Analysen
Fachtagung Kinderunfallprävention - Ziele, Strategien und Umsetzung
Zielsetzung der Fachtagung am 25.11.09 in Bonn war es, die Fortschritte in der Kinderunfallprävention aufzuzeigen und den Beitrag der "Nationalen Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kinderunfallprävention", die 2007 von der BAG veröffentlicht wurden, zu beleuchten. Konkret wurden Befragungsergebnisse zur Umsetzung der in den Empfehlungen beschriebenen Maßnahmen vorgestellt, erste Resultate zur Verbesserung der Datenlage dargestellt sowie anschauliche Beispiele für umgesetzte Maßnahmen in den Settings "Familie', "KiTA", "Schule" und "Kommunen" präsentiert. Eine Podiumsdiskussion zum Thema "Reduktion der Rate der Kinderunfälle um 20 % - Wunschbild oder Realziel?" mit zahlreichen Experten gab interessante Impulse.
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Ergebnisse zu Migration und Unfallrisiko
Im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts wurden neben vielen anderen Gesundheitsthemen auch die Zusammenhänge von Unfallverletzungen, Einsatz von Schutzausrüstungen und Migrationshintergrund bei Kindern untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Berichtsband „Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) 2003 – 2006: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund“ veröffentlicht. Geschlechtsspezifische und kulturspezifische Verhaltensmuster beeinflussen demnach das Unfallrisiko.
Zusammenfassung
Erkennen - Bewerten - Handeln: Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
Unter dem Titel "Erkennen - Bewerten - Handeln: Zur Gesundheit von Kindern
und Jugendlichen" haben Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Auswertung des bundesweiten Kinder-
und Jugendgesundheitssurveys (www.kiggs.de) vorgelegt, die den relativ
schlechteren Gesundheitsstatus von Kindern und Jugendlichen in schwierigen
sozialen Lagen belegt. Die Auswertung kann als Broschüre beim RKI (www.rki.de) bezogen bzw.
auch heruntergeladen (
pdf-Broschüre, 178 Seiten, 4MB) werden.
Ausgewählte Ergebnisse zu Kinderunfällen aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey
Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) ist eine repräsentative Studie des
Robert Koch-Instituts zum Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen im Alter von 0-17 Jahren. Ziel der Studie ist es, umfassende Daten zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu erheben, zu analysieren und bekannt zu machen. Die Ergebnisse sollen an die Politik, die Fachwelt und die allgemeine Öffentlichkeit weiter gegeben werden. Die Auswertung beinhaltet auch wesentliche Ergebnisse zum Unfallgeschehen bei Kindern und zum Schutzverhalten.
Im Mai 2007 ist eine erste umfassende Ergebnisdarstellung als Schwerpunktheft des Bundesgesundheitsblatts mit mehr als 40 Einzelbeiträgen zur KiGGS-Studie erschienen, darunter auch ein interessanter Beitrag zu (Unfall-)Verletzungen bei Kindern und Jugendlichen. Der Beitrag kann unter
http://www.kiggs.de/experten/downloads/Basispublikation/Kahl_Verletzungen.pdf
heruntergeladen werden.
Zum Download *
Thermische Verletzungen durch elektrische Wasserkocher
Dr. Gabriele Ellsäßer
Mehr als 6.000 Kinder verbrennen oder verbrühen sich jährlich in Deutschland so stark, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Nach Schätzungen kommen weitere 50.000 „leichtere“ Verbrühungen oder Verbrennungen hinzu, die eine ambulante medizinische Behandlung nötig machen. Unfälle mit Wasserkochern verursachen besonders schwere Verletzungen: In 96 Prozent der Fälle lag der Schweregrad der Verbrühung zwischen 2a und 3, hier ist in der Regel eine Operation erforderlich. Durchschnittlich verbrühten 10 Prozent der empfindlichen Kinderhaut. Die stationäre Behandlung der betroffenen Kinder dauerte im Durchschnitt 9 Tage. Viele dieser Unfälle könnten mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen verhindert werden, das ergibt eine neue Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V., in der 332 Kinderkliniken zu Verletzungen durch Wasserkocher und zu den Unfallhergängen befragt wurden.
