
Aufgepasst zwischen Tenne, Tieren und Traktoren
Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. gibt Tipps für einen unfallfreien Urlaub auf dem Bauernhof
Bonn, 1. März 2007. Die Natur erwacht, es riecht nach Frühling und die Oster-Ferienzeit rückt immer näher. Kinder wollen endlich draußen spielen und Eltern wünschen sich nichts sehnlicher als Erholung. Raus aufs Land – heißt es nun für viele Familien, die sich für einen entspannten Urlaub auf einem Bauernhof entscheiden. Hier bleibt den Kindern keine Zeit für Langeweile, es werden Kühe gemolken, Hühnereier eingesammelt und der Strohhaufen lädt zum Toben ein.
„Der Urlaub auf dem Bauernhof sollte gut vorbereitet werden“, rät Martina Abel, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. „Auf dem Hof vermischen sich die landwirtschaftliche Arbeitswelt mit dem Lebens- und Spielbereich der Kinder. Hier lauern viele Gefahren, die Kinder nicht wahrnehmen und die auch ihren Eltern häufig nicht bewusst sind“, so Abel.
Hof ist nicht gleich Hof
Auf der Suche nach einem geeigneten Ferienbauernhof sollten Eltern vorab in Erfahrung bringen, wie kindersicher der Hof ist: Sind offene Schächte wie Silobehälter, Jauchegruben oder Teiche umzäunt und landwirtschaftliche Maschinen mit Schutzvorrichtungen ausgestattet? Sind die Ställe oder Lagerhallen verschlossen? Hat die Ferienwohnung Treppengitter und kindersichern Steckdosen? Hilfreich bei der Auswahl eines sicheren Hofes ist die Plakette „Kinder sicher und gesund auf dem Bauernhof“, die die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften seit 2005 vergeben. Ausgezeichnet werden Höfe, die sich vorbildlich für die Unfallprävention von Kindern einsetzen.
Streichelhund?
Auch dem scheinbar gutmütigsten Hofhund kann es einmal zu bunt werden. Hundbisse sind bei Kindern unter sechs Jahren häufig. Deshalb sollten Kinder und Tiere niemals ohne Aufsicht gelassen werden. Den Kindern muss klar sein, dass sie zu fremden Tieren immer nur in Begleitung von Erwachsenen Kontakt aufnehmen dürfen.
Regeln für den Heuboden!
Lagerhallen, Scheunen, Dachböden bieten Verstecke und Höhlen, die für Kinder zum Verhängnis werden können. Die Familie sollte bei der Ankunft zusammen mit dem Hofbesitzer eine Begehung über das Gelände machen. Nur so können Gefahren für die Kinder rechtzeitig erkannt und gezielt vermieden werden. Gemeinsam festgelegte Regeln und ausgesprochene Verbote, deren Einhaltung von den Eltern anfangs kontrolliert wird, schützen Kinder vor schwerwiegenden Unfällen.
Einmal Traktor fahren
Traktor, Mähdrescher und andere landwirtschaftliche Fahrzeuge üben auf Kinder zwar einen großen Reiz aus, sind aber zum Klettern und Spielen absolut tabu. Werden Sicherheitsabstände nicht eingehalten, können tragische Unfälle passieren, die für Kinder häufig tödlich enden. Auf dem Traktor dürfen Kinder nur in speziellen Kindersitzen mitgenommen werden.
Zur Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Die BAG in Bonn ist ein bundesweit tätiger Verein. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister. Hauptförderer ist Penaten, eine Marke des Unternehmens Johnson und Johnson. Die BAG setzt sich dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren und innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit zu entwickeln.
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Karoline Becker
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