Daten und Statistiken

Wie viele Kinder verunglücken jährlich tödlich? 
Wer ist am häufigsten betroffen?
Wie kommt es zu schwerwiegenden Verletzungen bei Kindern?

Die BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. hat Statistiken und Daten aus verschiedenen Jahren zusammengetragen, um Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zu vermitteln

- See more at: www.kindersicherheit.de/fachinformationen.html

Wie viele Kinder verunglücken jährlich tödlich? 
Wer ist am häufigsten betroffen?
Wie kommt es zu schwerwiegenden Verletzungen bei Kindern?

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Jedes Jahr sterben durchschnittlich etwa 180 Kinder durch einen Unfall. Fast 200.000 Kinder müssen jährlich im Krankenhaus nach einem Unfall behandelt werden. 1.7 Mio. Kinder suchen nach einem Unfall einen Arzt auf.
Diese Zahlen sind alarmierend und zeigen, wie wichtig Unfallprävention ist. Denn der Großteil dieser Unfälle ist vermeidbar! Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns an und kontaktieren Sie uns per Mail.

Unfallzahlen 2015

Im Jahr 2013 starben 182 Kinder durch einen Unfall. Fast 200.000 Kinder müssen jährlich im Krankenhaus nach einem Unfall behandelt werden. 1.7 Mio. Kinder suchen nach einem Unfall einen Arzt auf.

10,63 Mio. Kinder unter 15 Jahren leben in Deutschland 

Bevölkerung80,77 Mio.
Fläche357 240 km²
Bevölkerungsdichte226 Personen/km²



Insgesamt ist das tödliche Unfallgeschehen bezogen auf 100.000 Kinder im Berichtsjahr um 10,5 % zurück gegangen. Während die Quote bei den Jungen gleich geblieben ist, zeigt sich bei den Quoten der Mädchen ein Rückgang um 29,4 %. Alle Altersklassen sind betroffen. 

182Kinder hatten im Jahr 2013 einen tödlichen Unfall
63durch einen Transportmittelunfall
33durch einen Ertrinkungsunfall
30durch einen Erstickungsunfall
12durch einen Unfall wegen Feuer, Flammen, Rauch
13durch einen Sturzunfall

Während Jungen und Mädchen unter 15 Jahren in der Bevölkerung fast gleich verteilt sind (51% zu 49 %), gibt es bei den Unfalldaten große Unterschiede: In allen Bereichen schneiden die Jungen schlechter ab als die Mädchen. 

Tödliche Unfälle je 100.000  JungenMädchen
Verkehr  0,50,6
Häuslicher Bereich  0,60,3
Freizeit  1,10,3

 

unter 1 Jahr  4,02,1
1 bis unter 5 Jahre  3,21,1
5 bis unter 15 Jahre  1,71,1
unter 15 Jahre2,2

1,2

 

Quellen: Stat. BA, BAST, DGUV, RKI, eigene Berechnungen

Erstellt von Annelie Henter, stat-ag, 13.02.2015


190.566 Kinder mussten im Jahr 2013 wegen einer schweren Verletzung* im Krankenhaus stationär behandelt werden, 43,4 % davon waren unter 5 Jahre alt:

 

Fälle je 1.000             Jungen   Mädchen   Jungen u. Mädchen
unter 1 Jahr35,732,334,0
1 - unter 5 Jahren24,120,022,1
unter 5 Jahren26,422,524,5
5 - unter 15 Jahren17,512,214,9
unter 15 Jahren20,315,417,9


*) ICD 10 S00-T79, T90-T98 Verletzungen, Vergiftungen ohne Komplikationen bei medizinischen Eingriffen

Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die jährlich nach Unfallverletzung ärztlich versorgt werden müssen, wird auf rund 1,7 Millionen geschätzt.
Im häuslichen Bereich (Haus, Hof, Garten) dominieren vier Unfallvorgänge:

  • Sturz in der Ebene oder aus der Höhe
  • Zusammenstoß, Zusammenprall
  • Verletzung durch spitzen Gegenstand
  • Einklemmen, Einquetschen.

Quellen: Stat. BA, BAST, DGUV, RKI, eigene Berechnungen
Erstellt von Annelie Henter, stat-ag, 13.02.2015

Unfallzahlen: Kinder und Tiere Quelle: Der Deutsche Heimtiermarkt (2015) ZZF und IVH e.V.

In mehr als der Hälfte aller Haushalte mit Kindern lebt ein Haustier. Am häufigsten sind Katzen, dann Hunde, Kleinsäuger (z.B. Kaninchen, Meerschweinchen) und Ziervögel, selten auch Reptilien in Familien zu finden.

Anlässlich des Kindersicherheitstags 2015 hat die BAG Daten und Fakten zu Tierverletzungen in Deutschland zusammen getragen. Da die amtlichen Statistiken nicht differenziert genug sind, um aussagefähige Ergebnisse zu einzelnen Tierarten und Unfallhergängen zu liefern, lässt die Datenlage nur begrenzte Aussagen zu. Die BAG hat vorhandene Daten analysiert und Studien ausgewertet.

