BAG Mehr Sicherheit für Kinder warnt:
Hände weg von Lauflernhilfen als Weihnachtsgeschenk
Bonn, Dezember 2003. Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ (BAG) rät dringend von so genannten Lauflernhilfen ab. Die Plastikgestelle auf Rollen mit Namen wie Gehfrei, Lauflernschule oder Babywalker schaden den Kindern mehr als sie nutzen. „Sie sollen Kleinkindern schneller das Laufen beibringen, tatsächlich stehen sie einer altersgemäßen motorischen Entwicklung entgegen und lassen die Kinder sogar in die Verletzungsfalle rollen“, sagt BAG-Geschäftsführerin Martina Abel. Als Weihnachtsgeschenk seien sie völlig ungeeignet und gefährdeten die Gesundheit des Kindes.
Stürze mit Lauflernhilfen zählen neben Stürzen aus dem Kinderbett, vom Hochstuhl und vom Wickeltisch zu den häufigsten Heimunfällen kleiner Kinder. Der Unterschied zu unverzichtbaren Möbelstücken: Lauflernhilfen muss man nicht haben, denn sie bringen für die Kinder – unabhängig vom Produkttyp – keinerlei Vorteile. Dennoch haben laut Stiftung Warentest mehr als die Hälfte aller Kleinkinder so ein Gerät.
Mit Hilfe der Lauflernhilfen können sich Kleinkinder weit über ihre alters entsprechenden motorischen Fähigkeiten hinaus bewegen und bis zu zehn Stundenkilometer erreichen. Das birgt laut BAG vielfältige Sicherheitsrisiken. Die häufigste Verletzungsart sind Kopfverletzungen nach einem Treppensturz. In anderen Fällen ziehen Kinder heiße Flüssigkeiten von Möbeln herunter oder kommen mit Giften wie Zigaretten und Medikamente in Berührung, die sie sonst nicht hätten erreichen könnten.
Das Spektrum der Folgeverletzungen am Kopf erstreckte sich von Prellungen und Platzwunden über Schädelfrakturen bis hin zu innerlichen Blutungen. „Doch schon allein der Sturz aus dem Gerät kann das Kind schwer schädigen“, sagt Abel. Da schützt auch nicht die Anwesenheit eines Erwachsenen. Eine Studie hat nach BAG-Informationen ergeben, dass in 78 Prozent der Gehfreiunfälle die Kinder unter Aufsicht standen.
An die Redaktionen:
Foto im Internet unter www.kindersicherheit.de/html/bildergalerie.html#lauflern
Über die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ (BAG)
Die "Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V." (BAG) mit Sitz in Bonn ist ein bundesweit tätiger Verein. Sie wurde 1998 unter dem Dach der Bundesvereinigung für Gesundheit e. V. auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit und mit Unterstützung des Gründungsförderers Johnson & Johnson ins Leben gerufen. Ziel des Vereins ist es, Kinderunfälle zu reduzieren, innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit sowie Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene voran zu bringen. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister.
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