Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.
Public Private Partnership:
Neue Lobby für die Prävention von Kinderunfällen
Jedes Jahr verunglücken in Deutschland rund 1,8 Millionen Kinder, mehr als 570.000 von ihnen im Heim- und Freizeitbereich. Obwohl Unfälle damit zu den größten Gesundheitsrisiken von Kindern gehören, stehen sie noch immer nicht ganz oben auf der gesundheitspolitischen Tagesordnung. Um das Thema öffentlich bekannt zu machen und die Kinderunfallprävention besser zu koordinieren, wurde daher vor fünf Jahren auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Kindersicherheit gegründet. Die erfolgreiche Arbeit der BAG möchte der am 3. Dezember 2002 in Bonn gegründete Verein „Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.“ fortsetzen und damit das öffentliche Interesse an der Prävention von Kinderunfällen weiter stärken.
Ziele des Vereins
Der Verein und seine Mitglieder wollen dafür eintreten, dass das Thema „Kinderunfälle“ mehr Gewicht erhält, dass die Aufklärung über Präventionsmaßnahmen verstärkt wird und bestehende Aktivitäten von Organisationen und Initiativen bundesweit koordiniert werden.
Konkrete Ziele des Vereins sind
- Förderung des öffentlichen Interesses für Probleme und Aufgaben der Unfallverhütung
- Koordinierung und Vernetzung von Initiativen und Projekten, die sich mit der Verhütung von Unfällen bei Kindern und Jugendlichen befassen
- Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen, Organisationen, Initiativen und Projekten auf nationaler und internationaler Ebene
- Durchführung von Aktionen und Maßnahmen zur Verbesserung der Kindersicherheit
Die Vielfalt dieser Aufgaben spiegelt sich in der Liste kompetenter Gründungsmitglieder wider: ärztliche Gesellschaften und Verbände, Rettungsorganisationen, Verkehrserzieher, technische Dienstleister, Organisationen der Gesundheitsförderung und Vereinigungen der Kinderhilfe haben sich zur Verbesserung der Kinderunfallprävention zusammen geschlossen. Der neue Verein „Mehr Sicherheit für Kinder e. V.“ kann damit ein schlagkräftiges und einflussreiches Bündnis bilden.
Information vor Ort
Um die Öffentlichkeit für Kinderunfälle zu sensibilisieren, müssen Aktivitäten auf mehreren Ebenen koordiniert werden. Der Verein „Mehr Sicherheit für Kinder e. V.“ soll ein Dach für alle bieten, die sich bereits heute für Unfallverhütung engagieren oder dies in Zukunft tun wollen.
Zum anderen soll er öffentlich auf Gefahren aufmerksam machen und über Präventionsmöglichkeiten informieren. Dazu sollen vor allem auch regionale Allianzen ausgebaut werden, denn die direkte Ansprache von Kindern und Eltern vor Ort ist der erfolgreichste Weg, um Unfälle zu reduzieren.
Public Private Partnership
Schon die Bundesarbeitsgemeinschaft Kindersicherheit musste feststellen, dass öffentliche Gelder für die Realisierung dieser Ziele nur in geringem Umfang bereitstehen. Angesichts leerer Kassen bei Bund, Ländern und Kommunen ist auch nicht davon auszugehen, dass sich diese Situation verbessern wird. So setzt der Verein – aufbauend auf den bisherigen guten Erfahrungen – verstärkt auf „Public Private Partnership“, also die Unterstützung durch private Förderer gemeinsam mit öffentlicher Förderung.
Auch in der neuen Rechtsform wird die Bundesarbeitsgemeinschaft daher die positive Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung und dem Unternehmen Johnson & Johnson, Düsseldorf, fortsetzen. Der Verein möchte Vorreiter im Bereich der kooperativen Unfallprävention sein und weitere Partner für diese Form der Zusammenarbeit gewinnen.
So hat der Verein in einem Ideenpool bereits mehrere Aktivitäten geplant, darunter eine Projektbörse, ein Gestaltungswettbewerb zum Thema „Kindersicherheit“ für Schulen, Anzeigenkampagnen und Wanderausstellungen. Hierfür werden im Rahmen des „Public Private Partnership“ noch weitere Kooperationspartner gesucht.
Pläne für das Jahr 2003
- Organisation des nationalen Kindersicherheitstages am 10. Juni 2003 mit dem Schwerpunkt „Freizeitunfälle verhüten“
- Herausgabe von Informationsmitteln für Endverbraucher (Kinder, Eltern, Betreuungspersonen) und für Fachleute
- Veröffentlichung von Fakten, Hintergründen und Tipps zur Kindersicherheit in den Medien und im Internet unter www.kindersicherheit.de
- Veranstaltung von Fortbildungen für regionale Partner
- Durchführung eines Wettbewerbs zum Thema „Kinderunfälle vermeiden – besondere Lebenslagen berücksichtigen“
Pressekontakt:
Karoline Becker
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