 

Verletzungen mit Tieren

Verletzungen durch Tiere erfordern häufiger eine stationäre Behandlung als andere Unfälle. Pferde und Hunde sind bei zwei Drittel aller im Krankenhaus behandelten Tierunfälle beteiligt, Katzen bei rund 4% (ausgenommen Insektenstiche). Mädchen sind überdurchschnittlich häufig von Tierunfällen betroffen. Das liegt an der hohen Zahl von Unfällen beim Reiten.

 

Verletzungen mit Pferden

Vor allem Mädchen sind von Verletzungen mit Pferden betroffen. Der Altersgipfel liegt im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. Aber auch schon 5- bis 9-Jährige erleiden häufig schwere Verletzungen durch Pferde. Verletzungen durch Pferde haben Krankenhausbehandlungen mit durchschnittlich fünf- bzw. zehntägiger Dauer zur Folge. Die meisten Pferdeunfälle passieren durch einen Sturz vom Pferd, gefolgt von Verletzungen, die sich bei der Pflege der Tiere (Treten und Beißen) oder beim Führen von Pferden (Erschrecken und Fluchtreaktion) ereignen.

 

Verletzungen durch Hunde

Kleine Kinder (<5 Jahre) sind am stärksten gefährdet, durch Hunde Bissverletzungen zu erleiden. Die Verletzungen betreffen wegen der Körpergröße und des Spielverhaltens der Kinder vor allem den Kopf. Da Hundebisse schwere Verletzungen verursachen, beträgt die durchschnittliche stationäre Behandlungsdauer fünf Tage. Hundebisse haben oft lebenslange traumatische Erinnerungen und entstellende Narben zur Folge. Verletzungen passieren zumeist durch den eigenen (24%) oder einen bekannten Hund (34%). Jeder vierte Hundebiss ist mit Keimen infiziert.

Zum Thema "Kinder und Hunde - Informationen für Eltern zum richtigen Umgang mit Hunden" hat die BAG einen Flyer herausgegeben. Er kann hier bestellt und/oder heruntergeladen werden.

 

Verletzungen durch Katzen

Katzen sind die Tiere, die in den meisten Haushalten zu finden sind. Verletzungen mit ihnen passieren aber vergleichsweise selten. Bis zu 50 Prozent aller Katzenbisse infizieren sich, weil sie spitze und relativ lange Zähne besitzen, die tief ins Gewebe eindringen können. Dabei befördern die Tiere Keime in die Wunde, die sich in ihrem Maul und Speichel befinden. Besonders leicht infizieren sich Bisse im Bereich von Hand und Handgelenk.

 

Andere Tierverletzungen

Andere häufige Krankenhausbehandlungen erfolgen wegen der toxischen Wirkung nach Kontakt mit giftigen Tieren. Es handelt sich zumeist um Insektenbisse/-stiche. Im Jahr 2013 waren es insgesamt 858 Fälle. Die Häufigkeiten, über eine längere Zeitreihe betrachtet, schwanken erheblich - möglicherweise wetterbedingt bzw. je nach Größe der Insektenpopulation.

Diese Daten sind zusammengefasst auf einem Datenblatt, das Sie hier herunterladen können.

Weiterhin haben wir wichtige Informationen zum Thema "Kinder und Tiere" in einer Broschüre zusammengefasst. Sie kann hier bestellt und/oder heruntergeladen werden.

Unfälle, Gewalt, Selbstverletzung bei Kindern und Jugendlichen 2014 Frontcover: Unfälle Gewalt, Selbstverletzung

Im aktuellen Bericht von Dr. Gabriele Ellsäßer „Unfälle, Gewalt, Selbstverletzung bei Kindern und Jugendlichen" werden auf der Grundlage der Todesursachen-, Krankenhausdiagnose- und Straßenverkehrsunfallstatistik 2012 die epidemiologischen Erkenntnisse zu Verletzungen mit und ohne Todesfolge von Kindern (unter 15 Jahren) und Jugendlichen (15 – 19 Jahre) dargestellt.

Erstmalig wird in diesem Bericht ein europäischer Vergleich zwischen Deutschland und den anderen Mitgliedstaaten zu Verletzungen mit Todesfolge vorgestellt. Ziel ist, die enorme Krankheitslast durch Verletzungen in Europa zu verdeutlichen, andererseits auf die noch möglichen Präventionspotentiale in Deutschland hinzuweisen.

Im Zehnjahreszeitraum von 2001 auf 2010 ist bei Kindern (1-14 Jahre) europaweit und in Deutschland ein beeindruckender Abwärtstrend  der Verletzungen mit Todesfolge zu beobachten. Dennoch sind seit Jahren Verletzungen ab dem Alter von einem Lebensjahr die häufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen in Europa.

Legt man die europaweit niedrigste Rate tödlicher Verletzungen zugrunde ­ (Schweden 2010: 1,9 je 100 000 Kinder), sind für Deutschland weitere Präventionspotentiale zu erkennen.

Säuglinge sind europaweit besonders gefährdet durch Unfälle oder Gewalt zu sterben. Im Vergleich zu allen Kindern unter 15 Jahren zeigen sie seit Jahren die höchsten Raten an tödlichen Unfällen und auch tödlichen Verletzungen durch Gewalt.