pdf-Datei, 530 kB
Epidemiologische Analyse von Unfällen bei Kindern unter 15 Jahren in Deutschland
- Ausgangspunkt für die Unfallprävention
Dr. Gabriele Ellsäßer
Seit
1990 ist die Unfallmortalität bei Kindern unter 15 Jahren um
mehr als zwei Drittel gesunken und dies gilt auch für den Verkehrs- sowie
Heim- und Freizeitbereich. Die Ursachen von tödlichen Unfällen
sind alterstypisch: Ersticken, Ertrinken, Stürze und Verbrennungen
sind die häufigsten Unfallursachen bei Kindern unter 5 Jahren
und das Ertrinken sowie der Straßenverkehr die beiden häufigsten
im Schulalter. Seit Jahren sind Säuglinge und kleine
Kinder eine Hochrisikogruppe und nur bei dieser Altersgruppe
nehmen die stationär behandelten Fälle stark zu.
Die epidemiologische Analyse des Unfallgeschehens
kann einen wichtigen Beitrag für eine gezielte Unfallprävention leisten. Die in Deutschland verfügbaren Daten werden
epidemiologisch aufbereitet mit dem Ziel, Risikogruppen, Risikofaktoren
und bedeutsame Ursachen von Unfällen aufzuzeigen.
pdf-Datei, 225 kB
Wohnbedingungen und Kinderunfälle
Dipl.-Stat. Annelie Henter
Die WHO hat in einer neuen Studie (LARES) den Zusammenhang von Wohnbedingungen und Unfallgeschehen in acht europäischen Städten untersucht. Eine von BAG-Mitglied A. Henter erstellte Sonderauswertung hat speziell für die Gruppe der Kinder überprüft, welche Zusammenhänge zwischen Wohnsituation und Verletzungsrisiko bestehen. Die Ergebnisse wurden Ende Oktober erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt: Unter anderen konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass identifizierte Risikostellen wie Türschwellen oder defekte Treppenstufen, ebenso wie eine unzureichende Größe der Küche ein höheres Unfallrisiko zur Folge haben.
pdf-Datei, 80 kB
Epidemiologie von Kinderunfällen in Deutschland
Expertise von Dr. Gabriele Ellsäßer
Unfälle sind die häufigste Todesursache von Kindern in Deutschland und Europa. In dieser Expertise finden Sie u. a. aktuelle statistische Entwicklungen von Kinderunfällen, Zusammenhänge zwischen Unfällen und sozialen Risiken und Konsequenzen für die Prävention.
pdf-Datei, 270 kB
Kinderunfälle in Heim und Freizeit
Vortrag von Dipl-Stat. Annelie Henter
Im Jahr 2000 haben sich ca. 1,8 Millionen Kinder bei einem Unfall
verletzt. Frau Henter hat die wesentlichen Daten der verschiedenen
Statistiken in einem Referat zusammengefasst, das einen guten Gesamtüberblick über
die Unfallsituation im Heim- und Freizeitbereich gibt.
pdf-Datei,
230 kB
Repräsentative Haushaltsbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2000)
Das Bundesamt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
hat in einer repräsentativen Haushaltsbefragung umfangreiche
Daten zu Kinderunfällen erhoben und ausgewertet. Im Folgenden
finden Sie einen Bericht der Studie mit graphischen Darstellungen
zu Häufigkeiten von Verletzungen und tödlichen Unfällen, ärztlicher
Versorgung, Ort, Art und Ursachen von Unfällen.
pdf-Datei,
2,1 MB
Thermische Verletzungen im Kindesalter
Dr. Gabriele Ellsäßer, Landesgesundheitsamt
Brandenburg
Zum Kindersicherheitstag 2001 hat Frau Dr. Ellsäßer
für die BAG eine Expertise erstellt, die einen Überblick über
die Daten zu thermischen Verletzungen gibt. Kleinkinder zählen
zur Hochrisikogruppen. Auch ist ein Zusammenhang zum sozioökonomischen
Status der Familie festzustellen.
