsamen Leitlinien basieren. Dabei sollen datengestützt Zielableitungen erfolgen, nationale Kindersicherheits-Ziele festgelegt und Indikatoren zur Zielerreichung definiert werden. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. ist als einzige deutsche Organisation im CSAP-Projekt vertreten. In der ersten Projektphase 2004-2007 wirkten insgesamt 18 Länder der Europäischen Union mit. In der 2. Phase seit Oktober 2007 sind sogar 33 Nationen beteiligt.

Mehr zu den Aktivitäten in den beteiligten Nationen
Child Safety Action Plan - Phase II (pdf-Dokument)

Das deutsche Ergebnis im Child Safety Action Plan sind die „Nationalen Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kinderunfallprävention in Deutschland“, die im Juli 2007 veröffentlicht wurden. Mit diesen Empfehlungen hat die BAG gemeinsam mit vielen Partnern aus Fachwelt und Politik einen breiten Konsens für zukünftige Maßnahmen zur Erhöhung der Kindersicherheit herstellen können. Die nationalen Empfehlungen sind in der Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit (2008) ausdrücklich als Handlungsrahmen genannt.

Herausgeberin der Empfehlungen ist die BAG als NGO und primär für Kinderunfallprävention zuständiger nationaler Dachverband. In ihrer Funktion als Lobby für mehr Kindersicherheit in Deutschland und als Netzwerk der relevanten Akteure hat sie das Know-How der Kooperationspartner zusammengeführt und Prioritäten für die Reduzierung der Kinderunfälle herausgearbeitet. Die Empfehlungen beinhalten Grundlagen und strategische Ziele für die Maßnahmenentwicklung und zeigen in Ziel- und Maßnahmentableaus beispielhaft konkrete Handlungsschwerpunkte auf. Für die Umsetzung ist die Mitwirkung vieler Kooperationspartner notwendig, die ihre Aktivitäten auf diese Empfehlungen ausrichten.

Welche Maßnahmen seit der Publikation der Empfehlungen realisiert, d.h. neu auf den Weg gebracht, modifiziert oder weiterentwickelt worden sind, wird die BAG 2009 systematisch verfolgen. Eine Bestandsaufnahme zur Umsetzung der in den Empfehlungen beschriebenen Maßnahmen wird im Frühjahr 2009 durchgeführt.


Child Safety Report Cards

Europäische Kindersicherheitsgutachten 2009

Am 6. Mai 2009 hat die European Child Safety Alliance zum zweiten Mal die länderübergreifenden "Child Safety Report Cards" (Kindersicherheits-Gutachten) im Europaparlament Straßburg veröffentlicht. Gleichzeitig wurden die Report Cards in den über 20 beteiligten Ländern vorgestellt. Die Child Safety Report Cards 2009 beurteilen den Stand der Kindersicherheit und die vorhandenen Präventionsstrategien in den Ländern und zeigen die wichtigsten Maßnahmen auf, die zur Verbesserung der Kindersicherheit ergriffen werden sollten.

Deutschland zählt zu den zehn Nationen, die wiederum eine gute Gesamtbewertung erhalten haben und liegt im Vergleich mit den anderen Ländern im oberen Drittel. Spitzenplätze im europäischen Ranking belegen Island, die Niederlande und Schweden, Schlusslichter sind Griechenland und Portugal. Sehr gut platziert ist Deutschland bei der Verkehrssicherheit: Dank bundeseinheitlicher Gesetze und einer gut etablierten Verkehrserziehung. Sorgen bereiten den Sicherheitsexperten die Kinderunfälle durch Ertrinken. Sie sind nach den Verkehrsunfällen die zweithäufigste Unfalltodesursache bei Kindern. Gute Bewertungen hat Deutschland für die Infrastruktur und den Aufbau von Kapazitäten zur Kindersicherheit erhalten. Dazu zählt, dass mit der BAG seit neun Jahren eine führende nationale Organisation existiert, die primär für die Kinderunfallprävention zuständig ist.

Hintergrundinformation zu den europäischen Kindersicherheitsgutachten 2009 "Child Safety Report Cards"
Pressemitteilung vom 06.05.2009
Child Safety Report Card Germany 2009 (pdf, englisch)
Child Safety Country Profile Germany 2009 (pdf, englisch)
Europäischer Vergleich (Europe Summary for 24 Countries) auf www.childsafetyeurope.org

2007: Kinder in Deutschland leben vergleichsweise sicher - Europäische Kindersicherheits-Studie in Brüssel vorgestellt

Wenn es um die Kindersicherheit geht, kann sich Deutschland in Europa sehen lassen: Bei einer europäischen Kindersicherheits-Studie, die am 20.11.2007 auf einer Pressekonferenz in Brüssel vorgestellt wurde, belegte Deutschland unter 18 Ländern den 6. Platz. Die Studie ermittelt erstmals mit wissenschaftlichen Verfahren das Maß an Sicherheit von Kindern und Jugendlichen, das durch nationale Gesetze und Präventionsarbeit gewährleistet wird. Sie wurde von der Organisation European Child Safety Alliance erstellt, die die Zahl von Verletzungen bei Kindern und Jugendlichen in Europa verringern möchte.

Für die Kindersicherheits-Studie stellte European Child Safety Alliance in allen beteiligten Ländern Daten zusammen, ermittelte Präventionsstrategien und verglich die nationalen gesetzlichen Grundlagen. Das Ergebnis sind so genannte „Child Safety Report Cards“, also Kindersicherheits-Gutachten für alle beteiligten Länder. Wie sicherheitsbewusst die Länder Europas sind, unterscheidet sich erheblich. Schweden, die Niederlande und Nordirland belegen die Top-Plätze, Spanien, Griechenland und Portugal bilden die Schlusslichter. Den sechsten Platz teilt Deutschland mit Norwegen.

Pressemitteilung vom 20.11.2007
Kindersicherheits-Gutachten Deutschland 2007 (pdf)
Länderprofil Kindersicherheit Deutschland 2007 (pdf)

weitere Informationen und alle 18 Teilnehmerländer im Vergleich unter
www.childsafetyeurope.org

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