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Prof. Dr. Johannes Brodehl, Ehrenmitglied der BAG
Prof. Dr. Johannes Brodehl
Foto: Privat

Presse > Pressearchiv > 1/2004

BAG Mehr Sicherheit für Kinder verleiht Prof. Dr. Johannes Brodehl Ehrenmitgliedschaft

Januar 2004

„Ich habe immer nur die Initialzündung gegeben, die Arbeit wurde dann an der Basis gemacht. Denn vor Ort ist schließlich auch der Unfallort.“ Mit diesen Worten umschreibt Prof. Dr. Johannes Brodehl sein Wirken bei der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“. Während seiner langen Laufbahn als Kinderarzt hat er immer wieder Menschen zusammengebracht und sie für die Sache der Kinder eingespannt. Jetzt hat ihm die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ (BAG) – der Dachverband zur Verhütung von Kinderunfällen – die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Seine berufliche Karriere begann der 1931 in Berlin geborene Arzt mit einem Medizinstudium in Berlin und der Facharztweiterbildung in Bonn. 1970 erfolgte der Ruf als Leiter der Abteilung Kinderheilkunde II an der Medizinischen Hochschule Hannover, für die er in verschiedenen Funktionen bis zu seinem Ruhestand 1997 tätig war. Es waren immer die kleinen Patienten, denen sein berufliches Wirken galt. So war ein Schwerpunkt seiner Arbeit die pädiatrische Nephrologie (Nierenheilkunde) sowie die Behandlung und Versorgung von leber- oder nierentransplantierten Kindern. „Doch auch in dieser Zeit bin ich hatten wir immer Kindern, die einen Unfall erlitten haben, zu versorgen“, sagte Brodehl.

Brodehl ließ es aber nicht auf seiner klinischen und lehrenden Arbeit beruhen, sondern setzte sich auch auf Verbandsebene ein – sei es politisch, berufsrechtlich oder inhaltlich. 1996 übernahm er das Amt des Generalsekretärs der Deutschen Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Als führendes Mitglied der Fachgesellschaften der Kinderheilkunde und Jugendmedizin in Deutschland verstand er sich als Integrator aller kinderärztlichen Verbände. Außerdem wurden unter dem Dach der Akademie die beiden Dokumentations- und Informationsstellen für Umwelt- und Allergiefragen für Kinder gegründet, die jetzige Kinderumwelt gGmbH.

Beim Aufbau der BAG, dem ersten nationalen Bündnis zur Reduzierung von Kinderunfällen und Vorläuferin des heutigen Dachverbandes, war Brodehl eine integrierende Schlüsselperson und treibende Kraft. „Ich war im Steuerungsgremium und habe dort die jetzt jährlich stattfindenden Kindersicherheitstage und regelmäßig tagenden Arbeitsgruppen mitbegründet“, erinnert sich Brodehl. Darüber hinaus vermittelte er die jährlichen Leitthemen der BAG in den Fachpublikationen der Kinderärzte. „Es ist sehr wichtig, dass Kinderärzte und Chirurgen darüber informiert sind. Schließlich sind sie die ersten, die bei einem Unfall vor Ort sind“, erläutert Brodehl. Mit Themen wie Freizeitunfälle oder Verbrennungen stieß er sowohl bei der Fachpresse wie auch bei seinen Kollegen immer auf großes Interesse.

„Die Menschen vor Ort möchten etwas für die Prophylaxe von Kinderunfällen tun, oft fehlt dazu nur die Initialzündung. Daher habe ich es immer als meine Hauptaufgabe gesehen, regionale Netzwerke zu knüpfen“, sagte Brodehl. In dieser Rolle sieht er auch die BAG, als Initiatorin von Projekten und Themen, die vor Ort individuell umgesetzt werden. Dass solche Netzwerke funktionieren, zeigt nach Meinung Brodehls die BAG mit ihrer Mitgliederstruktur. Organisationen und Experten der verschiedensten Fachrichtungen arbeiten gemeinsam an dem Ziel, Kinderunfälle zu verhüten.

Für die Zukunft wünscht sich das BAG-Ehrenmitglied, dass das Thema Kindersicherheit gesteigerte Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung genießt. Zum jetzigen Zeitpunkt ließe sich die Arbeit zwar noch nicht an konkreten rückläufigen Unfallzahlen belegen, das könne sich aber in der Zukunft ändern. „Die Arbeit der Verkehrserziehung hat beispielsweise gezeigt, dass sich durch langjährige Aufklärungsarbeit Unfallzahlen reduzieren lassen.“ Die BAG habe in ihrem erst kurzen Bestehen schon ermutigende Ergebnisse zu verzeichnen. „Der Sicherheit von Kindern wird bereits mehr Bedeutung beigemessen. Das ist ein erster Erfolg, den es fortzusetzen gilt.“

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