Die Analyse stellt eine Altersdynamik bei den tödlichen Verletzungen durch Unfälle, Gewalt und Selbstverletzung fest. Säuglinge zeigen die höchsten Unfallraten im häuslichen Bereich. Die Rate der tödlichen Verletzungen durch Gewalt ist bei Säuglingen in 2012 sogar größer als die durch Unfälle. Daher sollte die Prävention von Unfällen und Gewalt Bestandteil der Frühen Hilfen sein.

Jugendliche hingegen haben das höchste Risiko von allen unter 20-Jährigen durch einen Unfall im Straßenverkehr zu sterben. Als zweithäufigste Todesursache folgen bereits die tödlichen Selbstverletzungen. Die Prävention von Suiziden im Jugendalter sollte in Deutschland als Präventionsthema national aufgegriffen werden.

Seit dem Jahr 2010 sind Verletzungen im Kleinkindalter der zweithäufigste Grund für die Aufnahme in ein Krankenhaus und im Schulalter sogar der häufigste Anlass für eine stationäre Behandlung (2012: rund 198 000 Kinder <15 Jahren).

Die Unfallprävention im Straßenverkehrsbereich hat nachweisliche Erfolge erzielt. Dies zeigt sich in den Daten durch eine kontinuierliche Abnahme der tödlichen und schweren Straßenverkehrsunfälle bei Kindern und Jugendlichen in den letzten 15 Jahren.

Die Ergebnisse der amtlichen Statistik zum Verletzungsgeschehen 2012 sowie weitere ausführliche Tabellen nach allen Altersklassen befinden sich im Tabellenband "Unfälle, Gewalt, Selbstverletzung".

2013

Absolute und relative Anzahl (pro 100.000 der Altersgruppe) tödlicher Unfälle von Kindern im Alter bis einschließlich 14 Jahren nach Unfallart.

Tabellen als Download hier

 

Tödliche Kinderunfälle: Ausgewählte Unfallarten

Unfallart

< 1 Jahr

1 - < 5 Jahre

5 - < 15 Jahre

< 15 Jahre

Unfälle

Quote

Unfälle

Quote

Unfälle

Quote

Unfälle

Quote

Sturz

1

0,1

7

0,3

5

0,1

13

0,1

Ertrinken

0

0

13

0,5

20

0,3

33

0,3

Feuer/

Verbrennen

2

0,3

4

0,1

6

0,1

12

0,1

Ersticken

13

1,9

9

0,3

8

0,1

30

0,3

Transportmittel-unfall

2

0,3

12

0,4

49

0,7

63

0,6

 

Absolute und relative Anzahl (pro 100.000 der Altersgruppe) tödlicher Unfälle von Kindern im Alter bis einschließlich 14 Jahren nach Unfallkategorie

 

Tödliche Kinderunfälle nach Unfallkategorie

Unfallkategorie

< 1 Jahr

1 - < 5 Jahre

5 - < 15 Jahre

< 15 Jahre

Unfälle

Quote

Unfälle

Quote

Unfälle

Quote

Unfälle

Quote

Verkehr

1

0,3

11

0,4

47

0,6

60

0,6

Haus

5

0,7

28

1,0

16

0,2

49

0,5

Freizeit

14

2,1

19

0,7

40

0,6

73

0,7

Gesamt

21

3,1

58

2,2

103

1,7

182

1,7

 

 

Quote = Unfälle je 100.000 Kinder
Quelle: Todesursachenstatistik, Stat. BA

 

Kinder in 100.000

< 1 Jahr

1 - < 5 Jahre

5 - < 15 Jahre

< 15 Jahre

678 4832.696 1577.253 50010.628 140
Injuries in the European Union 2013

Die Publikation, die von „Eurosafe“ mit Unterstützung der Europäischen Kommission herausgegeben wurde, bietet einen Überblick über Verletzungsdaten aus den Jahren 2008-2010.

Die Publikation zeigt auf, dass im Jahresdurchschnitt 40 Millionen Menschen in der EU infolge von Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden müssen und 233.000 verletzungsbedingte Todesfälle zu beklagen sind.

Der Großteil der Verletzungen (73%) resultiert aus Unfällen in Heim- und Freizeit

Der Großteil der Verletzungen (73%) resultiert aus Unfällen in Heim- und Freizeit, wobei sozial Benachteiligte, Kinder und ältere Menschen in besonderem Maße betroffen sind. Zwischen den EU-Ländern bestehen große Unterschiede im Hinblick auf die Zahl tödlicher und stationär behandelter Unfälle pro 100.000 Einwohner.

Wissenstransfer zwischen den Ländern und der EU

Es spricht also vieles dafür, erfolgreiche Maßnahmen, die in einigen Ländern zu niedrigen Unfallraten geführt haben, auf die gesamte EU auszuweiten. In Bezug auf die enormen finanziellen Belastungen, die sich aus Unfällen ergeben, könnten durch Aktivitäten zur Reduzierung von Heim- und Freizeitunfällen hohe Einsparungen erreicht werden.

Der Bericht kann hier herunter geladen werden