pdf-Datei,
1,6 MB
Epidemiologische Analyse von Sturzunfällen im Kindesalter (<15 Jahre) in Deutschland
Dr. Gabriele Ellsäßer, Landesgesundheitsamt Brandenburg
und Prof. Dr. Thomas L. Diepgen, Abteilung für Klinische Sozialmedizin
am Klinikum der Universität Heidelberg
Frau Dr. Ellsäßer und Herr Prof. Diepgen haben für
die BAG anlässlich des Kindersicherheitstages 2000 die wichtigsten
Fakten zu Sturzunfällen in einer Expertise zusammengefasst
(Daten, Unfallorte, Unfallhergang). Stürze sind die häufigste
Unfallart. Zirka 60 % aller Unfälle im Heim- und Freizeitbereich
sind Stürze…
pdf-Datei,
490 kB
Verletzungen und deren Folgen – Prävention als ärztliche Aufgabe
Dokument der Bundesärztekammer
Die Bundesärztekammer hat ein Manuskript zu „Verletzungen
und deren Folgen – Prävention als ärztliche Aufgabe“ im
Rahmen ihrer Reihe „Texte und Materialien der Bundesärztekammer
zur Fortbildung und Weiterbildung“. Es wird ein Gesamtüberblick über
die Unfallsituation in den verschiedenen Lebensaltern gegeben und
Empfehlungen an die Ärzteschaft gegeben, wie sie im Rahmen
ihrer Möglichkeiten zur Unfallverhütung beitragen können.
pdf-Datei,
530 kB
Gesetz zur Neuordnung der Sicherheit von Technischen Arbeitsmitteln und Verbraucherprodukten
Arbeitseinrichtungen und für Verbraucher bestimmte Produkte
unterliegen gesetzlichen Regelungen. Erste bedürfen einer
strengen Überprüfung und Überwachung, letztere dürfen
nur dann in den Verkehr gebracht werden, wenn sie den Anforderungen
an Sicherheit und Gesundheit entsprechen. Diese Standards gelten
auch im Bereich Kindersicherheit: Produkte, die für Kinder
hergestellt werden, dürfen weder durch ihre Zusammensetzung,
ihre Verpackung oder in ihrer Verwendung eine Gefahr darstellen.
Gesetzestext (Januar
2004), (225 kB)
Entwurf (September
2003), (80 kB)
Begründung, (65
kB)
Stellungnahme
zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Sicherheit von technischen
Arbeitsmitteln und Verbraucherprodukten der BAG Mehr Sicherheit für
Kinder e.V., (100 kB)
Brief
an die Kinderbeauftragten der Länder, (75 kB)
What works in preventing unintentional injuries in children and young adolescents?
Übersicht über Ergebnisse internationaler Studien zur Frage "Was
wirkt in der Kinderunfallprävention" von Elizabeth Towner, Community
Child Health, Department of Child Health, University Newcastle upon Tyne
In vielen Ländern sind Unfälle die Hauptursache für
Verletzungen und Todesfälle bei Kindern. Wie effektiv sind
Methoden zur Gesundheitsförderung bei der Verhütung von
Kinderunfällen? Untersucht werden Maßnahmen in der Erziehung,
in der Umwelt-, Wohn- und Freizeitgestaltung. Wissenschaftliche
Studien müssen Ursachen, Bedingungen und Vermeidungsstrategien
weiter erforschen, um Grundlagen für politische Entscheidungen
zu schaffen.
pdf-Datei,
330 kB
A league table of child deaths by injury in rich nations
UNICEF innocenti card No. 2, Feb. 2001;
Statistische Auswertungen von tödlichen
Kinderunfällen in den Industrienationen
40 Prozent aller Todesfälle im Kindesalter gehen auf Unfälle
zurück. Insgesamt sind es in der OECD 12.000 Kinderunfälle
im Jahr, die hätten vermieden werden können. Es besteht
in allen Ländern ein hoher Bedarf nach mehr Forschung, um
daraus Schlüsse für eine effektive Unfallprävention
zu ziehen. Deutlich ist in allen Staaten, dass Unfallhäufigkeit
mit der Lebens- und Familiensituation der Kinder, insbesondere
mit Armut, korreliert.
pdf-Datei,
460 kB
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