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Vergiftungsprävention für Migrantenfamilien

 

Dieses Projekt wird gefördert von:

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Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den AutorInnen.

Aktionen > Kindersicherheitstag

Projekt: Zielgruppengerechte Aufklärung für Migrantenfamilien zu Vergiftungsrisiken

Aktuelles

Hintergrund

Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund sind eine ständig wachsende Bevölkerungsgruppe, die laut Ergebnissen wissenschaftlicher Studien gesundheitlich benachteiligt ist. Bei der Analyse bestehender Angebote zu Kindersicherheit und Vergiftungsprävention zeigt sich, dass nur ein geringer Anteil auf Migrantenfamilien zugeschnitten ist. Doch schaut man sich die von der BAG 2009 analysierten epidemiologischen Daten zum Vergiftungsgeschehen an, zeigt sich, dass es jährlich zu ca. 19.000 behandlungsbedürftigen Vergiftungsfällen im Kindesalter kommt. Unter den betroffenen Kindern ist auch eine hohe Zahl von Kindern aus Zuwandererfamilien. Insbesondere Jungen bestimmter ethnischer Gruppen sind besonders häufig von Verletzungen betroffen. Sie begeben sich in unsichere Situationen, suchen teils sogar das Risiko, ohne sich der möglichen schweren Folgen bewusst zu sein. Insofern sind deren Eltern besonders für die entsprechenden Gefahren zu sensibilisieren und ggfs. auch in Erziehungsfragen, die die Unfallprävention berühren (wie z.B. Regeln aufstellen, Grenzen setzen), zu beraten. Bisher existiert kein Giftnotruf, der konzeptionell kultursensibel arbeitet oder wo Beratung in türkischer oder russischer Sprache in Anspruch genommen werden kann. Ebenso wenig liegen muttersprachliche oder zweisprachige Informationsmaterialien zum Thema "Vergiftungen und deren Vermeidung" vor.

Mit dem Projekt „Achtung, giftig!“ dehnt die BAG ihre Aufklärungsarbeit mehr als bisher auf Familien ausländischer Herkunft aus, um die Sicherheit der Kinder aus unterschiedlichen Kulturen gezielt zu fördern. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstützt.

Logo des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel e.V.

Wir danken dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. für die freundliche Unterstützung des Projektes

Ziel

Ziel des Projektes ist es, Migrantenfamilien über Vergiftungsrisiken und gefährliche Produkte im Haushalt aufzuklären und hierdurch längerfristig die hohe Zahl der Vergiftungen bei Kindern mit Migrationshintergrund zu reduzieren. Hierfür sollen erstmals zu dieser Themenstellung zielgruppenspezifische, kultursensible Maßnahmen entwickelt, erprobt und evaluiert werden.

Zielgruppen

Insbesondere die Mütter von Zuwandererkindern sollen persönlich angesprochen und für Vergiftungsgefahren im Haushalt sensibilisiert werden. Aber auch die Kinder sollen Erfahrungen zum Thema machen können. Mittels des Projektes wird geprüft, inwieweit und mit welchen Medien Mütter und Kinder gemeinsam mit dem Thema „Vergiftungen und deren Vermeidung“ vertraut gemacht werden können. Diese Projektergebnisse sollen wiederum so aufbereitet werden, dass sie für Multiplikatoren im Bereich der Unfallprävention, aber auch in der interkulturellen Arbeit nutzbar sind.

Inhalte

Die BAG wird geeignete Informations- und Lernmaterialien entwickeln und produzieren. Dabei wird sie auf den Ergebnissen des Kindersicherheitstages 2009 aufbauen, bei dem attraktive Informationsmedien zur Chemikaliensicherheit und Prävention von Vergiftungen entwickelt wurden.

Weiterhin wird sie gezielte Kursangebote für Migrantinnen und Migranten zur Aufklärung über Vergiftungsrisiken im Haushalt Bonn und Berlin durchführen.

Im Vorfeld werden Fachkräfte der BAG und ihrer Kooperationspartner speziell für die Aufgabenstellung „Prävention von Vergiftungen“ und „Zugänge zu unterschiedlichen Kulturgruppen/ interkulturelle Öffnung“ qualifiziert. Die BAG wird zudem muttersprachliche Fachkräfte als Berater/Übersetzer in das Projekt einbinden, um die adäquate Ansprache für ausländische Familien zu gewährleisten.

Vergiftungsprävention für MigrantenfamilienDas Projekt setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:

  • Wissenschaftliche Expertise und Entwicklung eines Evaluationskonzepts
  • Kooperationsentwicklung auf nationaler Ebene
  • Entwicklung von Informations- und Lernmaterialien für Kinder, Eltern und Multiplikatoren
  • Personale Kommunikation (kultursensibel ansetzende Eltern-Kind-Kurseinheiten) mit geeigneten Unterrichts- bzw. Beratungsmaterialien (ggfs. non-verbal und muttersprachlich)
  • Spielerische Aktionsangebote, z.B. der Lernwürfel „Achtung giftig!“
  • Planung, Organisation und Durchführung von Müttertreffs und Mutter-Kind-Angeboten
  • Fortlaufende Erprobung, Evaluation und Transfer
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unter Einbindung der muttersprachlichen Presseorgane

Die Laufzeit des Projektes beträgt zwei Jahre. Im ersten Laufjahr werden die Schulungsmaterialien entwickelt und in zwei Pilot-Eltern-Kind-Treffs an den Standorten Bonn und Berlin eingesetzt und evaluiert. Danach werden die Schulungsmaterialien, die Arbeitshilfen für Multiplikatoren und die begleitenden Informationsmedien für Eltern und Kinder bundesweit zur Verfügung gestellt. Sie können von allen interessierten Gruppen und Institutionen in Deutschland genutzt werden. Im zweiten Laufjahr werden je zwei weitere Elterntreffs in Bonn und Berlin durchgeführt. Sie sollen neben der weiteren Optimierung der Elternarbeit Impulse für die Arbeit mit Multiplikatorengruppen und für ein Journalistenseminar geben und so zur überregionalen Wirkung des Projektes beitragen. Außerdem wird die BAG 2012 im Rahmen des Projektes einen öffentlichkeitswirksamen Event zum Thema „Kindersicherheit für Migrantenfamilien“ gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit durchführen.


SeitenanfangBundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V., Heilsbachstr. 13, 53123 Bonn, info@kindersicherheit.de